Zinsbasierte Geldsysteme sind nicht kompatibel zum Umweltschutz

Der Schutz der Umwelt ist nicht möglich, solange wir ein zinsbasiertes Schuldgeldsystem haben und immer neue Kredite von Bürgern, Unternehmen und Staaten aufgenommen werden müssen, um mit dem bei der Kreditvergabe durch die Banken geschöpften neuen Geld die Zinsen auf alte Schulden bezahlen zu können. In einem solchen Geldsystem ist eine nachhaltige ressourcenschonende Wirtschaft nicht möglich. Das Zinssystem erzwingt ein exponentielles Wirtschaftswachstum mit entsprechendem Verbrauch an Energie und Rohstoffen und es führt zu einer exponentiell wachsenden Verschuldung.
Bürger, Unternehmen und Staaten müssen Tag für Tag darum kämpfen, die Zinsen für die Schulden bezahlen zu können und somit steht jeder mit jedem in Konkurrenz um das vorhandene Geld und die Möglichkeiten, neue Kredite aufzunehmen. Da wundern dann auch Regeln nicht, wie etwa der umstrittene Gesetzesentwurf der regierenden Konservativen in Spanien, der Gebühren für Strom aus Solarzellen vorsieht. Den Überlegungen nach sollen Bürger Steuern für den Strom zahlen, den sie mit eigenen Solarzellen erzeugen und in Batterien für den späteren Verbrauch zwischenspeichern, wie der Standard im Artikel „Die Sonne in Spanien wird besteuert“ schreibt.
Die Staaten brauchen nun mal immer mehr Geld und wenn beim Eintreiben des Geldes der Umweltschutz auf der Strecke bleibt, wird das gerne hingenommen. Zumal einige Politiker nach ihrer politischen Laufbahn auf einen gut bezahlten Posten bei einem Energiekonzern hoffen dürfen. Da spielt der Umweltschutzgedanke eine eher untergeordnete Rolle. Jeder ist sich selbst der Nächste. Das war schon immer so und daran wird sich nichts ändern, solange wir in einem System leben, in welchem es automatisch zum Nachteil anderer ist, wenn jemand zu seinem eigenen Vorteil handelt. Erst wenn die Menschheit ein Finanz- und Wirtschaftssystem hat, das es ermöglicht egoistisch zu handeln, ohne anderen damit zu schaden, wird sich an dieser Situation etwas ändern.
Aber kann ein System überhaupt möglich sein, in dem egoistisches Handeln für andere positiv ist? Durchaus. Nehmen wir zum Beispiel das Anhäufen von Geldvermögen. Wer in der heutigen zeit viel Geld erlangt hat, der kann das Geld horten und damit der Gesellschaft entziehen. Das gehortete Geld steht nicht mehr den Menschen zur Verfügung, die es benötigen. Das ist deshalb möglich, weil Geld im Gegensatz zu den Waren eingelagert werden kann, ohne kaputt zu gehen. Ein Landwirt kann beispielsweise die geernteten Kartoffeln nicht lange zurückhalten. Er muss sie auch dann verkaufen, wenn der Preis gerade niedrig ist. Geld hingegen verfault nicht und somit kann ein vermögender Mensch das Geld beliebig lange horten. Wenn andere das Geld nutzen möchten, dann müssen sie dafür üblicherweise einen Zins bezahlen. Das Geld ist den Waren überlegen, obwohl es eigentlich dazu dienen soll, den Warenaustausch zu erleichtern. Geld, das gehortet wird, dient jedoch nicht dem Warenaustausch.
Würde die Gesellschaft sich auf ein Geldsystem einigen, bei dem das Geld an Wert verliert, so wie auch die gelagerten Waren mit der Zeit wertlos werden, würde die Überlegenheit des Geldes verloren gehen. Es ist dann nicht mehr möglich, die Gesellschaft durch den Entzug von großen Geldmengen zu erpressen. Umgehen kann man den Wertverlust nur, wenn man das Geld an andere verleiht und nach Ablauf der ausgemachten Zeit wieder so viel Geld zurückerhält, wie man verliehen hat. Derjenige, der das Geld verleiht, hat dann keinen Verlust und die Menschen, die sich Geld leihen, müssen nur so viel Geld zurückzahlen, wie sie sich geliehen haben. Wenn ein vermögender Mensch in einem solchen System egoistisch handelt, indem er sein Geld verleiht, um den Wertverlust zu umgehen, hilft er automatisch einem Menschen, der gerade etwas mehr Geld benötigt, als er besitzt.
Natürlich muss irgend jemand Geld verlieren. An irgend einer Stelle ist der „schwarze Peter“ ja immer. Aber das ist nicht so schlimm, denn ein derartiges Geldsystem muss natürlich so konstruiert sein, dass sichergestellt ist, dass immer genügend Geld nachkommt. Ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre denkbar. zudem könnte auch die Staatsverschuldung der Vergangenheit angehören, denn die Staaten müssten jeden Monat eine bestimmte Geldmenge in Umlauf bringen, um das „verlorene“ Geld wieder auszugleichen. Das könnte beispielsweise geschehen, indem die Sanierung von Straßen und Brücken finanziert wird oder Kindergärten gebaut und unterhalten werden.
Und was ganz wichtig ist: Wenn das Einkommen nicht mehr vollständig abhängig von einem Arbeitsplatz ist, wäre es nicht mehr schlimm, wenn Maschinen die Arbeit erledigen und die Menschen arbeitslos sind, also viel Freizeit haben. Und wenn keine Zinsen mehr erwirtschaftet werden müssen, ist es nicht mehr notwendig, das zerstörerische Wirtschaftswachstum aufrecht zu erhalten und immer mehr Ressourcen zu verbrauchen.