Wirtschaftsweiser Bofinger fordert Ende des Bargelds

Immer wieder wird gefordert, das Bargeld abzuschaffen. Das hat natürlich weitreichende Folgen. Da sind zum Beispiel die technischen Probleme. Wenn die Internet-Verbindung ausfällt, dann kann man nichteinmal mehr ein Kaugummi für ein paar Cent kaufen. Außerdem wird jeder Bürger umfassend überwachbar. Wer hat wann in welchem laden welche Produkte gekauft? Alles digital erfasst und maschinell auswertbar. Und eine ganz besonders große Gefahr ist, dass man jeden Menschen per Knopfdruck aus umfassend aus der Gesellschaft ausschließen kann. Wer im virtuellen Zahlungsverkehr, aus welchen Gründen auch immer, gesperrt ist, hat keine Möglichkeit mehr, etwas einzukaufen. Man kann auch nicht eine Geldmenge unabhängig von einem Konto in einem geheimen Versteck lagern, um darauf in Notzeiten zurückzugreifen. Und auch ein anonymer Gold- oder Silberkauf wird nahezu unmöglich. Der Staat kann also jederzeit wissen, wer wann wieviel Edelmetall gekauft hat. Im Falle einer Währungskrise weiß er dann, wer sich einen materiellen Vorteil verschafft hat.

Politiker, die sich für die Abschaffung des Bargeldes einsetzen, wissen also entweder nicht, was sie damit anrichten können … oder sie wissen es und handeln bewusst gegen die Interessen der Menschen im Land, die sich nach ein wenig Sicherheit und Unabhängigkeit sehen.
Entsprechend darf man die Forderungen des Wirtschaftsministers werten, der behauptet, dass Münzen und Scheine überholt sind und nur den Einfluss von Notenbanken schmälern. Er fordert, dass sich die Bundesregierung für die Abschaffung von Bargeld einsetzen solle, wie der Spiegel berichtete.
Das Bargeld den Einfluss der Notenbanken schmälert und außerdem für die Geschäftsbanken teuer ist, mag stimmen. Das ist nun mal der Preis, den man für die Freiheiten zahlen muss, die Bargeld mit sich bringt. Am Ende zahlt den Preis ohnehin der normale Bürger, egal ob er mit bargeld oder elektronisch bezahlt. Die Banken werden die Kosten für das Bargeld auf die Kunden umlegen und die Anbieter elektronischer Zahlungsweisen berechnen für die Transaktionen ebenfalls eine Gebühr. Ich zahle lieber die Kosten für das Bargeld, als die Kosten für die Nutzung einer Kreditkarte.
Und was den Einfluss der Banken betrifft: Den Banken sind durch den Zwang immer neue Kredite zu vergeben, damit die Menschen alte Zinsansprüche auf bereits angehäufte Vermögen dauerhaft bedienen können, ohnehin die Hände gebunden. Uns allen sind die Hände gebunden. Der Zins nimmt sämtliche Menschen auf der Welt in Geiselhaft. Dennoch setzt sich kein Politiker für ein faires Geldsystem ein, das den Geldumlauf auf eine nachhaltiger Weise sicherstellt, als es der Zins kann. Offensichtlich geht es den Politikern nicht darum, sich für ein besseres Wirtschaftssystem im Sinne der Menschheit einzusetzen, denn das, was die Politiker vorschlagen stützt wieder nur dieses zerstörerische System und dient dem Machterhalt einer vermögenden Elite und nicht den vielen arbeitenden Menschen auf der Welt. Ganz im Gegenteil sind die Pläne der Politiker überaus gefährlich für nahezu alle Menschen. Nur eine kleine Gruppe profitiert immer wieder von den Entscheidungen der „Volksvertreter“.

Den Kommentaren zum Spiegel-Bericht kann man entnehmen, dass bis auf ganz wenige, welche sich für eine umfassende elektronische Bezahlform aussprechen, den Ernst der Lage verstanden haben. Die Bürger, welche sich gegen das Bargeld aussprechen kennen oder begreifen vermutlich die Zusammenhänge und Gefahren nicht, welche mit der Aufgabe des Bargeldes einhergehen.
Die Kommentare sind zwar nicht repräsentativ für den Rest der Menschheit, aber es scheint in der Bevölkerung durchaus eine große Ablehnung gegenüber den Vorstellungen der Politiker zu geben. Falls dies tatsächlich der Fall ist und ein so hoher Anteil der Bevölkerung die Entscheidungen der Politik-Darsteller nicht vertritt, würde dies bedeuten, dass die Politiker gegen den Willen des Volkes handeln. und das in einer Demokratie, in der angeblich der Wille vom Volke ausgeht.

Ohne Bargeld werden Schwarzarbeit und Drogenhandel erschwert. Mit dieser Begründung versucht man uns die Abschaffung des Bargeldes schmackhaft zu machen und suggeriert auch gleich: wer gegen die Abschaffung des Bargeldes ist, ist für Schwarzarbeit und den Drogenhandel. Das sowohl Schwarzarbeit, als auch der Drogenhandel zum Teil auch auf den Auswirkungen des zinsbasierten Geldsystems basieren, wird hier verschwiegen. Um Schwarzarbeit unrentabel zu machen und den Menschen eine Perspektive zu bieten, so dass sie ihr Heil nicht im Konsum von Drogen suchen, wäre ein zinsfreies Geldsystem eine bessere Basis, als die Abschaffung des Bargeldes. Durch ein vernünftiges Geldsystem wären nämlich direkt die Ursachen für die negativen Entwicklungen in der Gesellschaft beseitigt.
Mit der Abschaffung des Bargeldes dürfte es aber auch für die Konzerne schwieriger werden, ihre Schwarzgeldkonten zu unterhalten, wie etwa bei der Lufthansa. Und damit wird es auch aufwändiger, den Politikern die ein oder andere finanzielle „Unterstützung“ zukommen zu lassen, wenn sie nach den Vorstellungen der Konzerne abstimmen. Ob der Wirtschaftsminister bei den übrigen werten Damen und Herren Politiker da auf breite Zustimmung stößt, wird sich zeigen.


Weiterführende Informationen:
Bargeldgrenze von 5000 Euro – Die Schein-Debatte
Kriminalitätsbekämpfung: EZB bereitet mögliche Abschaffung von 500-Euro-Scheinen vor