Wirtschaftswachtum vs. Umweltschutz

Wachstum ist nur möglich, wenn man dem System von außen Energie zuführt. Das gilt nicht nur für Pflanzen, die Kohlendioxid, Wasser und Licht zum wachsen benötigen, sondern auch für die Wirtschaft. Die Wirtschaft wächst, wenn Mehr Produkte hergestellt werden, als zuvor und mehr Dienstleistungen erbracht werden als bislang. Für die Herstellung, den Transport und auch die spätere Entsorgung werden natürlich Rohstoffe und Energie verbraucht. Es ist nicht schwer zu erkennen, dass Wachstum der Umwelt mehr schadet, als eine gleichbleibende oder gar reduzierte Wirtschaft.

Obwohl der Schutz der Umwelt, der eine Reduzierung des Ressourcen- und Energieverbrauches, also eine Reduzierung der Wirtschaftsleistung, voraussetzt, immer wichtiger wird, überschlagen sich die Medien mit Berichten, wie toll die Wirtschaft wieder gewachsen ist.

Leichtes Wirtschaftswachstum in Sachsen

Thüringer Wirtschaftswachstum über Ost-Durchschnitt

Leichtes Wirtschaftswachstum in Bremen

Zyprische Zentalbank – Ukraine-Krise bedroht Wirtschaftswachstum

China peilt Wachstum von 7,5 Prozent an

Das Ergebnis lasse hoffen: Für das laufende Jahr erwarte die Bundesbank nämlich in Deutschland ein Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent.

Ja, die Wirtschaft soll wachsen. Wenn die Wirtschaft wächst, jubeln die Medien voller überschwänglicher Freude.
Gleichzeitig wird uns von den Politikern erklärt, dass wir zukünftig kürzer treten müssen, um weniger Energie und Ressourcen zu verbrauchen. Andernfalls drohen angeblich dramatische Veränderungen des Klimas.

Nach der Veröffentlichung des zweiten Teils des neuen Weltklimaberichts hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) die Bürger zu einer klimaschonenden Lebensweise aufgerufen. Die steigenden Temperaturen machten es erforderlich, „auch unsere Lebensweise etwas zu ändern“, sagte die Ministerin im Deutschlandfunk. Als Beispiele nannte sie die Bereiche Wohnen, Verkehr und Landwirtschaft. Die Bürger in Mitteleuropa müssten sich etwa darauf einstellen, „unsere Wohnungen nicht mehr auf 22, 23 Grad zu heizen, sondern vielleicht nur noch auf 20 oder 21“.[1]

Quelle: N24

Dieser klassische Fall von „Doppeldenk“ funktioniert nur, weil strikt zwischen Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch getrennt wird. Es wird so getan, als wäre Wirtschaftswachstum aussschließlich gut und benötigt auch keine Energie. Und es wird unabhängig davon erklärt, dass der Energieverbrauch schlecht ist und reduziert werden muss. Dass dieses vielgelobte Wirtschaftswachstum aber überhaupt nicht unabhängig vom Energieverbrauch ist, sondern einen erhöhten Energieverbrauch zur Folge hat, wird verschwiegen. Würde man diesen Zusammenhang öffentlich diskutieren, müsste sofort das Wirtschaftswachstum in Frage gestellt werden, wenn man die Einsparung von Energie fordert, denn Wirtschaftswachstum benötigt eben genau das, was eingespart werden soll: Energie.

Soll die Umwelt nachhaltig geschützt werden, ist zwingend ein Wirtschaftssystem notwendig, das nicht ständig wachsen muss. Den Vogel schießt in diesem Zusammenhang der Naturschutzverein WWF ab:

Die Folgen der Erderwärmung werden im Laufe dieses Jahrhunderts das Wirtschaftswachstum bremsen [..][2]

Quelle: pressrelations, WWF

Dieser Verein, der sich angeblich dem Umweltschutz verschrieben hat, macht sich um das Wirtschaftswachstum sorgen. Dabei macht gerade dieser Zwang zum ewigen Wachstum den Schutz der Umwelt unmöglich. Wenn die Wirtschaft nicht mehr wachsen würde und entsprechend nicht mehr so viele Ressourcen verbraucht werden würde, käme das den Zielen dieses Vereins ja eigentlich entgegen. Wieso also sorgt sich der WWF um das Wachstum? Den „normalen“ Menschen bringt das Wachstum ohnehin nichts!

Unterernährung bei Kindern trotz Wirtschaftswachstums Entgegen bisherigen Annahmen ist das Wirtschaftswachstum laut einer Studie mit keinem oder im besten Fall lediglich mit einem sehr geringen Rückgang von Untergewicht und Wachstumsstörungen bei den ärmsten Kindern verbunden.[3]

Quelle: Unternehmen Heute

Das ist kein Wunder, denn schließlich wird dieses Wachstum hauptsächlich durch den Zins im Geldsystem erzwungen. Große Geldvermögen werden durch Zins und Zinseszins immer größer. Das Geld, das später bei den reichen Zinsempfängern landet, muss zuvor erwirtschaftet werden. Genau dafür ist das Wirtschaftswachstum notwendig. Da die hungernden Kinder in Afrika nicht zu den wohlhabenden Vermögensbesitzern gehören, wird das zusätzlich Geld, das durch das Wirtschaftswachstum in den „Umlauf“ kommt, gewiss nicht bei ihnen landen. Sie haben schließlich keine Vermögen, die durch Zins und Zinseszins vergrößert werden könnten. Nein, dieses Geld wandert ziemlich direkt auf die Konten der Vermögenden, die ohnehin schon viel mehr Geld besitzen, als sie zum Leben benötigen. Die hungernden Kinder in Afrika sind bestenfalls diejenigen, die das Wirtschaftswachstum mit der Produktion von Bananen und Kaffeebohnen ankurbeln müssen, sofern sie alt genug dafür werden und nicht vorher verhungert sind.
Das von den Medien so sehr gelobte Wachstum dient eigentlich nur als Grundlage dazu, das Geld für die Zinsen der Reichen zu schaffen, damit diese nicht auf etwas verzichten müssen, was sie eigentlich überhaupt nicht brauchen. Bei den normalen arbeitenden Menschen kommt das Geld natürlich nicht an. Ganz im Gegenteil. Aufgrund der mit den steigenden Geldvermögen einhergehende Teuerung der Preise, können die Lohnabhängigen Menschen sich immer weniger leisten. Während es uns im Mitteleuropa noch einigermaßen gut geht, verhungern die Kinder der Bauern in Afrika auf den eigenen Feldern, weil sie sich die angebaute Nahrung nicht leisten können, die von den Konzernen und Investoren für den Export in Länder bestimmt wurde, deren Einwohner zwar einen Großteil der Lebensmittel in den Müll werfen, aber zumindest ausreichend zahlungskräftig sind, um die von den Konzernen geforderten Preise begleichen zu können.
Dieses Wirtschaftswachstum dient nicht den vielen normalen Menschen und schadet der Umwelt. Das Wachstum wird aber dennoch nicht in Frage gestellt. Es wird nichteinmal über den Wachstumszwang mit dem einhergehenden Ressourcenverbrauch diskutiert, wenn darüber gesprochen wird, dass der Energieverbrauch zum Schutz der Umwelt reduziert werden muss. Umweltschutz ist ein Muss, da sind sich die Politiker der westlichen Welt einig. Wenn es sein muss sollen die Menschen dafür auch frieren. Aber am eigentlich unnötige Wirtschaftswachstum wird nicht gerüttelt. Dabei könnte man hier sehr viel Energie sparen und gleichzeitig den Wohlstand unzähliger arbeitenden Menschen erhöhen. Lediglich die Zinsgewinner müssten dann auf die ein oder andere Millionen verzichten. Frieren müssten sie aber deshalb gewiss nicht.
Dass dieser Wachstumswahn nicht dauerhaft funktionieren kann, hat auch der chinesische Präsident Xi Jinping erkannt.Das entbehrt natürlich nicht einer gewissen Ironie, ist es doch gerade China, das ein Wachstum von sagenhaften 7,5 Prozent anpeilt.

Chinas Präsident Xi Jinping hat vor den Folgen eines unkontrollierten Wachstums nach dem Modell der alten Industriestaaten gewarnt. „Wenn wir eine Modernisierung für 1,3 Milliarden Chinesen wollen, dann kann man den alten Weg der Industrienationen nicht weitergehen.“
Denn dieser alte Weg würde nicht nur China, sondern den ganzen Planeten an seine Grenzen bringen“, sagte Xi am Samstag in Düsseldorf.[4]

Quelle: Cash


Literaturverzeichnis:
[1]
Umweltministerin Barbara Hendricks; mma, AFP; N24; http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/4516568/-wir-muessen-unsere-lebensweise-aendern-.html; 31.03.2014
[3]
Unterernährung bei Kindern trotz Wirtschaftswachstums; Unternehmen Heute; http://unternehmen-heute.de/news.php?newsid=221529; 27.03.2014
[4]
Chinas Präsident warnt vor unkontrolliertem Wirtschaftswachstum; Cash; http://www.cash.ch/news/alle/chinas_praesident_warnt_vor_unkontrolliertem_wirtschaftswachstum-3189106-448; 30.03.2014