Wie die Schüler in der Schule dumm gehalten werden

Die Schulzeit war schon sehr lehrreich. Nur das sinnlose rumsitzen zwischen den Pausen, war etwas nervig. So hatten man schon zu meiner Schulzeit etwas überspitzt und sarkastisch formuliert, dass man im Unterricht eigentlich nicht wirklich viel sinnvolles lernt. Aber immerhin sind die Pausen nicht schlecht.
Das war natürlich ein wenig übertrieben. Unsere Lehrer haben uns vieles mit auf den Weg gegeben, das sich im Nachhinein als nützlich und hilfreich erwies und wir hatten vor allem die Möglichkeit zu lernen, sich eigenständig Lösungen zu erarbeiten und Wissen zusammenzutragen.
Man hat in der Schule aber wenig gelernt, das einem im heutigen Leben weiterhelfen würde oder es ermöglichen würde, aufgrund des Erlernten zu verstehen, warum die Dinge so sind, wie sie sind.
So wurden zwar im Mathematikunterricht Zins- und Zinseszinsrechnung durchgenommen, und es wird im Unterricht auch hin und wieder an einem Sparkonto demonstriert, wie das Vermögen durch Zins und Zinseszins wächst. Es wird in diesem Zusammenhang aber üblicherweise nicht erwähnt, dass dem vorhandenen Geld entsprechende Schulden gegenüberstehen, da das vorhandene Geld nur durch Kredite der Banken in folge einer Geldschöpfung in Umlauf kommt. Wenn also das Vermögen einer Person durch Zins und Zinseszins wächst, ohne dass diese Person dafür eine Leistung erbringen müsste, dann muss eine andere Person irgendwo in diesem System einen Kredit aufnehmen und sich dabei verschulden. Sollte sich kein Schuldner finden, der durch die Aufnahme eines Kredites dafür sorgt, dass genügend Geld in Umlauf kommt, um damit über Umwege die Zinsansprüche zu begleichen, dann muss das Geld für die Zinsen vom bereits vorhandenen Geld genommen werden und dadurch bleibt den übrigen Menschen immer weniger. Zins und Zinseszins macht also nicht nur einige Menschen immer reicher, so wie man es vielleicht gerade noch in der Schule lernt, sondern sorgt auch dafür, dass sie die übrigen Menschen immer mehr verschulden müssen. In der Schule lernt man, das Zins zu einem linearen Wachstum führt und Zinseszins zu einem exponentiellen Wachstum. Mit dem zusätzlichen Wissen, das Zins aber auch eine äquivalenten Verschuldung zur Folge hat, dann ist es nicht mehr überraschend, dass beispielsweise die Staatsschulden nahezu aller Länder exponentiell ansteigen und dann werden auch Aussagen von Finanzministern, dass Sie dieses Jahr ohne neue Schulden auskommen schnell als Taschenspielertrick enttarnt. Die „schwarze Null“ lässt sich für den Staat nur erreichen, wenn sich andere verschulden oder den Menschen mehr Geld durch Steuern und ähnliches abgepresst werden kann. Dass dies nicht ewig funktionieren wird, sollte einleuchten, schließlich wachsen die Zinsansprüche im Hintergrund mit mathematischer Präzision weiter und lassen sich irgendwann nicht mehr durch Tricks und Nebelkerzen kaschieren.
Auf Täuschungsmanöver der Politiker, wie die Aussage des Finanzministers, dass die Regierung in Deutschland in nächster Zeit ohne Neuverschuldung auskommt, fallen viele Menschen leider herein. Sie haben in der Schule also offensichtlich nur gelernt, die Zinsen auf ihr erspartes zu berechnen, sie wissen jedoch nicht, wie Geld entsteht und welche Folgen Zins und Zinseszins haben. Hätten Sie in der Schule nicht nur theoretische Zinsrechung gelehrt bekommen, sondern auch erfahren, was dies für den Alltag bedeutet, wüssten sie, dass es zwar möglich ist, die Schuldenlast temporär so umzuverteilen, dass es aussieht, als wäre keine Neuverschuldung möglich, auf Dauer kann dies jedoch nicht funktionieren.

Natürlich gibt es noch viele weitere Dinge, die man in der Schule nicht lernt. So führt der Zwang, der sich aus dem Anwachsen der Schulden durch Zins und Zinseszins ergibt dazu, dass der Staat immer mehr Geld benötigt, um die Schuldverpflichtungen zu begleichen. Einsparungen in sozialen Bereichen und bei der Pflege der Infrastruktur können das Problem zeitweise etwas abfangen, dauerhaft benötigt der Staat aber immer höhere Einnahmen. In der Folge werden ständig neue Steuern erfunden und das Steuersystem wird immer komplexer.
In einem wirklich guten Finanz- und Wirtschaftssystem könnten Steuern gänzlich unnötig sein. Aber über solche Alternativen lernt man in der Schule leider auch nichts, so dass die Menschen schon aufgrund ihrer Ungebildetheit diesbezüglich in diesem System gefangen sind. Sie kennen einfach keine Alternativen (die es eigentlich gäbe) und denken, dass dieses heute angewendete System das einzig Wahre ist. Wir müssen also weiterhin damit leben, weil man uns keine Alternativen erklärt und auch keine Alternativen zur Diskussion stellt. Und das bedeutet, dass sich jeder Schüler irgendwann nach der Schulzeit mit dem Thema Steuern auseinandersetzen muss. Zumindest eine Steuererklärung wird jeder schreiben müssen. Und wer versucht, ein Gewerbe aufzubauen, um etwas für andere Menschen zu produzieren, wird sich sehr genau mit Einkommenssteuer, Umsatzsteuer, Vorsteuer und vielen anderen Dingen zum Steuerrecht beschäftigen müssen. Die Materie ist höchst kompliziert und selbst „Experten“ haben keine Chance mehr, das Steuersystem vollständig zu verstehen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Regeln ständig ändern und es unzählige Ausnahmen und Sonderfälle gibt. Dank der EU-Bestrebungen muss ein Unternehmer im schlimmsten Fall sogar mit den unterschiedlichen Steuersystemen dutzender Länder mit all ihren Ausnahmeregelungen umfassend vertraut sein.
Und was lernt man in der Schule zum Steuersystem, mit dem jeder Schüler irgendwann konfrontiert werden wird? Nichts. Das ausfüllen einer Steuererklärung wird im Unterricht nicht durchgenommen. Es wird nichteinmal gezeigt, wie eine Steuerklärung aussieht und welche Formulare es zu welchen Zwecken gibt.
Wir müssen uns auch mit immer komplexeren Dingen herumschlagen, weil das zinseszinsbasierte Geldsystem dies durch seinen immanenten Zwang zum grenzenlosen exponentiellen Wachstum so erfordert. Schüler lernen diese Zusammenhänge im Unterricht leider nicht kennen und weil sie folglich auch nicht lernen, welche Alternativen es geben könnte, wird sich an der Situation nichts zum Guten ändern. Es wird einfach nie eine kritische Masse erreicht, mit der sich ein besseres System aufbauen ließe. Das ist schade, denn das Schulsystem könnte nahezu jeden Menschen erreichen und damit eine breite Basis von informierten Menschen schaffen, die notwendig ist, um eine Veränderung zum Positiven vorzunehmen.
Wir müssen somit also auch deshalb weiterhin mit den jetzigen Gegebenheiten leben, weil die Schule die wichtigen Zusammenhänge nicht vermittelt und auch keine Optionen aufzeigt. Gleichzeitig werden in der Schule jedoch nicht die notwendigen Fähigkeiten vermittelt, mit den aktuellen komplizierten Gegebenheiten zurecht zu kommen. Hier wird sich jeder Schüler selbst überlassen.
Die Schulen erhalten schon dadurch, dass sie keine wirklich wichtige Bildung vermitteln, ein System, das den meisten Menschen immer mehr schadet und das immer komplizierter wird. Gleichzeitig bereiten Schulden die Schüler nicht auf diese Situation vor, die sie selbst mitverantworten müssen.

Darüber sind mittlerweile sogar die Schüler enttäuscht:

Lehrplan – Schülerin kritisiert Lehre auf Twitter

Von Seiten der Philologenverbände hört man dann die Aussage, dass es nicht möglich ist, die Themen, welche für die Schüler wichtig wären, um in der heutigen Welt zurechtzukommen, in den Unterricht zu packen. Das wäre dann zu viel.[1]
Nun, wenn es in der Schule nicht mehr möglich ist, die grundlegenden Dinge zu vermitteln, die nötig sind, um sich im Leben zurechtzufinden, dann sollte man überlegen, ob man vielleicht Inhalte zukünftig aus dem Lehrplan nimmt, die veraltet sind und durch wichtige Inhalte ersetzt. Zusätzlich wäre dann darüber nachzudenken, die Schulzeit zu verlängern (anstatt zu verkürzen). Wenn das Leben in dieser Gesellschaft immer komplizierter wird, weil jede Handlung durch immer mehr Regeln und Gesetzte eingeschränkt werden muss, dann ist es auch notwendig, die Menschen darauf vorzubereiten.

Es ist nicht fair, den Menschen alternativlos ein System aufzuzwingen, dass aufgrund seiner inhärenten Funktionsweise automatisch immer komplexer werden muss und in der Folge immer mehr Regeln, Hürden, Einschränkungen und Überwachung mit sich bringt, während auf der anderen Seite nicht die notwendigen Fähigkeiten vermittelt werden, damit umzugehen.
Hier ist jedoch anzumerken, dass beispielsweise die Aufnahme von Inhalten zum Umgang mit Steuererklärungen in den Lehrplan auch nur Symptombehandlungen wären. Dieses wird irgendwann zwangsläufig so kompliziert, dass ein Menschenleben nicht mehr ausreicht, alle Fähigkeiten zu lernen, nie eigentlich notwendig sind. Auf Dauer kann muss also eine Alternative gefunden werden. Geld darf nicht mehr durch Zins und Zinseszins freigekauft werden müssen und sollte den Menschen einfach und günstig für den Handel zur Verfügung steht. Wenn wir nicht mehr mit einer automatisch exponentiell wachsenden Verschuldung leben müssen, werden viele Regeln und Gesetze unnötig, welche die erzwungene Verteilung des Vermögens von den armen arbeitenden Menschen zu den nicht zwangsläufig arbeitenden reichen Menschen sicherstellen und diesem Unrecht einen rechtlichen Rahmen geben. Wenn die Staaten sich nicht mehr verschulden müssen, kann der Steuerirrsinn auf ein absolutes Minimum reduziert werden und dann passt eine Steuererklärung auch wieder auf einen Bierdeckel und kann in wenigen Minuten im Unterricht abgehandelt werden. Auch eine Bodenreform wird notwendig sein, denn Grund und Boden ist von der Natur gegeben und kann kein Privatbesitz sein. Ebensowenig, wie Luft und Wasser. Ja, es wären einige Änderungen notwendig. Aber eine Welt, in der alle Menschen die Möglichkeit haben, friedlich zu leben wäre durchaus möglich. Im zinseszinsbasierten Schuldgeldsystem, wie es weltweit zur Anwendung kommt, werden die Menschen jedoch gegeneinander ausgespielt und zu immer mehr Leistung getrieben, nur damit die Vermögenden den Arbeitern aufgrund ihrer Zinsansprüche (auf gehortetes Geld, auf Ländereien und auf die Produktionsmittel in ihrem besitz) den Lohn der Arbeit wegnehmen können. Dies führt dazu, dass einige Menschen unvorstellbar reich und mächtig werden, währen der Rest der Menschheit immer mehr arbeitet um Dinge zu produzieren, die eigentlich keiner braucht und damit die Umwelt belastet, nur um schneller Geld einzunehmen, als er es über Steuern und Zinsen an die Vermögenden wieder abgeben muss. Klar, dass hierfür Millionen Gesetze und eine umfassende Überwachung der Bevölkerung notwendig ist und das Leben unvorstellbar kompliziert wird. Das wird irgendwann so kompliziert, dass auch kein Schulunterricht mehr genügt, um alles Notwendige zu lernen. Aber bis dahin wird das System vermutlich ohnehin schon zusammengebrochen sein. Die Menschen werden auch in den Industrieländern in bittere Armut versinken und weil den Schülern in der Schule zuvor keine wichtigen Zusammenhänge beigebracht wurden, werden sie nichteinmal wissen, was gerade aus welchem Grund passiert ist und sie werden im Anschluss freudig akzeptieren, wenn die Elite wieder mit tollen versprechen ein auf Zins und Zinseszins basiertes Schuldgeld installiert, um die nächste Generation auszuplündern und mit immer mehr Regeln und Gesetzen in Schach zu halten und die Einhaltung der Regeln und Gesetze durch Polizei und Militär sicherzustellen.


Literaturverzeichnis:
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