Wie die ARD-Werbung SALES & SERVICES GmbH unsere Lebenszeit verhökert

Was früher die Rundfunkgebühren waren ist heute der Rundfunkbeitrag. Der Rundfunkbeitrag wird wohnungsabhängig erhoben und soll sicherstellen, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender ein ausgewogenes und unabhängiges Programm gestalten können.
Soweit in der Theorie. Blickt man hinter die Kulissen, stellt man fest, dass es nicht darum geht, ein hochwertiges Fernsehprogramm zu präsentieren, das sich vom geistigen Abfall der Privatsender abhebt. Nein, der Rundfunkbeitrag wird verwendet, um eine mediale Vermarktungsplattform aufzubauen, zu betreiben und zu erweitern. Es geht nicht darum, den Zuschauer- und hörer mit hochwertigen Informationen zu versorgen. Es geht darum, für die Werbeindustrie attraktive Werbeblöcke zu schaffen. Die Lebenszeit der Zuschauer wird dabei verhökert, wie Billigramsch auf dem Jahrmarkt.

Wir verschwenden unsere Lebenszeit, wenn wir die Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen schauen, weil die Inhalte aufgrund der Optimierung für die Werbekunden minderwertig sind und wir verschwenden unsere Lebenszeit, wenn wir die Werbung schauen, weil wir damit nur zum Kauf von Produkten animiert werden sollen, die wir ohnehin nicht benötigen. Wobei ich es nicht als generell als verwerflich ansehe, wenn eine Firma darauf hinweist, was sie tut, warum es lohnt, ihre Produkte zu kaufen und wo man weitere sachliche Informationen zu den Produkten finden kann. Dabei sollte es sich aber aber um echte Produktinformationen halten und nicht um das Einlullen der Menschen mit schönen Landschaften, um ihnen dann ein Auto zu verkaufen. Im Fernsehen werden aber keine sachlichen Informationen präsentiert, sondern emotionaler Unsinn. Aber letzten Endes dürften bei den Öffentlich-Rechtlichen überhaupt keine Firmen Werbung oder Produktinformationen anpreisen, da dies die Unabhängigkeit der Sender untergräbt. Wer Geld von einer Firma nimmt, muss bei der Programmgestaltung zwangsläufig auf die Firma Rücksicht nehmen oder riskiert, den Werbepartner zu verlieren.
Eine seriöse Sendeanstalt, bei der die Finanzierung über Gebühreneinnahmen sichergestellt ist, müsste und sollte sich nicht mit Werbepartnern einlassen. Die öffentlich-rechtlichen Sender tun dies aber und bauen ihr Programm sogar ganz offen gezielt so aus, dass die Werbeblöcke für potentielle Werbekunden besonders attraktiv sind. Dafür zahlen wir Rundfunkbeiträge!

Wem diese Gedanken zu abwegig erscheinen, der darf gerne die Homepage von AS&S, ARD-Werbung SALES & SERVICES GmbH, betrachten. Hier werden die Werbeplätze angepriesen: http://ard-werbung.de/

Nachfolgend einige Zitate, die von der Homepage stammen:

Bei der AS&S finden Sie optimale Angebote für Ihre Markenbotschaft. Unsere Verkaufs-, Marketing- und Mediateams unterstützen Sie gerne bei der Umsetzung Ihrer Kampagnen. Und wenn es darum geht, Ihr Marktumfeld umfassend zu analysieren oder komplexe Kommunikationslösungen zu erarbeiten, steht Ihnen das Forschungsteam der AS&S mit umfassender Expertise verlässlich zur Seite.

Neben den klassischen Werbeblöcken, die nach wie vor die kürzesten im deutschen TV-Werbemarkt sind, bietet Ihnen die AS&S eine breite Palette von exklusiven Sonderwerbeformen, die eine zielgruppengerichtete und programmnahe Kommunikation sicherstellen. Profitieren Sie von der Einzigartigkeit der Best Minute, der Programmnähe der Best Seconds und Split Screens, der Alleinstellung der Solospots oder der Hochwertigkeit des Sponsorings. Diese Sonderwerbeformen sind unsere Antwort auf Ihre individuellen Fragen. Wir beraten Sie gerne.

Heiter bis tödlich geht ab 10. Oktober in die nächste Runde mit brandneuen Folgen. Neben köstlicher Unterhaltung profitiert Ihre Marke u.a. von wertvollen Konsumzielgruppen, erhöhter Werbeerinnerung und dem Sympathiefaktor der Serien.

Sehr aufschlussreich, wie die Öffentlich-Rechtlichen die Zuschauer und Zuhörer … die Beitragszahler sehen, ist auch der Zielgruppenberater für die Werbeindustrie: http://ard-werbung.de/showroom/index.php?id=zgberater.
Hier werden wir in Produktklassen eingeteilt, welche die Konzerne nach belieben kaufen können. Na, fühlen Sie sich schon wie Billigramsch auf dem Wühltisch? Jepp, genau das sind wir in den Augen der Verantwortlichen der öffentlich-rechtlichen Sender.

Mich stört besonders diese Verlogenheit.

Das Programm im Ersten besitzt Werte, die im heutigen Fernsehmarkt nicht mehr selbstverständlich sind: Qualität, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit. Diese hochwertigen Merkmale – und das belegen diverse Studien – haben einen positiven Abstrahleffekt auf die Marken, die sich in diesem Programmumfeld platzieren.

Ja, Qualität, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit sind leider keine Selbstverständlichkeit. Aber mir ist unverständlich, warum man diese Werte den Öffentlich-Rechtlichen zuschreibt. Sie beweisen immer wieder, dass ihre Sendungen nicht auf Qualität, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit ausgerichtet sind, sondern auf die Vermarktung von Werbeplätzen und die Vertretung bestimmter politischer Interessen, wie die Besetzung der Posten in den Rundfunkräten mit Politikern deutlich zeigt.

Wie lukrativ die Werbung ist, wird deutlich, wenn man sich die Kosten für Werbung anschaut. Ein klassischer Werbespot kostet beispielsweise 11.500 Euro und mehr für 20 Sekunden, wie hier aufgelistet ist. Das bringt der ARD Einnahmen von knapp 35.000 Euro pro Minute. So viel Geld bekommen andere Menschen nichteinmal, wenn sie ein ganzes Jahr acht Stunden am Tag arbeiten gehen.

Nachdem Sie also Ihre Lebenszeit verschwenden, wenn Sie die Programme der Öffentlich-Rechtlichen Sender anschauen, müssen Sie am Ende auch noch die Kosten für die Werbespots bezahlen, wenn Sie die Produkte einer Firma kaufen, die im Fernsehen oder Radio wirbt. Schließlich holen sich die Konzerne die Werbekosten über den Produktpreis wieder herein. Und den bezahlen Sie als Kunden. Wenn man noch die ganzen Steuern und sonstigen Abzüge betrachtet, können Sie froh sein, wenn sie am Ende eines Acht-Stunden-Arbeitstages einen Gegenwert für zwei der geleisteten Stunden bekommen. Dagegen waren die 10 Prozent, die ein Bauer im Mittelalter in Form des „Zehnts“ an seinen Lehnsherrn abliefern musste kaum der Rede wert. Heute kann man fast froh sein, wenn man noch 10 oder 20 Prozent behalten darf.