Wenn doch alles zusammenbricht …

Nachdem die Massenmedien sich jahrelang zu den drohenden Gefahren des Geldsystem ausschwiegen, berichten sie mittlerweile ganz offen darüber, dass ein völliger Zusammenbruch des Geldsystems bevorstehen könnte. So titelte das Handelsblatt jüngst: „Und wenn doch alles zusammenbricht?“[1] Eine späte Erkenntnis, aber wie sagt man: Besser spät als nie.

Der Generalplan von „Merkozy“ zur Euro-Rettung ist einen Versuch wert, aber die Umsetzungschancen sind klein. In den Chefetagen wird durchgespielt, was ein Black Friday, ein Crash des Finanzsystems, bedeuten würde.[2]

Quelle: Handelsblatt

Das Handelsblatt präsentiert auch direkt verschiedene Optionen, die es für einen Neuanfang nach dem Kollaps gibt. Liest man sich diese Optionen durch, fällt sofort auf, dass sämtliche Alternativen wieder die selbe grundlegende Problematik eingebaut haben und sich wieder gegen 95 bis 99 Prozent der Menschheit richtet, wie es bereits beim bisherigen Geldsystem der Fall ist, welches nur sehr wenigen Personen zum Vorteil gereicht.
Der Autor schlägt vor, dass der Staat den Banken ihre Verluste ersetzen muss. Dafür soll er sogar Kredite am Kapitalmarkt aufnehmen und sich noch weiter verschulden.[3] Das mutet an, wie die Geschichte vom Lügenbaron, der sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf gezogen haben will. Die Probleme der erzwungenen Überschuldung sollen durch noch mehr erzwungene Verschuldung gelöst werden. Und natürlich muss dafür auch weiterhin die arbeitende Bevölkerung aufkommen und bürgen. Was für ein Irrsinn. Der Autor schreibt weiter, dass der Staat die Banken dann auch gleich übernehmen kann und diese später möglichst wieder privatisieren solle um einen Teil der Schulden abzubauen. Das heißt, dass die Steuerzahler so lange für die Banken geradestehen müssen, bis sie wieder rentabel sind und dann sollen die Banken samt der zu erwartenden Gewinne privatisiert werden. Immerhin wird in dem Artikel erwähnt, dass nur ein TEIL der Schulden bei der Privatisierung abgebaut werden kann. Es blieben also zwangsläufig Schulden und für diese muss der Staat (also die Bevölkerung) bis zum nächsten Zusammenbruch immer mehr Zinsen und Zinseszinsen bezahlen, womit sich die Spirale der Verschuldung weiterdreht. Das erwähnt der Autor aber nicht.
Eine zweite Option sieht der Autor auch: Die öffentliche Hand teilt den Kreditinstituten eine besondere Art von Schuldtiteln zu, sogenannte Ausgleichsforderungen. Im Prinzip wird dabei bei den Banken ein Kredit zu einem niedrigen Zinssatz und sehr langen Laufzeiten aufgenommen.[3][4] Auch hier muss sich der Staat natürlich verschulden. Die Variante gleicht der Ersten, lediglich die Verstaatlichung der Banken entfällt, was nicht unbedingt positiv ist, denn so beschränkt sich die Rolle des Staates nur aufs Zahlen ohne dadurch einen nennenswerten Einfluss zu erhalten.

Keine der vorgestellten Optionen bietet eine wirklich nachhaltige Lösung der Probleme für den größten Teil der Menschheit und für die Umwelt. Die Vorschläge zielen nur darauf ab, dass nach dem Zusammenbruch, der gewiss kommen wird, erneut ein ähnliches System etabliert werden kann, von dem wieder nur sehr wenige profitieren, während alle anderen ganz legal ausgebeutet werden können. Solche Artikel zeigen sehr deutlich, dass die Massenmedien der Geldelite dienen. Ihre Aufgabe ist es, den Menschen die Wünsche der Reichen und Mächtigen so lange einzutrichtern, bis selbst der Ärmste glaubt, er wünsche sich selbst ein solches System.