Wenn die Demokratie zusammenbricht

Wenn die Demokratie zusammenbricht
Das Buch „Wenn die Demokratie zusammenbricht – Warum uns das demokratische Prinzip in eine Sackgasse führt“ von Frank Karsten und Karel Beckman beleuchten die Nachteile der demokratischen Systeme, wie wir sie kennen. Und sie stellen sich auch der Frage, was denn die Alternative zur Demokratie wäre. Viele Menschen verbinden mit der Abwesenheit von Demokratie ganz automatisch die Anwesenheit von Diktatur. Dass dies nicht zwangsläufig so sein muss, zeigen die Autoren auf. Sie schlagen ein System vor, bei dem die Menschen selbstbestimmt leben und Verantwortung für sich und ihre Mitmenschen übernehmen, anstatt jegliche Verantwortung auf den „allmächtigen“ Staat abzuwälzen und alle Entscheidungen von anderen treffen zu lassen.
Gerade in großem Umfang funktioniert das demokratische Prinzip nicht gut, weil dann Menschen über Dinge entscheiden, die sie nicht betreffen und für die sie keine Verantwortung übernehmen müssen. An Stelle von großen und anonymen, mitunter Staatenübergreifenden oder gar europaweiten Kollektiven, sehen Frank Karsten und Karel Beckman die Zukunft in kleinen lokalen Verbändern, in denen sich die Teilnehmer noch persönlich kennen und weitgehend eigenständig entscheiden können.
Denn mal ehrlich, wollen wir wirklich, dass die Entscheidungen, die unser Leben betreffen, demokratisch getroffen werden? Möchten wir, dass deutschlandweit darüber abgestimmt wird, welches Auto wir uns kaufen oder was wir morgen Mittag essen? Wohl kaum. Das möchten wir gewöhnlich selbst entscheiden. Und wir möchten auch selbst entscheiden, wo wir einkaufen, studieren oder arbeiten und wo wir wohnen. Oder kann man wirklich annehmen, dass völlig fremde Menschen, vom Sozialhilfeempfänger bis zum Multimilliardär, besser als ich entscheiden können, ob mein nächstes Fahrrad 18 oder 21 Gänge haben soll? Wohl kaum.
Demokratie ist die Herrschaft einer (eventuell kleinen) Mehrheit über die Minderheit. Wenn zwei Leute in einem Raum sind kann niemand den anderen überstimmen und dadurch vorschreiben, wie der andere sich zu verhalten hat. Die beiden müssen auf Augenhöhe eine Umgangsform miteinander aushandeln, bei der sie dem anderen nicht schaden und selbst gut leben können. Wenn jedoch eine dritte Person in den Raum kommt und sich mit einer anwesenden Person verbündet, dann können diese beiden den einsamen Anwesenden überstimmen und dadurch Macht auf ihn auswirken. Sie können bestimmen wie schnell er laufen darf, welche Musik er hören darf und wie viel Steuern er zu bezahlen hat. Das nennt man dann Demokratie. Ebenso demokratisch wäre es, wenn zwei Wölfe und ein Schaf darüber abstimmen, was es zum Abendessen gibt.
Das Demokratische System hat viele Nachteile und es gibt gewiss bessere Alternativen. In diesem Buch werden einige Denkansätze aufgezeigt.
Allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch falsche Aussagen im Buch enthalten sind. So wird beispielsweise behauptet, das heutige (Papier-)Geld (das im Falle der Euro-Banknoten eigentlich aus Baumwollfasern besteht) wird vom Staat ausgegeben. Das Geld, das wir zum Einkaufen verwenden, wird jedoch von den Banken ausgegeben. Vereinfacht ausgedrückt wird Bargeld von den Zentralbanken zur Verfügung gestellt und Buchgeld wird von den Geschäftsbanken geschöpft und in Umlauf gebracht. Hierbei handelt es sich um private Institutionen, nicht um staatliche Einrichtungen.

Titel: Wenn die Demokratie zusammenbricht
Untertitel: Warum uns das demokratische Prinzip in eine Sackgasse führt
Autor: Frank Karsten, Karel Beckman
Seiten: 189
Verlag: EBV
Veröffentlichung: 10.08.2012
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3-89879-712-2
Preis: 14,99 Euro