Wasserprivatisierung durch die Hintertür

Konzerne und Investoren zerstören die Umwelt und beuten Menschen und Tiere ohne Rücksicht auf Verluste aus, um ihre Gewinne ins unermessliche zu steigern. Zwanghaft suchen sie nach immer neuen Möglichkeiten, ihr Kapital möglichst gewinnbringend anzulegen. Soziale Belange und die Interessen der Gesellschaft spielen bestenfalls in den Werbesprüchen eine Rolle.
Nun haben Konzerne und Investoren ein neues Geschäftsfeld gefunden: Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser. Eigentlich ist dies ein eher unlukrativer Tätigkeitsbereich, da die Investitionen hoch und die Gewinne gering sind. Über Tricks und Umwege könnte es den Konzernen aber gelingen, die zu erwartenden Investitionen auf die Bevölkerung abzuwälzen, nötige, aber kostspieligen, Wartungsmaßnahmen zu unterlassen und die daraus resultierenden Gewinne einzustreichen. So wundert es nicht, dass die Industrie die Trinkwasserversorgung mit Hilfe der Politiker der EU privatisieren möchte. Wenn dies nach und nach geschehen ist und die Gewinne abgeschöpft sind, wird sich die Industrie wieder aus dem Bereich der Versorgung mit einem der wichtigsten Rohstoffe zurückziehen und ein marodes und zerstörtes Leitungsnetz zurücklassen.

Einen interessanten Bericht zu dieser wichtigen Thematik, die uns alle betreffen wird, kann unter folgendem Link nachgelesen werden:

Wasserprivatisierung durch die Hintertür


UPDATE (11.02.2013): Veolia klagt gegen den Film „Water Makes Money“

Aus aktuellem Anlass möchte ich nachfolgend eine Information weitergeben, die mich per E-Mail erreicht hat. Der Wasser-Konzern Veolia klagt gegen den Film „Water Makes Money“, weil er sich durch die Verwendung des Begriffs „Korruption“ verleumdet fühlt. Nicht die im Film gezeigten Fakten werden bestritten, nur „Korruption“ hätte man sie nicht nennen dürfen!

Noch eine Woche bis zum Prozess gegen den Film „Water Makes Money“ am 14.2.2013 im Pariser Justizpalast. Der Konzern Veolia klagt, weil er sich durch die Verwendung des Begriffs „Korruption“ verleumdet fühlt. Nicht die im Film gezeigten Fakten werden bestritten, nur „Korruption“ hätte man sie nicht nennen dürfen!

Gerade in diesen Tagen versucht die EU-Kommission, alle Kommunen zur Ausschreibung der Wasserversorgung zu zwingen. Dadurch werde das Trink- und Abwasser günstiger, urteilte die sog. Stearing Kommission. Sie hat den entsprechenden Gesetzentwurf ausgearbeitet, und das ARD-Magazin „Monitor“ hat aufgedeckt, dass dort fast alle privaten Wasserkonzerne der Welt vertreten sind. Diese arbeiteten ein Gesetz aus, das der Privatisierung der Wasserversorgung Tür und Tor öffnet. Derartige Verquickung von Öffentlichem und Privaten stellt der Film „Water Makes Money“ in den vielen Varianten der Wirklichkeit dar. Nein, das ist nicht einfach Korruption, das ist „strukturelle Korruption“ auf Kosten von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. An dieser Bewertung werden wir auf jeden Fall festhalten!

Man wolle den Film nicht verbieten, hatte der Pressechef von Veolia Wasser Matthias Kolbeck seit zwei Jahren stets in öffentlichen Veranstaltungen beteuert. Aber sollte Veolia in einer Woche den Prozess gewinnen, wird man erfahrungsgemäß die Zensur der Filmstellen fordern, die der Konzern als Verleumdung ansieht! Darauf werden und können wir uns nicht einlassen. Und dann ist das Verbot des Films zu befürchten.

Dies ist ein ernsthafter Anschlag auf die Pressefreiheit.

Neben dem Verbot des Films drohen dem französischen Verleih „La Mare aux Canards“ und dem Protagonisten Jean-Luc Touly Geldstrafen, Anwaltskostenkosten bzw. die Bezahlung von Widerrufsanzeigen in fünf- bis sechsstelliger Höhe. Bisher haben die französischen Freunde schon 9.600€ für diesen Prozess ausgelegt.

Zu dieser drohenden Knebelung der Wahrheit darf die Öffentlichkeit nicht schweigen!

Bitte sammeln Sie bei Ihren Veranstaltungen mit dem Film Spenden und überweisen Sie diese zeitnah auf das „Water Makes Money“ Konto unter dem Stichwort „ Spenden für Prozesskosten WMM“, Hamburger Sparkasse, Konto: 1230131474, BLZ 20050550, IBAN DE03200505501230131474, BIC HASPDEHHXXX

Kann ein Weltkonzern einen Dokumentarfilm vernichten? Nur die Öffentlichkeit kann dies verhindern!

ARTE zeigt den Film aus Solidarität zwei Tage vor dem Prozess, am 12.02.2013 um 22h. In Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Italien und Österreich wird „Water Makes Money“ in den Tagen um den Prozess in vielen Veranstaltungen aufgeführt.

Das „Water Makes Money-Team“ Leslie Franke, Herdolor Lorenz , Lissi Dobbler

Homepage zum Film: http://www.watermakesmoney.com/