Von guter und böser Spionage

Nur selten wird deutlicher, dass die USA mit zweierlei Maß misst, als in folgendem Beispiel. Was die Regierenden der USA für sich als legitime Selbstverständlichkeit betrachten, ist in ihren Augen ein schwerwiegendes Verbrechen, wenn andere sich so verhalten. Während es völlig legitim ist, das die amerikanischen Geheimdienste Zugriff auch auf verschlüsselte Daten der Bürger haben sollen, mahnen amerikanische Politiker dieses Ansinnen bei der chinesischen Regierung an.

Wenn Nutzer von Apple- und Android-Geräten eine der Millionen für den Angriff Freak anfälligen Webseiten ansurfen, kann ein Man-in-the-Middle die verschlüsselten Verbindungen knacken. Angreifer können nicht nur Daten mitlesen, sondern auch manipulieren.
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Als Einfallstor diene Angreifern für den Export künstlich geschwächte Verschlüsselungsverfahren. Dabei handelt es sich um ein Relikt aus den 90er Jahren, als die US-Regierung die Nutzung von starker Kryptographie zugunsten der NSA einschränkte.[1]

Quelle: Heise

Und ein weiteres Beispiel zu den Bestrebungen der USA, die Bürger auszuspionieren:

Wie Geheimdienste Apple unterwandern wollen

Auf geheimen Konferenzen schmieden CIA und NSA Pläne, wie sich die Sicherheitsvorkehrungen von Apple und Microsoft aushebeln lassen, um sensible Nutzer-Daten abzugreifen. Ein Bericht gewährt Einblicke hinter die Kulissen.
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Im Fokus der Bemühungen stehe demnach etwa das Knacken von Sicherheitsschlüsseln der Apple-Geräte, um das System angreifen zu können. Dem Bericht zufolge geht es dabei um die Analyse von Apples Firmware und Installation von Spionage-Apps. Anstatt das US-Unternehmen auf die Schwachstellen aufmerksam zu machen, sollen sie bewusst offen gehalten werden. Die CIA, NSA und Apple habe sich The Intercept zufolge bisher nicht zur Enthüllung geäußert.[2]

Quelle: Heise

Aber wehe, die chinesische Regierung zeigt solche Ambitionen. Dann sind die amerikanischen Politiker zur Stelle, um dieses Unrecht gegenüber der Bevölkerung anzuprangern.

Die chinesische Regierung möchte nur noch Hard- und Software ins Land lassen, bei der die Verschlüsselung von Behörden umgangen werden kann. Washington hat deutlich verärgert auf die Ankündigung reagiert.
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Dieses Vorhaben hat Washington vergrätzt, wie das Online-Magazin Motherboard berichtet. Die US-Regierung hat demnach einen Brief nach Peking geschickt, in dem sie schwere Bedenken zu dem Gesetzesvorstoß äußert. Man arbeite hart daran, „dass China diese besorgniserregenden Regeln nicht erlässt“, erklärte der US-Handelsbeauftragte Michael Froman. Das Weiße Haus wollte sich zu dem Streit mit dem Handelspartner bislang nicht äußern.[3]

Quelle: Heise

Amerikanische Spionage ist gut, chinesische Spionage ist böse. Oder etwa nicht?


Literaturverzeichnis:
[1]
Freak Attack – SSL-Verschlüsselung von Millionen Webseiten angreifbar; Heise; Dennis Schirrmacher; http://www.heise.de/security/meldung/Freak-Attack-SSL-Verschluesselung-von-Millionen-Webseiten-angreifbar-2566444.html; 04.03.2015
[2]
Wie Geheimdienste Apple unterwandern wollen; Heise; Dennis Schirrmacher; http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wie-Geheimdienste-Apple-unterwandern-wollen-2572341.html; 10.03.2015
[3]
Crypto Wars – USA sauer wegen Chinas geplanter Hintertür-Vorschrift; Heise; Martin Holland; http://www.heise.de/newsticker/meldung/Crypto-Wars-USA-sauer-wegen-Chinas-geplanter-Hintertuer-Vorschrift-2563500.html; 02.03.2015