Verwunderung über demokratisches Verhalten in einer Demokratie

Ist es nicht absurd? Bei jeder Gelegenheit wird den Menschen erklärt, sie leben in einer Demokratie und die Macht ginge in einer solchen vom Volke aus, aber die eigentlichen Entscheidungen treffen dann immer wieder einzelne Menschen in Vertretung für alle und ohne Rücksprache mit der großen Masse der Menschen zu halten. So entscheiden Konzernführungen und deren Helfer, die Politiker, ständig über die Köpfe der Menschen in den Ländern hinweg und kaum jemand stört sich daran. Wenn dann aber bei einer Fragestellung doch einmal das gemeine Wahlvolk zu Wort kommen soll, wie es sich für eine Demokratie (in der wir ja angeblich leben) gehört, löst dies Verwunderung aus. Derzeit blicken die Politiker und Konzernführungen voller Verwunderung nach Griechenland. Dort soll doch tatsächlich die Bevölkerung in einem Referendum über das angedrohte Sparpaket entscheiden. Wie kann das denn sein? Seit wann hat darf der kleine Mensch von der Straße bei entscheidenden Fragen mitwirken?
Die Entscheidungen obliegen doch eigentlich der Obrigkeit, die ja sehr viel kompetenter ist und die Verantwortung tragen kann. Oder etwa nicht? Hm, mal überlegen. Die Eliten (die Konzernführungen und deren Lakaien, die Politiker) treffen eigentlich immer die Entscheidungen im Alleingang ohne das Volk zu fragen, schließlich haben nur sie den nötigen Sachverstand. So zumindest eine der Begründungen, dafür, dass eine kleine Gruppe im Namen aller Entscheidungen trifft. Doch was ist dabei herausgekommen? Eine Welt, in der immer schneller immer mehr produziert werden muss, auch wenn es niemand benötigt. Die Umwelt wird heutzutage schneller zerstört als jemals zuvor und eine sehr kleine Gruppe von Menschen wird immer reicher, während ein sehr großer Teil der Menschen immer ärmer wird. Lebewesen sind nur noch Waren und Kapitalanlagen. Gewalt und Kriege bestimmen in vielen Teilen der Erde den Alltag. Das weltweite Finanzsystem, die Grundlage des modernen Zusammenlebens, steht jeden Tag auf neue vor dem Zusammenbruch. Wohin man blickt, von Nachhaltigkeit ist trotz ständiger, gegenteiliger Beteuerungen keine Spur zu sehen.
Ungeachtet dessen sollen die gleichen Menschen, die bislang die Welt mit ihren Entscheidungen immer weiter in den Abgrund reißen die einzigen sein, denen man es zumutet, eine Lösung zu finden. Dabei sind gerades diese Menschen es, die der übrigen Bevölkerung vielversprechende Lösungen vorenthalten und verhindern, das gute Ansätze überhaupt zur Diskussion gestellt werden.
Die Eliten haben sich bislang bei jeder Gelegenheit Disqualifiziert und bewiesen, dass sie nicht geeignet sind, ein Umfeld zu schaffen, in dem alle Lebewesen friedlich nebeneinander existieren können. Sie können es entweder nicht, oder sie wollen es. Dennoch nehmen sie sich ganz selbstverständlich das Recht heraus, über andere hinweg zu entscheiden. Die Eliten sind in vielen Bereichen sind die Eliten nicht kompetenter, als so manch ein anderer Mensch. Wie auch? Konzernführungen haben nur ein beschränktes Wissen, dafür fast unbeschränkte eigene Interessen. Politiker wechseln von einem Amt zum nächsten und müssen sofort wichtige Entscheidungen treffen ohne sich zuvor in die Materie einarbeiten zu können. Da werden auch Verträge über hunderte oder tausende Seiten unterschrieben, ohne zuvor ein Blick in das Vertragswerk geworfen oder es gar verstanden zu haben. Zudem sind Politiker nicht selten eng mit globalen Konzernen verbandelt und dementsprechend voreingenommen.