Vegane Milch

Die Produktion von Fleisch, Milch und anderen Erzeugnissen tierischen Ursprungs ist mit einem hohen Ressourcen- und Energieverbrauch verbunden. Zudem müssen Krankheitserreger, die sich in der dichte Stallhaltung leicht ausbreiten, mit großen Mengen Antibiotika eingedämmt werden, was die Resistenzbildung der Erreger gegen die Medikamente fördert. Darüber hinaus sind die erheblichen Mengen an Gülle, die auf den Feldern „entsorgt“ werden, eine Gefahr für die Qualität des Grundwassers. Abgesehen davon ist die Tierhaltung (vor allem in der heutigen hocheffizienten auf maximalen Profit ausgerichtete) Tierhaltung mit enormen Stress, Qualen und einem gewaltsamen Tod für die Tiere verbunden.
Jede Möglichkeit, tierische Produkte durch vegane Produkte zu ersetzen, solle also besondere in einer modernen und fortschrittlichen Gesellschaft Beachtung finden und angestrebt und gefördert werden. Jeder mag dafür andere Gründe haben. Umweltschutz, Vermeidung von Leid oder auch die Erhaltung der eigenen Gesundheit spielen eine Rolle. Es mag einen Zeit gegeben haben, in der das Überleben der Menschheit vom Verzehr tierischer Produkte abhing. Mittlerweile ist es jedoch möglich, immer mehr Bestandteile des täglichen Speiseplanes auf tierfreie Zutaten umzustellen, ohne Mangelerscheinungen zu riskieren.
Viele Ersatzprodukte, wie etwa Mandel-, Hafer,- Soja- oder Reisdrinks anstelle von Milch, haben jedoch mitunter deutlich andere geschmackliche Eigenschaften und auch die Verwendungsmöglichkeiten unterscheiden sich. Aus diesen Gründen können viele vegane Produkte keinen vollwertigen Ersatz darstellen. Interessant wäre an dieser Stelle, die Bestandteile von beispielsweise Milch künstlich aus pflanzlichen Rohstoffen und Wasser zusammenzusetzen (andere Rohstoffe verwenden Tiere ja üblicherweise auch nicht), anstatt die Herstellung ineffizient durch Kühe oder Ziegen erledigen zu lassen. Ergebnis könnte mein Milchprodukt sein, dass vom „Original“ kaum zu unterscheiden ist. Darüber hinaus ließe sich die Zusammensetzung von Milch auf die Bedürfnisse von Menschen optimieren anstatt auf die Bedürfnisse von Kälbern. Die Anteile von Kohlenhydraten, Fetten, Eiweißen, Mineralstoffem oder Vitaminen ließe sich fein justieren und problematische Inhaltsstoffe, wie etwa Laktose, könnten möglicherweise ganz entfallen.
Da die Profiteure der etablierte industrielllen Tierhaltung naheliegenderweise kein Interesse an der Entwicklung von Herstellungsverfahren haben, welche ihr Einkommen in Gefahr bringt, wird es von dieser Seite kein Umdenken geben. Möglicherweise bringen kleine Startups wie die kalifornischen Firma Muufri (etwa: „Muh-frei“) Bewegung in den Markt. Davon ist jedoch nicht auszugehen, da sie nicht die finanziellen Möglichkeiten wie ein Großkonzern haben und bei sich abzeichnendem Erfolg werden die Großkonzerne ihre finanziellen Möglichkeiten einsetzen, die weitere Entwicklung zu behindern. Auch von Seiten der Politik ist keine Unterstützung zu erwarten. Auch wenn Politiker bei jeder Gelegenheit die Bedeutung des Umweltschutz es hervorheben, so zeigt das handeln der Politiker gewöhnlich sehr deutlich, dass der Umweltschutz nur dann eine Rolle spielt, wenn er sich mit wachsenden Profiten der Großkonzerne in Einklang bringen lässt. Sollte die Gefahr von Gewinnschmälerungen bestehen, ist für den Schutz der Umwelt und der Ressourcen kein Spielraum mehr vorhanden.