Todesbescheinigung als Grundlage für Todesursachenstatistik

Wenn jemand stirbt, dann ist es in fortschrittlichen zivilisierten Ländern üblich, den Tod durch einen Arzt feststellen zu lassen. Dieser füllt dann auch eine Todesbescheinigung aus, in welcher die Todesursache angegeben wird. Dies dient als Grundlage für die Todesursachenstatistik ist die elementare Grundlage zur Ermittlung wichtiger Gesundheitsindikatoren wie Sterbeziffern, verlorene Lebensjahre und vermeidbare Sterbefälle.
Wenn man sich etwas näher mit der Thematik befasst, wird man feststellen, dass es in vielen Fälle aber nicht so einfach ist, eine Todesursache einzutragen. Oft gibt es eine Kette an Ereignissen, die von einem Grundleiden über die unmittelbare Todesursache zum Tod führen. Diese Kausalkette sollte dann in der Bescheinigung möglichst genau abgebildet werden. Zudem können auch mehrere potentiell tödliche Grundleiden vorhanden sein.
Wenn jemand mit seinem Fahrzeug einen tödlichen Unfall hat, könnte er einfach am Steuer eingeschlafen sein und die Verletzungen des Unfalls führten zum Tod. Er könnte jedoch auch einen tödlichen Herzinfarkt gehabt haben, welcher dann zum Unfall führte.
Um aussagekräftige Statistiken zu erhalten, die als Grundlage für Handlungsempfehlungen und Strategien zum Beispiel für die epidemiologische Forschung, den Bereich Prävention und die Gesundheitspolitik dienen können, müssen die Ärzte beim Erfassen der Ursachen sehr sorgfältig und gewissenhaft arbeiten.

Nachdem sich nun eine durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursachte Viruserkrankung ausbreitet und durch die Schutzmaßnahmen die Wirtschaft weltweit zum Erliegen kommt, wäre es zu erwarten, dass in Anbetracht der Tragweite der Maßnahmen (Restaurantschließungen, Ausgangssperren, Reiseverbote, Arbeitsplatzverluste, …) die Statistiken besonders sorgfältig geführt werden. Es muss also zwingen unterschieden werden

  • welche infizierten Patienten ohne erkennbare Vorerkrankungen direkt an dem Virus gestorben sind,
  • welche infizierten Patienten Vorerkrankungen hatten, die durch die höhere Belastung zum Tode führten,
  • welche infizierten Patienten ohne Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind.

Dementsprechend sollte man aufmerksam werden, wenn nun Angelo Borelli, Leiter der italienischen Zivilschutzbehörde in der Tagesschau mit folgender Aussage zitiert wird:

Ich möchte aber nochmal darauf hinweisen, dass wir alle Verstorbenen zählen, dass wir nicht unterscheiden zwischen Corona-Infizierten, die gestorben sind und denen, die wegen des Corona-Virus gestorben sind.

Angelo Borelli, der Leiter der italienischen Zivilschutzbehörde in der Tageschau vom 21.03.2020

Wie bei den mit Zwangsgebühren bezahlten öffentlich-rechtlichen Sendern nicht anders zu erwarten ist, wird diese denkwürdige Aussage nicht weiter hinterfragt. Genau dies sollte man aber tun. Bedenkt man, dass von den Statistiken durchaus die Zukunft der Menschheit abhängt, grenzt eine solch schlampige Arbeit es an eine völlige Verantwortungslosigkeit!
Um das obige Beispiel noch einmal aufzugreifen: Wenn bei dem Autofahrer, der wegen eines Herzschlages einen tödlichen Unfall hatte auch nur eine leichte Infektion mit Corona-Viren festgestellt werden kann (was sehr wahrscheinlich ist, da diese Viren schon sehr lange verbreitet sind), dann würde er in Italien gemäß der Logik der italienischen Zivilschutzbehörde als „Corona-Toter“ in die Statistik eingehen.
Denkt man dies weiter, würde es bedeuten, dass irgendwann, wenn ein Großteil der Bevölkerung durchseucht ist und möglicherweise sogar ohne nennenswerte Krankheitssymptome Resistenzen bildet, nahezu jeder Todesfall als Corona-Todesfall zählt, selbst wenn er mit diesem Virus nichts zu tun hat. Jeder Unfalltote, jeder Tote durch eine Gehirnschlag und jeder, der an Altersschwäche gestorben ist, würde den Eindruck erwecken, es ist wieder ein Mensch der Corona-Infektion zum Opfer gefallen. Wie soll es bei solch unpräzisen Statistiken möglich sein, ein realistisches Bild der Gefahren zu erhalten und dementsprechend sinnvolle Handlungsstrategien abzuleiten?


Weiterführende Informationen:

Coronavirus-Monitor
Die 4 Sterbenstypen: Wertvolle Hilfe für den Totenschein
Totenschein: Daten für eine bessere Statistik
Die ärztliche Leichenschau: Häufige Fallstricke
Die Leichenschau: Fallstricke und Irrtümer
Todesursachen – Beispiele und wichtige Aspekte
Todesursache zur Übermittlung an die Bundesanstalt Statistik Österreich
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