Teurer Strom

Solarstrom ist teuer

Die Nutzung erneuerbarer Energiequellen hat in den letzten Jahren einen wahren Boom erlebt. Das mag der Umwelt und dem Wohl der Menschheit dienlich sein, führt aber zu erheblichen Nachteilen bei denen, die von der Stromproduktion durch radioaktives Material profitieren. Diese schauen natürlich nicht tatenlos zu, wie ihnen das Wasser abgegraben wird und holen zum Gegenschlag aus.
Nachdem die Bundesregierung den Ausstieg aus dem Atomausstieg beschlossen hat und die Laufzeiten der Kernkraftwerke je nach Alter um durchschnittlich 12 Jahre verlängerte, schrieb die Welt am 15. Oktober 2010:

Solar-Ausbau macht Strom drastisch teurer
[..]
Auf die Stromkunden kommen deutlich höhere Kosten für die Förderung erneuerbarer Energien zu. Die sogenannte EEG-Umlage, mit der jeder Verbraucher über seine Stromrechnung den Ausbau der Erneuerbaren bezahlt, steigt 2011 von rund 2,05 Cent auf 3,5 Cent/Kilowattstunde. Verbraucherschützer erwarten, dass die steigenden Ökostrom-Kosten in Form einer rund achtprozentigen Strompreis-Erhöhung auf die Endverbraucher durchschlagen werden. Die Stromrechnung eines Durchschnittshaushalts könnte um fünf Euro pro Monat (60 Euro pro Jahr) steigen.[1]

Der Artikel suggeriert dem Leser sehr direkt, dass Strom aus regenerativen Energiequellen sehr teuer ist und immer teurer wird. Die Welt weiß auch zu berichten, dass vor allem der rasante Ausbau der Solarenergie für die hohen Kosten verantwortlich ist. Entkommen kann der Verbraucher den höheren Kosten nicht:

Die Stromkunden können den steigenden Preisen durch die höhere EEG-Umlage kaum entkommen. Die EEG-Umlage ist bei allen Stromanbietern gleich hoch, egal, wie viel Strom sie aus erneuerbaren Energien beziehen.[1]

Natürlich werden auch gleich die Forderungen laut, die Förderungen für Solarenergie als großer Kostenverursacher zu kürzen:

Verbraucherschützer Krawinkel forderte eine weitere Kürzung der Solarstrom-Förderung. „Die Förderung steht hier in keinem Verhältnis zum Nutzen“, sagte Krawinkel. „Dies wird zum Akzeptanz-Problem für erneuerbare Energien insgesamt.[1]


Atomstrom ist billig … oder vielleicht doch nicht?

Aber glücklicherweise wurde ja kürzlich die Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke beschlossen, so dass der Verbraucher nicht auf teure Energie aus regenerative Energiequellen angewiesen ist, sondern billigen Atomstrom beziehen kann.

Beim ersten Blick auf die Stromrechnung mag es so erscheinen, als sei Strom aus den Kernkraftwerken konkurrenzlos billig und wie jeder – der nicht richtig informiert ist – weiß, ist Atomstrom auch noch sicher und unproblematisch. Ja, auf der Stromrechnung mag es so erscheinen, als wäre der Strom billig. Was aber weniger bekannt ist, ist die Tatsache, dass Atomenergie zu einem großen Teil durch staatliche Fördermittel, also über Steuern, finanziert wird und nicht über die Stromrechnung. Der Betrag, der auf der Stromrechnung auftaucht ist eher als Nebelkerze zu sehen, welche die die wahren Kosten effektiv verschleiert.

Seit 1950 kostet die Atomenergie in Deutschland die Bürgerinnen und Bürger mindestens 204 Milliarden Euro – nicht über den individuellen Stromverbrauch, sondern an staatlichen Fördermitteln. Das geht aus einer Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag von Greenpeace hervor. Selbst ohne die geplante Laufzeitverlängerung kommen demnach in den kommenden Jahren noch weitere 100 Milliarden Euro dazu.
Den Berechnungen zufolge wird jede Kilowattstunde Atomstrom durch staatliche Regelungen mit 4,3 Cent subventioniert. Eine Goldgrube für die großen Energieversorger, für die Volkswirtschaft bedeuten die Subventionen horrende Kosten. Die Erneuerbaren Energien erhalten über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) deutlich weniger Förderung.[2]


Rechnen wir einmal nach:

Die Kosten für erneuerbare Energien werden 2011 voraussichtlich von rund 2,05 Cent auf 3,5 Cent /Kilowattstunde steigen, also um 1,45 Cent. Laut der Zeitung Die Welt hat das eine Erhöhung der Stromkosten eines Durchschnittshaushaltes von 5 Euro/Monat, bzw. 60 Euro/Jahr zur Folge.

Wenn Mehrkosten von 1,45 Cent/Kilowattstunde mit zusätzlichen 5 Euro/Monat zu Buche schlagen, dann bedeuten Mehrkosten von 1 Cent/Kilowattstunde eine um 3,45 Euro/Monat höhere Stromrechnung. Damit lässt sich leichter rechnen. Für jeden Cent, der pro Kilowattstunde an Subventionen fließt, muss der Durchschnittshaushalt am Ende vom Monat 3,45 Euro bezahlen.

Bei den geschätzten Subventionen für Solarenergie ab 2011 von 3,5 Cent/Kilowattstunde, sind also insgesamt 3,45 Euro/Monat * 3,5 Cent/Kilowattstunde, also 12,08 Euro/Monat an Subventionen zu leisten.

Die versteckten Subventionen für Atomernergie liegen bei 4,3 Cent/Kilowattstunde. Also verursacht Atomstrom Zusatzkosten von 3,45 Euro/Monat * 4,3 Cent/Kilowattstunde. Das macht 14,84 Euro/Monat, bzw. 178,08 Euro/Jahr. Würde man auf Atomenergie verzichten und könnte sogar die Kosten, den der eingelagerte Atommüll verursacht wegzaubern, müsste der Durchschnittshaushalt 14,84 Euro/Monat weniger zahlen. Ersetzt man nun die fehlende Strommenge durch die Stromproduktion aus regenerativen Energiequellen, kommen wieder 12,08 Euro/Monat hinzu. Es bleibt also immer noch eine Ersparnis von 2,76 Euro/Monat, bzw. 33,12 Euro/Jahr.

Ohne Atomstrom würde der Strom somit sogar billiger werden.


Literaturverzeichnis:
[1]
Solar-Ausbau macht Strom drastisch teurer; Daniel Wetzel; http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article10308134/Solar-Ausbau-macht-Strom-drastisch-teurer.html; 15.10.2010
[2]
Atomindustrie mit über 200 Milliarden Euro subventioniert; Jan Almstedt; http://www.spd.de/aktuelles/News/5084/20101013_atomindustrie_mit_milliarden_subventioniert.html; 13.10.2010