Atlas der Globalisierung – Weniger wird mehr

Atlas der Globalisierung – Weniger wird mehr
Verfolgt man die Medienberichte, könnte man den Eindruck gewinnen, dass es selbstverständlich ist, dass die Wirtschaft grenzenlos wächst. Auch wenn Kinder schon in der Grundschule lernen, dass wir mit den Ressourcen sparsam umgehen und die Natur schonen sollen, vermitteln Berichte über große Konzerne ein gänzlich anderes Bild. Es wird gejubelt, wenn Absatz und Gewinne steigen. Stagniert der Umsatz jedoch einmal oder geht er gar etwas zurück, brechen sofort die Börsenkurse ein, weil die Investoren eigentlich auch dieses Jahr wieder mit einem Wachstum rechneten. Firmensprecher und Vorstände sind dann bemüht zu versichern, dass es sich lediglich um eine kleine Delle handelt und im nächsten Jahr ganz gewiss wieder mit einem kräftigen Wachstum zu rechnen ist.
Doch niemand stellt die Frage, die man eigentlich schon in der Grundschule kennen lernt: Wie soll es möglich sein, immer mehr Energie und Ressourcen zu verbrauchen, um das Wachstum voranzutreiben, wenn der Vorrat doch begrenzt ist? Und vor allem: Wieso benötigen wir überhaupt ständig mehr Wachstum? Wir benötigen doch nicht jeden Tag mehr Smartphones, mehr Autos, mehr Häuser und mehr Essen als an den Tagen zuvor, um zu überleben.
Die Antwort ist in der Funktionsweise des Geldsystems zu finden. Der Zins als Umlaufsicherung hat zur Folge, dass Stillstand automatisch ein Rückschritt bedeutet. Die Geldmenge muss ständig ausgeweitet werden, um die Zinsen für alte Kredite bezahlen zu können. Die Folgen sind fatal.
Natürlich kann es so nicht endlos weitergehen. Doch im heutigen System ist ein Leben ohne Wachstum, Verschwendung und Umweltzerstörung nicht vorgesehen. Die Ausgabe LE MONDE diplomatique „Atlas der Globalisierung – Weniger wird mehr“ beschäftigt sich mit den Folgen des grenzenlosen Wachstumszwanges und stellt Überlegungen an, wie das Leben in einer Postwachstumsgesellschaft aussehen könnte. Auf die Kernproblematik des fatalen zinsbasierten Geldsystems und Alternativen dazu, wird jedoch leider nicht eingegangen.


Titel: Atlas der Globalisierung
Untertitel: Weniger wird mehr
Verlag: TAZ, LE MONDE diplomatique
Veröffentlichung: 28.07.2015
Sprache: Deutsch
Seiten: 173
ISBN-13: 978-3-937683-57-7
Preis: 16,00 Euro

E-Fahrzeuge – mit mächtig PS unter der Haube, versteht sich

Die Autobranche bereitet sich vor auf den Wandel hin zur Elektromobilität. Auch der Stuttgarter Sport- und Geländewagen-Hersteller Porsche will vorn dabei sein – mit mächtig PS unter der Haube, versteht sich.[1]

Quelle: Heise

Elektrofahrzeuge werden mit der Begründung forciert, dass sie weniger schädlich für die Umwelt sind, als herkömmliche Fahrzeuge. Wenn es um den Umweltschutz ginge, stünden aber kein schnellen Hochleistungsboliden zur Diskussion, sondern leichte Kleinfahrzeuge für den Alltag. Schnelle Fahrzeuge und SUVs, wie sie von der Industrie gerne als Vorzeige-Elektrovarianten präsentiert werden, müssen stabil gebaut sein und werden dadurch natürlich schwer, was aufgrund des Gewichtes zu einem höheren Energieverbrauch führt. Dabei kann oder darf auf den Straßen in den dicht besiedelten Industrieländern nur selten schnell gefahren werden. Die verfügbare Leistung und die damit einhergehenden schädlichen Auswirkungen sind somit meistens überflüssig. Gebaut und beworben werden diese hochpreisigen Fahrzeuge – auch mit Elektroantrieb – dennoch. Umweltschutz spielt offensichtlich keine große Rolle.
Eine aktuell in der Politik diskutierte Kaufprämie, die von der Allgemeinheit bezahlt werden soll, würde also hauptsächlich dazu dienen, den Reichen ihre verschwenderischen Angeber-Fahrzeuge zu subventionieren auf Kosten derer, die Tag für Tag mit einem kleinen Wagen zur Arbeit fahren müssen und mit Abgaben auf den Spritpreis die teuren Elektrofahrzeuge subventionieren sollen. Besonders unschön ist es, dass vermutlich nicht nur kleine Elektrofahrzeuge für den Alltag von einer solchen Subvention profitieren werden, sondern eben auch die unnötig großen und schweren Elektrofahrzeuge mit mächtig PS unter der Haube.
E-Fahrzeuge – mit mächtig PS unter der Haube, versteht sich weiterlesen

Das nächste Geld

Das nächste Geld
Wenn Banken einen Kredit vergeben, schöpfen sie das dafür notwendige Geld zum Zeitpunkt der Kreditvergabe. Die Geldmenge steigt an. Wenn der Kredit nach einiger Zeit wieder getilgt wird, wird das Geld wieder dem Kreislauf entzogen und die Geldmenge sinkt. Allerdings muss üblicherweise nicht nur das geliehene Geld zurück gezahlt werden. Zusätzlich sind auch Zinsen zu bezahlen. Das Geld für die Zinsen wurde bei der Kreditvergabe nicht geschöpft und existiert somit nicht. Die Forderungen der Banken sind also zu jedem Zeitpunkt höher, als die verfügbaren Vermögen. Somit ist es nicht möglich, alle Schulden zu begleichen. Wie Christoph Pfluger in seinem Buch „Das nächste Geld“ anschaulich erläutert, gibt es nun zwei Wege. Eine lange und eine kurze Sackgasse.
Die kurze Sackgasse: Der Kreditnehmer verdient sich das Geld von den übrigen Wirtschaftssubjekten, die dadurch um den entsprechenden Betrag ärmer werden. Da ihr Geld jedoch ebenfalls auf Kredit basiert, werden sie gezwungen, entsprechend mehr zu verdienen. Entsteht dieses zusätzliche Geld nicht (durch neue Kreditvergabe mit entsprechender Verschuldung), ist das Ende der kurzen Sackgasse bald erreicht.
Die lange Sackgasse: Die Bank vergibt einen weiteren Kredit an einen Wirtschaftsteilnehmer und damit ist das Geld nun vorhanden, damit es der erste Kreditnehmer nutzen kann, um seine Zinsschulden zurückzubezahlen. Natürlich hat dann der zweite Kreditnehmer ein Problem und es ist nicht kleiner geworden, denn irgendwann muss ja auch der zweite Kreditnehmer seinen Kredit samt Zinsen zurückbezahlen. Das Geld ist aus dem großen Topf aber bereits wieder verschwunden, als der erste Kreditnehmer seine Schulden beglichen hat. Beim Weg der „langen Sackgasse“ sieht die Lösung nun so aus, dass die Banken einfach noch einen weiteren Kredit an einen Wirtschaftsteilnehmer vergeben, wodurch die vorhandene Geldmenge im großen Volkswirtschaftlichen Topf wieder steigt, so dass das nötige Geld für die Rückzahlung der zuvor bestehenden Schulden im System vorhanden ist. Und dann muss noch ein Kredit vergeben werden und noch einer und so weiter. Es besteht also ein Zwang zur ständig wachsenden Verschuldung.
Die zweite Sackgasse lässt sich noch ein wenig verlängern: man lässt einige Schulden einfach stehen und erzwingt nicht die Rückzahlung der Kreditsumme. So müssen die Schuldner immer nur das Geld für die Zinsen aufbringen. Kurzfristig gesehen ist die Last dann natürlich geringer. Langfristig bedeutet dies aber auch, dass natürlich so lange Zinsen bezahlt werden müssen, wie der Kredit besteht. Dadurch können die Zinslasten leicht auf ein Vielfaches der eigentlichen Kreditsumme anwachsen und theoretisch sogar unendlich hoch werden.
Dass ein solches Geldsystem, welches grenzenloses exponentielles Wachstum mit grenzenlos wachsendem Ressourcenverbrauch und der damit ein hergehenden Zerstörung der Umwelt erzwingt und die Menschen in einen ständigen zerstörerischen Wettbewerb zwingt, nicht die Grundlage für eine friedliche Gesellschaft sein kann, dürfte einleuchten. Christoph Pfluger beschreibt die Problematik sehr verständlich und stellt Überlegungen an, wie das Geldsystem beschaffen sein müsste, damit es nicht die fatalen Wirkungen hat, wie wir sie immer stärker erleben.


Titel: Das nächste Geld
Untertitel: Die zehn Fallgruben des Geldsystems und wie wir sie überwinden
Autor: Christoph Pfluger
Verlag: edition ZE!TPUNKT
Veröffentlichung: 24.08.2015
Sprache: Deutsch
Seiten: 246
ISBN-13: 978-3-9523955-3-0
Preis: 21,00 Euro

Illusion der schwarzen Null

„Die schwarze Null“ ist ein Werbeslogan der CDU mit der sie betonen möchte, dass im Jahr 2015 im Bundeshaushalt erstmals seit 1969 keine neuen Schulden aufgenommen wurden. Und dies soll möglichst auch in den nächsten Jahren so bleiben. Aufgrund des Zinseszinssystemes, das ein ständiges exponentielles Wachstum erfordert, um durch die Vergabe von Krediten das Geld für die Zinsen zu erschaffen (ja, bei der Kreditvergabe durch Banken entsteht neues Geld; Stichwort „Geldschöpfung“), kann es jedoch für die Gesellschaft im Gesamten und auf Dauer natürlich nicht möglich sein, ohne die Anhäufung neuer Schulden auszukommen (die [Zins-]Gewinne des einen sind die Schulden des anderen). Wenn sich „der Bund“ nicht verschuldet, dann muss es jemand anderes sein, der den schwarzen Peter hat. Privatpersonen oder Firmen etwa. Am Ende muss also immer der Konsument und Steuerzahler, also der normale arbeitende Bürger für die Kosten dieses irrsinnigen Finanzsystems aufkommen und sich mindestens in dem Maße verschulden, wie die Zins- und Zinseszinsgewinne für die Banken und Kapitaleigner wachsen.
Seitens der Politik wird nur die „schwarze Null“ im Bundeshaushalt beworben, aber mit keinem Wort erwähnt, über welchen Weg die Bürger stattdessen verschuldet werden. Es wird nichteinmal erwähnt, dass die Schulden überhaupt wachsen müssen und stattdessen wird suggeriert, dass keine neuen Schulden mehr hinzukommen.
Illusion der schwarzen Null weiterlesen

Unnötige Energieverschwendung bei Kühlregale im Einzelhandel

Die Kühlung stellt im Lebensmitteleinzelhandel mit 41 % den größten Energieverbraucher dar, wie das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft am 13. März 2013 als Antwort zu einer Anfrage der Abgeordneten Rosa Grünstein von der SPD schreibt. Der Energieverbrauch zur Kühlung wiederum teilt sich auf in 42 % Normalkühlung, 31 % Tiefkühlung, 6 % Obst und Gemüse, 10 % Bedientheken, 11 % sonstiges und non-food-Bereich.

Erschreckend ist, dass viele Kühlregale in den Läden nicht geschlossen sind und somit unnötig viel Energie verschwendet wird. Die Einzelhändler befürchten wohl Umsatzverluste, wenn sich die Kunden nicht schnell und bequem bedienen können. Zu Hause würde aber bestimmt niemand auf die Idee kommen, den Kühlschrank Tag und Nacht einfach offen zu lassen, um leichter an die Butter zu kommen.
Während aber Glühlampen nicht mehr verkauft werden dürfen, weil sie nicht effizient genug sind, gibt es offensichtlich keine Regeln, nach denen die Händler verpflichtet wären, auf energiesparendere Techniken bei den Kühleinrichtungen zurückzugreifen. Dabei könnte in diesem Bereich viel Energie gespart werden, ohne dass die Lebensqualität der Menschen eingeschränkt wäre, schließlich können die Kunden alle Produkte auch dann kaufen, wenn die Kühlregale mit Türen versehen sind.
Nun macht es nicht unbedingt Sinn, ein funktionierendes offenes Kühlregal auszutauschen, nur um eines mit Türen zu erwerben. Der Ressourcenverbrauch für Herstellung neuer Geräte, Transport und Entsorgung der alten Kühlregale würde möglicherweise schwerer wiegen, als die Energieeinsparung. Spätestens aber, wenn ein Kühlregal ohnehin ausgetauscht wird, sollte ein neues eingebaut werden, welches Türen besitzt.
Unnötige Energieverschwendung bei Kühlregale im Einzelhandel weiterlesen

Was sollen die auch sonst machen außer kaufen?

Es ist mir ein Anliegen zu vermitteln, dass es ein Widerspruch ist, auf der einen Seite ein Finanz- und Wirtschaftssystem zu akzeptieren, das aufgrund der eingebauten Zinseszinsfunktion zu einem grenzenlosen exponentiellen Wachstum mit dem damit einhergehenden Ressourcenverbrauch und der Zerstörung der Umwelt führt, während auf der anderen Seite über eben diese Zerstörung der Umwelt lamentiert wird. Sehr schön hat diesen Widerspruch ein Leser beim Zeitschriftenverlag Heise im Forum zum Ausdruck gebracht:

Was sollen die auch sonst machen außer kaufen?

In einer Gesellschaft, der es an geistigen Werten immer mehr fehlt, bleibt doch nichts anderes übrig, als seine Sinne mit Kaufen von irgendwelchem Krempel zu betäuben.

Und damit meine ich nicht nur die USA, sondern alle, die den neuen Gott Mammon anbeten, ohne sich dessen bewußt zu sein.

Die Religion heißt Kapitalismus und das Stundengebet:

Kaufen, Kaufen,Kaufen.
Wachstum, Wachstum, Wachstum.

Auf der nächsten Klimakonferenz wird dann wieder gezetert, daß Umweltschutz nicht geht, ohne der Wirtschaft zu schaden.

Quelle: Metronomicon; Heise-Forum: Was sollen die auch sonst machen außer kaufen?
Was sollen die auch sonst machen außer kaufen? weiterlesen

Krieg und Terror kehren zurück nach Europa

Auf die Aussage, dass wir seit 70 Jahren in Frieden leben und die Politik, die dies ermöglicht somit gut sein muss, gab ich zu bedenken, dass wir nur scheinbar in Frieden leben. Vielmehr leben wir in einem System, dass auf Ausbeutung aufbaut und Zerstörung und Gewalt zu Folge hat. Wir leben nicht in Frieden, sondern im Krieg. Dank der Globalisierung ist der Krieg derzeit lediglich ausgelagert.
Bürgerkrieg in Syrien, Terror im Irak, Krieg in Afghanistan, Nahostkonflikt, Bürgerkrieg in Libyen, Bürgerkrieg in Somalia und unzählige weitere Konflikte gehören für viele Menschen auf der Welt zum Alltag. Mitteleuropa ist lediglich eine Insel der Glücksseligkeit im Meer der Gewalt. Dies kann sich jederzeit ändern, gab ich bereits vor einigen Jahren zu bedenken. Mittlerweile ändert sich die Situation tatsächlich. Fürchterliche Terroranschläge mitten in Europa waren vor zwanzig Jahren noch völlig unvorstellbar. Mittlerweile haben wir den dritten großen Terrorangriff in Frankreich erlebt. Noch sind wir in Anbetracht des Schreckens überrascht aber bald werden solche Anschläge möglicherweise zum Alltag gehören.
Krieg und Terror kehren zurück nach Europa weiterlesen

Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität

Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität
Naturheilkundliche Ansätze, wie Akupunktur oder Homöopathie zur Behandlung von Krankheiten, werden häufig belächelt und als unwissenschaftlich abgetan. Bei Krankheiten wird üblicherweise geraten, eine schulmedizinische Behandlung durchzuführen und suggeriert, hier würde (abgesehen von wenigen negativen Ausnahmen) nach streng wissenschaftliche Kriterien und neuesten Erkenntnissen gehandelt und behandelt werden.
Wie wenig seriös und wissenschaftlich die Schulmedizin aber tatsächlich ist, wird beim Lesen des Buche „Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität“ von Peter C. Gøtzsche sehr deutlich. Der Autor zeigt anhand unzähliger Beispiele auf, wie korrupt und kriminell Pharmaunternehmen, Behörden und Politiker vorgehen, um ihre Produkte auf den Markt zu bringen. Dabei handelt es sich offensichtlich nicht um unrühmliche negative Ausnahmen, sondern um ein weltweit verbreitetes System. Mitunter werden neue Medikamente extrem teuer verkauft, obwohl durchgeführte Studien zeigen, dass die Medikamente nicht besser wirken, als ältere Präparate, dafür aber mehr Nebenwirkungen haben. Wenn es dem Gewinn dient, nehmen die Verantwortlichen bei den Konzernen gleichgültig hin, dass ihre Produkte hunderttausende Menschen töten. Mit rechtlichen Konsequenzen müssen sie in der Regeln nicht rechnen.
Damit Patienten Medikamente einnehmen, die nicht besser wirken, als die bisher verwendeten Medikamente, dafür aber mehr und gefährlichere Nebenwirkungen haben und zudem auch noch deutlich mehr Geld für die neuen Mittel bezahlen, bedarf es überaus krimineller Strukturen und Vertriebswege.
Beim Lesen des Buches wird schnell deutlich, dass es in der Medizinindustrie sicher nicht um das Wohl der Patienten geht und die so sehr gelobten wissenschaftlichen Untersuchungen und Tests sind häufig eine Farce. Ein Blick in eine Glaskugel scheint mehr Aussagekraft über ein Medikament zu haben, als die gefälschten Ergebnisse in den Veröffentlichungen der Konzerne. So werden nachträglich Zieldefinitionen an die Testresultate angepasst und es werden an den Nebenwirkungen gestorbene Patienten als Betriebsgeheimnis bewertet und aus den Statistiken gelöscht. Veröffentlicht werden nur die Ergebnisse, welche für den Verkauf förderlich sind. Ärzte werden belogen, bestochen oder gar bedroht. Das Verhalten der Konzerne erinnert stark an die Machenschaften in der organisierten Kriminalität.
Möchte man solchen skrupellosen Verantwortlichen wirklich seine Gesundheit oder gar sein Leben anvertrauen?


Titel: Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität
Untertitel: Wie die Pharmaindustrie das Gesundheitswesen korrumpiert
Autor: Peter C. Gøtzsche
Verlag: riva
Veröffentlichung: 14.11.2014
Sprache: Deutsch
Seiten: 512
ISBN-13: 978-3-86883-438-3
Preis: 24,99 Euro

Der Schweizer Journalist und Verleger Christoph Pfluger über den systemischen Wahnsinn des Geldsystems

Mit legalen und demokratischen Methoden sei das globale Finanzsystem nicht mehr zu retten. Zu diesem Schluss kommt Christoph Pfluger in seinem soeben erschienenen Buch „Das nächste Geld – die zehn Fallgruben des Geldsystems und wie wir sie überwinden“. Die primäre Ursache ortet der Autor, der seit mehr als 25 Jahren über Geldfragen schreibt, in der Geldschöpfung durch die privaten Banken. Wenn sie einen Kredit verleihen, entsteht neben einem gleich bleibenden Guthaben nämlich auch eine Forderung, die mit dem Zins über die Zeit wächst.

Diese seit Jahrhunderten wirkende Asymmetrie ist die Ursache einer ganzen Reihe unerwünschter Entwicklungen mit Umverteilungen und Konflikten, die das globale Finanzsystem heute an die Grenze der Belastbarkeit gebracht haben. Sie ist auch der Grund, warum die weltweiten Geldschulden rund viermal größer sind als die kumulierte Geldmenge aller Volkswirtschaften.

Nach Ansicht des Autors befindet sich die Welt bereits in einem Zustand der Konkursverschleppung, in dem Vermögenswerte beschleunigt und unter Umgehung legaler und demokratischer Wege verschoben werden, und deren Fortentwicklung die Bürger inzwischen mit der Entscheidung konfrontiere: Diktatur oder Neubeginn.

Das aufschlussreiche Interview kann bei Telepolis nachgelesen werden: „Unser Geldsystem als ein kolossales Betrugs- und Irrtumssystem“

Wenn humanoide Roboter für uns arbeiten würden …

Ein großer Teil der Dinge, welche Menschen im Laufe der Menschheitsgeschichte erfunden und entwickelt haben, diente und dient dazu, das Leben zu vereinfachen und die zum überleben notwendige Arbeit zu reduzieren. Die gewonnene Freizeit wurde jedoch wiederum hauptsächlich genutzt, um … Arbeit zu verrichten. Arbeit, die dazu dient, die Lebensqualität immer weiter zu verbessern und den Wohlstand zu erhöhen und vor allem dient die Arbeit dazu, um Zins und Zinseszinsen zu erwirtschaften, ohne die das zinsbasierte Finanzsystem zusammenbrechen würde. Im Endeffekt reduzierte sich deshalb die zu leistende Arbeitszeit kaum.
Wenn humanoide Roboter für uns arbeiten würden … weiterlesen

Axel Retz – offener Brief an Politiker und Medien

Axel Retz ist Journalist und mit mehr als 25 Jahren Berufsausübung das, was man „altgedient“ nennt – und nicht unbekannt. Er ist Autor wöchentlicher Kolumnen für Finanzseiten, Börse und Wirtschaftsmedien. Er betreibt zwei unabhängige, werbungsfreie Börsenwebseiten: private-profits.de und moneyversum.de. Seinem „offenen Brief“ an Politiker und Personen der Öffentlichkeit nach zu urteilen, hat er das Herz auf dem rechten Fleck und das Selbst-Denken nicht verlernt. Ein lesenswerter offener Brief – auf den er aber entgegen seinen Hoffnungen keine Antwort erhalten wird.

Weiterlesen: Axel Retz – offener Brief an Politiker und Medien

Bill Gates: Hunger kann in 15 Jahren besiegt sein

Die Menschheit hat nach Ansicht von Microsoft-Gründer und Philanthrop Bill Gates gute Chancen, in den nächsten 15 Jahren den Hunger zu besiegen.[1] So ist es derzeit in den Nachrichten zu lesen.
Welch Ironie. Essen und Trinken gibt es bereits jetzt schon im Überfluss. Es sit nur sehr ungleichmäßig verteilt. Während die Menschen in den westlichen Industriestaaten Unmengen an Nahrungsmitteln wegwerfen oder dadurch verschwenden, dass sie große Mengen an planzlicher Nahrung in Tiere stopfen um anschließend einen Bruchteil der Nahrungsmenge in Form von Fleisch zu erhalten, verhungern die Menschen in anderen Teilen der Welt. Die Verteilung der vorhandenen Lebensmittel richtet sich vor allem nach der Verteilung der Geldvermögen. Wo viel Geld ist, ist auch viel Essen. Regionale und klimatische Bedingungen spielen natürlich auch eine Rolle. In einer Steinwüste wächst naheliegenderweise nicht viel. Aber auf der anderen Seite wachsen hierzulande auch keine Bananen und dennoch sind die Supermarktregale voller Bananen. Und in einem Luxushotel in der arabischen Wüste wird auch niemand hungern, obwohl Lebensmittel in der Region nur schlecht angebaut werden können.
Bill Gates: Hunger kann in 15 Jahren besiegt sein weiterlesen

Arbeiten für den Luxus

Es ist ein interessantes Paradoxon. Aufgrund von Zins und Zinseszins werden die reichen Menschen automatisch immer reicher, da ihr Vermögen durch Zinseinnahmen ständig wächst. Das Geld für die Zinsen ist jedoch nicht einfach vorhanden, sondern muss von den Banken in Form von Krediten geschöpft werden. Eine Bank vergibt natürlich keine Kredite ohne handfeste Gegenwerte. Diese Sicherheiten müssen naheliegenderweise erwirtschaftet werden. Aus diesem Grund muss die arbeitende Bevölkerung einen großen Teil ihrer Arbeitszeit damit verbringen, die Sicherheiten für die Kredite zu erwirtschften, mit denen die Zinsen der superreichen Menschen bedient werden.
Die Arbeit für Zins und Zinseszins dient den arbeitenden Menschen nicht zum Leben, da das Geld an die wohlahbenden Menschen abfließt, die ohnehin schon viel mehr Geld besitzen, als sie zum Leben benötigen. Folglich ist diese Arbeit eigentlich völlig unnötig. Dennoch muss für diese unnötige Arbeit sehr viel Energie aufgewendet werden. Die arbeitenden Menschen müssen morgens zum Arbeitsplatz kommen und Abends wieder zurück. Es werden Büro- und Werkräume im Winter beheizt und im Sommer gekühlt. Die Gewinung der Rohstoffe und die Verrichtung der Arbeit benötig ebenfalls Energie. Kurzum: wir verschwenden unvorstellbare Mengen an Energie und Rohstoffe, um arbeiten zu verrichten, die nur dazu dienen, das Vermögen der Supperreichen noch weiter zu mehren. Ohne diesen Irrsinn könnten drei oder vier Arbeitstage anstatt fünf und mehr Arbeitstage pro Woche genügen, um alle Güter herzustellen, die wir zum Leben benötigen. Somit könnte jeder Arbeitnehmer jede Woche die Energie einsparen, die für mindestens eine Fahrt zum Arbeitsplatz und zurück benötigt wird. Zusätzlich würde natürlich die Energie eingespart, die bei der eigentlichen Arbeit benötigt wird.
Arbeiten für den Luxus weiterlesen

Eine Bahnfahrt, die ist teuer, eine Bahnfahrt, die ist …

… kompliziert!

Wenn man die Werbung der Deutschen Bahn betrachtet, dann scheint eine Bahnfahrt super einfach, besonders flexibel und zudem auch noch günstig zu sein. So ganz stimmt der Eindruck dann aber wohl doch nicht, denn in der Praxis ist Bahnfahren nicht „flexibel UND günstig“, sondern bestenfalls „flexibel ODER günstig“. Aber so richtig flexibel ist man mit der Bahnfahrt ohnehin nicht und einfach gestaltet sich der Prozess auch nicht. Und günstig ist eine Bahnfahrt selbst mit einem Sparticket nicht unbedingt, sofern man überhaupt eines kaufen kann.
Beim Versuch eine Fahrkarte für zwei Personen für eine Strecke von hin und zurück insgesamt etwa 660 Kilometer zu kaufen wurden die Tücken schnell offenbar.

Bahnpreise im Internet
Bahnpreise im Internet
Im Internet wurde für die gewünschte Strecke ein „Sparpreis“ von 78,00 Euro angegeben. Am Automaten betrug der angezeigte günstigste Preis 138,00 Euro und am Schalter wurde auf die Frage nach dem günstigsten Sparpreis ebenfalls eine Summe von 138,00 Euro genannt. Der Preisunterschied wurde damit begründet, dass sich „die Preise in fünf Minuten ändern können“. Eine erneute Recherche im Internet ergab dann wieder den Sparpreis von 78 Euro. Der Preis hatte sich also nicht geändert, die Frau am Schalter von Agilis, die auch für Fahrkarten der DB zuständig war, hat einfach nicht den tatsächlich günstigsten Preis gefunden.

Bahnpreise am Automaten
Bahnpreise am Automaten
Offensichtlich blicken selbst die Mitarbeiter bei den Bahnunternehmen nicht mehr durch. Wie soll da ein normaler Fahrgast ohne spezielle Ausbildung noch eine Fahrkarte zu einem günstigen Preis kaufen, wenn weder die Automaten noch die Mitarbeiter den tatsächlich günstigsten Preis mitteilen? Der Normalpreis bei der Bahn beträgt gar 404,00 Euro.

Bei der Fahrt mit dem Auto würden etwa 60 Euro Kosten für den Sprit anfallen. Im Vergleich zum Normalpreis für eine Bahnfahrt, den man bezahlen muss, wenn man nicht lange im Voraus eine Karte kauft und so flexibel und spontan losfahren möchte, wie es mit dem vollgetankten Auto möglich ist, zahlt man also für diese Reise bei der Bahn etwa 340 Euro mehr, als für die Autofahrt. Fährt man mit dem Auto, kann man das gesparte Geld für KFZ-Versicherungen, Wartungs- und Reparaturarbeiten oder eine neues Fahrzeug zur Seite legen. Und bei der Fahrt mit dem Auto kann man auch noch zwei Hunde (kosten bei der Bahn noch einmal über 200 Euro zusätzlich) und viel Gepäck mitnehmen und am Zielort ist man ebenfalls mobil. Zudem muss man nicht erst zu einem kilometerweit entfernten Bahnhof kommen und kann wirklich dann losfahren, wann man möchte. Um einen Sitzplatz muss man im Auto auch nicht bangen. Der Stress den Anschlusszug zu erreichen, wenn der aktuelle Zug mal wieder Verspätung hat, entfällt ebenfalls. Außerdem muss man sich keine Sorgen machen, dass die Fahrt wegen spontaner Streiks kaum möglich ist.

Schön wäre es, wenn man bei der Bahn auch spontan eine günstige Karte für eine Strecke von einem Ort zu einem anderen Ort kaufen kann und man die Fahrt in einem gewissen Zeitraum zu einem beliebigen Zeitpunkt antreten darf. Ohne Zugbindung, auf die man sich mitunter schon Wochen oder Monate im Voraus festlegt. Keine versteckten „Sparpreise“. Keine Bahnkarten für Sondertarife. Keine komplizierten Menüs an Automaten. Kein inkompetentes personal. Einfach eine Fahrkarte kaufen und Reisen!

Puerto Pobre – Wie ein Inselstaat in Schulden versinkt

Puerto Rico bedeutet „reicher Hafen“. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wird doch aktuell die Verarmung durch das moderne Zinsgeldsystems am gleichnamigen Inselstaat deutlich.

Kleines Land, viel Sonne, blaues Meer – und die Regierung restlos pleite: Puerto Rico kann seine Schulden von 72 Milliarden Dollar aus eigener Kraft nicht mehr zurückzahlen. Was Griechenland für die Eurozone ist, wird der Inselstaat für die USA werden, sagen schon Experten.[1]

Quelle: Deutschlandfunk

Nehmen wir in einem Gedankenexperiment einmal an, ein Inselstaat wie Puerto Rico, nennen wir ihn Puerto Pobre, was soviel bedeutet, wie „armer Hafen“, soll auf einer neu entdeckten Insel gegründet werden. Weil es dort keine Infrastruktur gibt und auch kein Geldsystem, beschießen die Siedler das Geld von einer Bank vom Festland zu leihen. Das ist bequem und geht schnell. Die bislang nur auf dem amerikanischen Festland umtriebige Bank „Raffke Finanzen“ ist begeistert und stellt einen Kredit in Höhe von 10 Milliarden Dolleros zur Verfügung. Weil die Finanzproduktverkäufer heute gute Laune haben, verlangen sie nur einen jährlichen Zinssatz von 10 Prozent anstatt einen Zinssatz zwischen 20 und 30 Prozent auszuwürfeln, wie es die Investoren der Bank gerne hätten.
Puerto Pobre – Wie ein Inselstaat in Schulden versinkt weiterlesen