Werbung: Vom Fenster ins Gehirn

Werbung für die Tonne
Der Tag war anstrengend. Sie haben hart für ein mehr oder weniger kärgliches Einkommen gearbeitet, um die Miete und ein wenig Essen bezahlen zu können. Doch wohin sie auch blicken oder hören, werden sie aufgefordert, das Geld für alle möglichen Dinge auszugeben, die sie eigentlich nicht brauchen und sich vielleicht auch garnicht leisten können. Überall stehen Werbetafeln und -säulen. Im Radio läuft ständig Werbung. Im Fernsehen läuft Werbung. Der Wetterbericht auf dem Smartphone wird von Werbung dominiert. Der Briefkasten quillt jeden Tag vor lauter Werbung über und auch der Papiercontainer ist schon voller Werbung. Sie möchten Informationen im Internet Recherchieren, müssen sich aber erst durch die Werbung klicken. Sie schlagen eine Zeitung oder eine Zeitschrift auf und sehen … Werbung.
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Ressourcen sparen oder doch lieber Wachstum?

Vor einiger Zeit hatte ich bereits einen Artikel zu den Bestrebungen seitens EU-Politiker geschrieben, wassersparende Armaturen für die Badausstattung vorzuschreiben: „Wo kann man Wasser sparen?“

Nun bin ich zufällig über den Artikel „Verordnung für die Nasszelle – EU drängt Deutschen Spar-Duschkopf auf“ gestolpert.

Die EU-Kommission will Duschköpfe einer Ökodesign-Richtlinie unterwerfen.
Wasser ist in Deutschland nicht knapp – trotzdem verlangt die EU, dass auch hierzulande nur noch Wasser sparende Armaturen verwendet werden: Den Duschköpfen droht ein ähnliches Schicksal wie der Glühbirne.

Mein erster Gedanke war, dass die EU nach besten Möglichkeiten ein Finanzsystem unterstützt und fördert, das aufgrund von Zins und Zinseszins ein grenzenloses exponentielles Wirtschaftswachstum erzwingt, um die durch den Zins und die Geldschöpfung bei der Kreditvergabe automatisch wachsenden monetären Verpflichtungen begleichen zu können. In einem solchen System ist kein Platz für echten Umweltschutz und das Einsparen von Ressourcen. Warum also diese scheinheiligen Aktionen, die in einem Zinssystem keinen nachhaltige Wirkung haben können und dürfen?
Eine Antwort habe ich nicht gefunden. Dafür wurde auf der Seite des Artikels folgende Werbung für Zinsprodukte eingeblendet:

Werbung für Zinsprodukte

Ja, durch diesen Zufall, dass die Werbung für Zinsprodukte genau bei dem Artikel für das Einsparen von Ressourcen angezeigt wurde, wird ein verbreiteter Fall von „Doppeldenk“ in dieser Gesellschaft deutlich. Es werden zwei gegensätzliche Dinge gleichzeitig als Wahr angenommen. Auf der einen Seite wird geht man davon aus, ein System fortführen zu können, das Verschwendung erzwingt und auf der anderen Seite ist man der Meinung, man könne die Verschwendung zum Wohl der Umwelt eindämmen. Das ist aber nicht möglich. Es geht entweder das eine oder das andere.

Süße Geschäfte – wie Kinder zum Süßigkeitenkonsum verführt werden

Mit der im folgenden zitierten Einleitung spricht mir der Autor des Blogs „Konsumpf“ aus der Seele. Auch ich stelle mir immer wieder die Frage, wie man mit sich im Reinen sein kann, wenn man immer wieder Dinge tut, bei denen offensichtlich ist, dass sie anderen Menschen (oder überhaupt anderen Lebewesen) schaden.

Ich frage mich ja seit jeher, wie man wohl mental gestrickt sein muss, um erfolgreich in der Werbebranche arbeiten zu können. Als Reklame- oder Marketingmensch muss man schließlich seine ethisch-moralischen Maßstäbe an der Firmentür abgeben und die fatalen Auswirkungen seines Tuns verdrängen, sonst könnte man es kaum aushalten, seinen Lebensunterhalt mit dem Verführen und Belügen von Menschen zu bestreiten.

Der vollständige Blog-Beitrag, der auf einen Artikel der Zeit mit dem Titel „Süße Geschäfte“ verweist, kann hier gelesen werden: http://konsumpf.de/?p=14933

Heuchlerisches Verantwortungsbewusstsein der Junkfood-Industrie

Bei gesunder Ernährung denkt man vermutlich an einen frischen Salat, an Obst und Gemüse und ein Glas Mineralwasser. Eine Portion fettige Pommes mit einem matschigen Burger und dazu ein Becher gezuckerte Cola mit einem Schokokuchen zum Nachtisch fällt vermutlich nicht in diese Rubrik. Hersteller und Verkäufer solcher Produkte haben gewiss nicht die Gesundheit ihrer Kunden zum Ziel, sondern die Gewinnmaximierung. Wäre ihnen am Wohl der Menschen gelegen, könnten sie es einfach unterlassen die Gesellschaft mit Junkfood zu versorgen und auf hochwertige Lebensmittel umsteigen. Gesunde Lebensmittel lassen sich allerdings schlecht verkaufen und die Gewinnspannen sind geringer. Also gibt es bei den Burgerketten in erster Linie minderwertige Füllstoffe anstelle hochwertiger Lebensmittel zu kaufen und die Supermarktregale quellen mit ungesundem Zeug über. Mitunter werden diese Produkte auch noch aggressiv beworben, um noch mehr Menschen dazu zu bewegen, ihr Einkommen für solches Essen auszugeben.
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Die Ökolüge

Die Ökolüge
Die Logik des Geldsystems erzwingt es, dass in immer kürzerer Zeit immer mehr produziert und konsumiert wird. Dabei müssen die Gewinne natürlich mindestens dem entsprechen, was eine Anlage des eingesetzten Kapitals an Zinsen bringen würde, denn andernfalls rentiert sich das Geschäft nicht. Kein Wunder, dass dabei Tier- und Umweltschutz und natürlich die Qualität auf der Strecke bleiben.
Da die Verbraucher sich aber nach der heilen Welt sehen, die sie aus der Werbung kennen, ist es nicht ganz einfach, die minderwertige Ware zu verkaufen, die tatsächlich hergestellt wird. Aber es gibt eine Lösung. Um die wenigen Produzenten, die tatsächlich versuchen nachhaltig zu wirtschaften und die Belange der Umwelt zu berücksichtigen, aus der großen Masse der Minderwertigkeit hervorzuheben, wurden diverse Zertifikate, Siegel und Etiketten eingeführt, welche die Qualität der Produkte aufzeigen sollen. Für die großen global agierenden Konzerne ist es nun ein leichtes, auch den schlechten Produkten solche mitunter selbst ausgedachten Zertifikate anzuheften und ihren Produkten ein verkaufsförderndes positives Image zu verpassen.
Der Autor dieses Buches blickt hinter die Kulissen und enthüllt, wie die Konsumenten manipuliert und betrogen werden.

Titel: Die Ökolüge
Untertitel: Wie Sie den grünen Etikettenschwindel durchschauen
Autore: Stefan Kreuzberger
Seiten: 300
Verlag: ullstein
Veröffentlichung: 10.08.2012
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3-548-37455-0
Preis: 9,99 Euro

Werbung im Kampf gegen Werbung

Leider gibt es kriminelle Menschen auf der Welt, die Computerprogramme schreiben, welche beispielsweise die Kommentarbereiche von Blogs oder Gästebüchern im Internet automatisiert mit Werbung für irgendwelche Produkte füllen. Die eigentlichen Mitteilungen von echten Menschen gehen in den computergenerierten Werbefluten unter. An der Stelle gibt es mindestens zwei Möglichkeiten. Man kann die Kommentarfunktion komplett sperren oder aber man legt sich mit den Kriminellen an und baut Mechanismen ein, die verhindern, dass Maschinen einen Eintrag vornehmen können. Da letzteres sehr zeitaufwändig und schwierig ist, habe ich die Kommentarfunktion in diesem Blog derzeit weitgehend außer Kraft gesetzt. Andere Blogbetreiber lassen die Kommentare noch zu, erzwingen aber vor dem Absenden der Nachricht eine Kontroll-Eingabe, die derzeit möglichst nur von Menschen vorgenommen werden kann, um zu überprüfen, ob tatsächlich ein Mensch das Formular ausfüllt.
Ein bekanntes Verfahren ist CAPTCHA (Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart. Das bedeutet wörtlich: „Vollautomatischer öffentlicher Turing-Test zur Unterscheidung zwischen Computern und Menschen“). Hierbei muss der Befragte eine Aufgabe lösen, etwa ein schwer zu entziffernde Buchstaben- und Ziffernfolge erkennen oder Rechenaufgaben lösen. Da die Aufgaben so gestellt sind, dass sie von Computerprogrammen kaum gelöst werden können, ist es der Spam-Software nicht ohne weiteres möglich die nervige Werbung zu platzieren.
Findige Geschäftsleute sind nun aber auf die Idee gekommen, die CAPTCHAs selbst als Werbefläche zu verwenden …

Schokoladensüßigkeit als vollwertige Abendmahlzeit

Abendbrei, Zutatenliste

Die Menschen, die in der Werbeindustrie tätig sind, orientieren sich bei der Gestaltung der Werbebotschaften gewöhnlich nicht an ehrenhaften Zielen und dem Wohlergehen der Gesellschaft. Die Gesundheit ihrer Mitmenschen spielt eine untergeordnete Rolle. Das mag zu einem großen Teil der Abhängigkeit vom Arbeitsplatz und damit vom fortbestehen des Einkommens geschuldet sein. Manche Produktwerbung ist jedoch besonders dreist, weil sie zulasten der Gesundheit der schwächsten Mitglieder der Gesellschaft gehen: den Babys.
So wird ein zuckerhaltiger Schokoladen-Babybrei, der bestenfalls als Süßigkeit gewertet werden kann, auf dem Etikett als „vollwertige Abendmahlzeit fürs Baby“ angepriesen. Einen Schokoriegel beispielsweise, würden Eltern sicher auch nicht als vollwertiges Abendessen für ihr Kind in Betracht ziehen.
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Greenwasching bei den olympischen Spielen

Dass Großveranstaltungen für die Umwelt eine starke Belastung darstellen, dürfte kein Geheimnis sein. Zumal für solche regelmäßig wiederkehrenden Ereignisse mitunter nicht einfach jedes Mal die gleichen Austragungsorte mit der dann bereits bestehenden Infrastruktur genutzt werden, sondern ständig an unterschiedlichen Orten auf der Welt neue Hallen und Stadien aufgebaut werden. Das ist eine unnötige Verschwendung von Ressourcen, die aber offensichtlich gerne in Kauf genommen wird. So war es auch bei den Olympischen Spielen in London. In den letzten 20 Jahren wurden bereits die Stadien für die Sommerspiele in Barcelona, Atlanta, Sydney, Athen und Peking gebaut. Anstatt eine bereits bestehende Anlage zu erhalten und bei allen Spielen wiederzuverwenden, wurde für die zweiwöchige Nutzung eine neue Anlage in London aus dem Boden gestampft.
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Kommerzieller Grundgedanke des Sports

Bunte Olympia-Kringel
Sport ist Mord, so hört man es zumindest immer wieder und wer sich einmal mit dem Mountainbike bei sommerlicher Hitze einen Berg hochgequält oder sich anderweitig beim Sport verausgabt hat, der kann sich ungefähr vorstellen, was damit gemeint ist. Natürlich gehören auch Turniere zum Sport, denn Menschen sind geneigt, ihre Kräfte und Fähigkeiten mit anderen zu messen. Das motiviert und spornt zu Höchstleistungen an.
In der heutigen Zeit ist Sport aber weniger Mord, als viel mehr eine gigantische Werbeveranstaltung. Millionen „Sportbegeisterte“ sitzen ganz unsportlich in ihren Sesseln und schauen trainierten Menschen zu, wie sie bei Wettkämpfen gegeneinander antreten und dabei verschiedene Logos von diversen Konzernen zur Schau stellen. Dabei geht es nicht einmal so sehr um den Sport selbst. Würde man sich für den Sport tatsächlich interessieren, währe es naheliegend, den Sportler auch bei ihrem Training zur Seite zu stehen um mehr über die Tätigkeit zu erfahren oder gar selbst in einem der lokalen Vereine aktiv zu werden. So aber versammeln sich die Massen nur bei ausgewählten Großveranstaltungen wie auf Kommando und tun so, als wären sie an der Sache interessiert. Vor und bald nach den inszenierten Mega-Events versinkt der Sport für unzählige Menschen wieder in der Bedeutungslosigkeit.
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Wie wehrt man sich gegen irreführende Werbung?

Die Werbung nimmt es mit ihren Aussagen nicht so genau. Da suggeriert die Packung einer überaus ungesunden Zucker-Fett-Schnitte schon mal, dass der Inhalt sehr gesund sei und gerne werden auch die nicht vorhandenen Früchte eines „Frucht“-Getränkes hervorgehoben und die enthaltenen Aromastoffe gefließlich verschwiegen. Solche Tricksereien dürften aus Sicht der Hersteller dringend nötig sein, denn die Menschen möchten sich offensichtlich gerne gesund ernähren um lange und beschwerdefrei zu leben. Gesunde Lebensmittel sind aber teuer bei der Herstellung und machen schnell satt, so dass der Kunde weniger davon kaufen muss. Das ist für einen Hersteller schlecht, denn der möchte viel verkaufen und große Gewinne einstreichen. Diese Ziele erreicht ein Produzent besonders leicht dann, wenn er minderwertige Ware liefert und sie durch schöne Worte und tolle Bilder als hochwertig erscheinen lässt. Jetzt gibt es aber ein Problem. Im Strafgesetzbuch steht, dass die Vorspiegelung falsche Tatsachen und das Unterdrücken wahrer Tatsachen mit Geld- und Gefängnisstrafen geahndet wird, wenn man dies tut, um sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen.
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Nachhaltige Finanzprodukte?

Das Zins und Zinseszins ein grenzenloses, exponentielles Wachstum erzwingen, welches naheliegender zur Ausbeutung und Zerstörung der Umwelt führen muss, habe ich in verschiedenen Artikeln dargelegt. Zuletzt in dem Beitrag „2,8 Prozent„. Und auch folgende Artikel befassten sich mit der Thematik: „Grüne Technologie„, „Sparsamkeitsregime„, „Regenerative Energie und das Finanzsystem“ und „Wenn Umweltschutz unnötig wird„.
Solange es ein zinsbasiertes Geldsystem gibt, kann es keinen nachhaltigen Umweltschutz geben. Entsprechend fragwürdig sind Werbeanzeigen, bei denen für Finanzprodukte geworben wird, die mit Umweltschutz Zinsen abwerfen sollen. nachfolgend zwei Beispiele, welche ich einer Werbe-E-Mail entnahm:
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Verirrungen im Navigations-Dschungel

Vor einiger Zeit war ich mit meinem Vater in einem bekannten Elektroladen um Ausschau nach einem Navigationsgerät für ein Fahrzeug zu halten. Wir erreichten kaum das Regal mit den elektronischen Wegweisern, da tauchte auch schon ein Vertreter eines namenhaften Herstellers auf und bot uns an, uns zu beraten. Beratung ist der moderne Neusprech-Ausdruck für „mit Werbung bombardieren“. Beraten klingt halt einfach besser. Wir lehnten das „Angebot“ dankend ab und mussten sehr bald feststellen, dass es sich bei diesem Angebot um ein solches handelte, dass man nicht ablehnen kann. Denn schon bald meldete er sich wieder zu Wort und fragte, ob wir eine „Beratung“ wünschen. Wir verneinten wieder und beim dritten „Beratungs-Angebot“ ignorierte er unsere Antwort einfach und plauderte darauf los, als gäbe es keinen Morgen mehr. Er versicherte uns zu Beginn, dass wir Glück hätten, da er zwar eine spezielle Firma vertritt – wie auch sein Namensschild verriet – aber schon für viele andere Unternehmen gearbeitet hat und sich somit gut auf dem Markt auskennt.
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