Tödliche Ernte

Tödliche Ernte
In der modernen Landwirtschaft werden die Tiere zu tausenden in enge, stickige Mastanlagen gezwängt, mit nicht artgerechtem Futter vollgestopft und mit Antibiotika am Leben gehalten. Mit den Bilderbuchwelten einer naturnahen bäuerlichen Arbeit haben die Hochleistungsbetriebe nichts mehr zu tun. Ganz im Gegenteil. Die kleinen Familienbetriebe werden durch global agierende Konzerne verdrängt. Sie existieren fast nur noch in der Werbung. Die Regeln und Gesetze schreiben die großen Konzerne, die gut organisiert und eng mit der Politik verknüpft sind. Da wundert es nicht, dass die vielen Subventionen kaum den kleinen Höfen zufließen, dafür aber umso mehr den Betreibern industrieller Mastanlagen. Mit Steuergeldern überschüttet werden diejenigen, die ohnehin schon viel haben. Selbst Hersteller von Panzern, Fluggesellschaften, Golfclubs und sogar Segelvereine streichen manchmal mehr Agrar-Fördergeldern aus Steuermitteln ein, als so manch ein Bauer.

Titel: Tödliche Ernte
Untertitel: Wie uns das Agrar- und Lebensmittelkartell vergiftet
Autor: Richard Rickelmann
Seiten: 320
Verlag: ullstein
Veröffentlichung: 12.04.2013
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3-548-37495-6
Preis: 9,99 Euro

Wie viele Menschen werden in Zukunft auf der Erde leben?

Wie Hochrechungen zeigen, gehen einige Wissenschaftler davon aus, dass im Jahr 2050 über 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben.[1]
Auf den ersten Blick haben Menschen keine natürlichen Feinde mehr zu fürchten, so dass die Vermehrung unaufhaltsam scheint. Aber dies stimmt nur teilweise. Je mehr Menschen es gibt, um so mehr Nahrung muss produziert werden. Derzeit geht der Trend dahin, möglichst jeden Menschen umfassend mit Fleisch und anderen tierischen Produkten zu versorgen. Selbst in Regionen, in denen sich die Bevölkerung traditionell eher vegetarisch oder gar vegan ernährte, wie etwa in Indien, kommt es nun in Mode, immer mehr Fleisch zu konsumieren. Das mag als ein Zeichen des Wohlstandes erscheinen, aber möglicherweise wird genau dies der Menschheit zum Verhängnis.
Die Produktion von Fleisch ist sehr aufwändig und ineffizient. Es werden große Mengen an Energie und pflanzliche Futtermittel benötigt, um die Tiere auf ein rentables Schlachtgewicht zu bringen. Um die Fleischmenge zu produzieren, mit der eine einzige Person satt wird, muss man eine Menge an Pflanzen anbauen, die vielen Menschen genügt hätten, um sich ausreichend zu ernähren. Der hemmungslose Fleischkonsum ist an Dekadenz und Verschwendung kaum zu überbieten. Bei einer Ernährung mit tierischen Produkten wird deutlich mehr Ackerfläche benötigt, als es eine vegane Ernährung fordern würde. Um die großen Mengen an pflanzlicher Nahrung, die den Tieren als Futter dient, zu produzieren, werden riesige Monokulturen geschaffen. Traditionelle landwirtschaftliche Erfahrungen geraten in Vergessenheit. Chemische Dünger ersetzen die Fruchtfolge. Hochgiftige Pestizide, Herbizide und Fungizide sollen die über große Flächen gleichartigen und damit anfälligen angebauten pflanzen schützen. Auf lange Sicht zerstört man so die Böden. Immer mehr Chemikalien werden nötig, um dem Boden einen ausreichenden Ertrag abzuringen.
Ja, die heutige Landwirtschaft zerstört sich selbst die Grundlage. Und es geht noch weiter. Auch in den Ställen sieht es nicht besser aus. Auf immer größere Effizienz getrimmt, stehen die Hochleistungszuchttiere, die so schnell wachsen, dass sie unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen, dicht an dicht gedrängt. Krankheitserreger breiten sich unter diesen Bedingungen rasant aus. Der Einsatz großer Mengen Antibiotika ist obligatorisch. Dadurch findet aber eine Selektion statt. Viele Krankheitserreger sterben ab. Es bleiben die übrig, die Resistenzen aufweisen. So werden in den modernen Industrieställen antibiotikaresistente Keime herangezüchtet. Über das Fleich und andere Produkte für den Verkauf landen die Krankheitserreger direkt beim Konsumenten. Über die Gülle gelangen diese hochgefährlichen Krankheitserreger zudem auf die Felder und damit ins Futter der Tiere und auch in das Essen der Menschen. Ein Teil wird in die Gewässer und ins Grundwasser gespült.
Diese Keime mutieren schnell und sind immun gegen pharmazeutische Keulen. Es werden immer mehr und sie werden immer gefährlicher. Irgendwann wird die Menschheit möglicherweise auf die ausgelaugten und vergifteten Ackerböden schauen und von Krankheitserregern dahingerafft werden, die sie selbst erschuf und nun nicht mehr bekämpfen kann. Dann ist fraglich, ob die menschliche Population tatsächlich die berechneten Größen erreicht.
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Der skrupellose Handel mit Haustieren

In der heutigen Gesellschaft werden Tiere sehr häufig als Waren angesehen, mit denen man nach belieben umgehen kann. Tiere werden für Arbeiten herangezogen, liefern das Ausgangsmaterial für Kleidung und Fertiggerichte oder dienen im Zoo und im Zirkus der Belustigung einer zahlungskräftigen Kundschaft.
Und auch die Haustiere, denen im Allgemeinen noch am meisten Mitgefühl entgegengebracht wird, sind aus Sicht der Händler eine Ware wie jede andere auch. Mittlerweile gehen auch große Läden für Tierbedarf dazu über, nicht nur Essen und Spielzeug für die Haustiere zu verkaufen, sondern richten Vitrinen und Schaufenster ein, in denen unterschiedlichste Tiere in großen Mengen anonym ausgestellt und verkauft werden. Die Händler kaufen die Tiere meist billig ein und verkaufen sie für sehr viel mehr Geld weiter. Papiere gibt es keine. Der Kunde erfährt nicht, von wo die Tiere herstammen und wer die Elterntiere sind. Es ist somit nicht möglich abschätzen, ob mit erblich bedingten Krankheiten zu rechnen ist. Die individuellen Bedürfnisse, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere steht bei den Handelsketten und großen Einzelläden, die unzählige unterschiedliche Tierrassen im Programm haben, gewiss nicht an erster Stelle des Interesses. Hier geht es darum, möglichst schnell hohe Umsätze zu erzielen und die Kosten gering zu halten. Am Ende zählt nur der Gewinn.
Die Folgen und die Schicksale dieser Ausbeutung wird man in keinem Werbeprospekt lesen können und das sonst sehr redselige Personal wird darüber nicht berichten. Glücklicherweise können Betroffene ihren Ärger und die mitunter sehr schlechten Erfahrungen im Internet veröffentlichen und somit andere potentielle Kunden warnen. Das Internet bietet ein Gegengewicht zu der einseitigen Informationspolitik der Unternehmen. Nachfolgend möchte ich auf einen Bericht in einem Forum über den Kauf einer schwer kranken Katze in einem großen Zoo-Fachgeschäft verweisen. Hier wird deutlich, mit welcher Skrupellosigkeit der Handel mit lebenden und fühlenden Wesen betrieben wird.

…die traurige Geschichte eines „Rassekätzchens“

Lebensmittelskandal? Deklarationsskandal!

Es gibt mal wieder einen „Fleisch-Skandal“. Das Problem ist – wie des Öfteren – dass zu einer bestimmten Fleischsorte eine andere Fleischsorte gemischt und dies ohne entsprechende Kennzeichnung verkauft wurde. Eigentlich handelt es sich dabei also um einen Deklarationsskandal. Ob nun Fleisch von Pferden, Hühnern oder Kühen in der Chemie-Lasagne aus dem Tiefkühl-Regal ist, ist doch eigentlich völlig egal. Die Kunden haben den Unterschied noch nichteinmal gemerkt. Geschmack und Konsistenz sind offensichtlich bei allen Fleischsorten sehr ähnlich.
Warum also sollte man jetzt Tonnenweise Essen aus dem Handel nehmen, das eigentlich genau so schmeckt, wie es die Kunden erwarten? Nur weil nicht genau das drin ist, was auf der Packung seht? Ich bitte Sie. Es ist doch mittlerweile schon schwer, einen Früchte-Joghurt zu finden, in dem noch echte Früchte sind, wie man sie als Foto auf der Plastikpackung bewundern kann. Oder Brötchen, die nicht durch Chemie zusammengehalten werden. Selbst in der Bäckerei werden mittlerweile mitunter nur noch angelieferte Teiglinge aus fernen Fabriken aufgebacken, die durch Unmengen an Zusatzstoffen optimiert und haltbar gemacht wurden. Der Schinken auf der Fertig-Pizza und sogar in manch einem Restaurant ist nicht selten aus Einzelteilen zusammengeklebter Formschinken. Würde man alle Produkte aus dem Handel nehmen, bei denen nicht das drin ist, was die Packung suggeriert, dann wären die Regale ziemlich leer.
Und um die Gesundheit wird es auch kaum gehen, denn wenn die Kunden im Supermarkt an ihrer Gesundheit interessiert wären, würden sie wohl kaum zu industriell gefertigtem Fleisch aus der Massentierhaltung greifen, wo die zunehmend antibiotikaresistenten Bakterien mit noch mehr Antibiotika bekämpft werden und die Tiere mittels Hormonen und Qualzucht zu unnatürlichem Wachstum getrieben werden.
Der größte Skandal ist, dass mal wieder tausende Tiere unter qualvollen Bedingungen gemästet und dann hingerichtet wurden, um jetzt in der Mülltonne zu enden. Vom Ressourcenverbrauch und der Verschmutzung der Umwelt durch Futtermittelproduktion und Tiermast ganz zu schweigen. Perverser geht es kaum, oder?

Wilmersburger Käse-Alternative

Wilmersburger Logo
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Es gibt viele Lebensmittel in den Läden zu kaufen, die mir zwar gut schmecken, auf die ich aber verzichten möchte, weil ihre Herstellung mit dem Leid von Tieren verbunden ist. Dementsprechend bin ich immer auf der Suche nach Produkten, die dem Geschmack und der Konsistenz der tierischen Produkte nahe kommen, aber vegan hergestellt wurden.
Auf besonders gelungene Produkte möchte ich an dieser Stelle hinweisen: die Wilmersburger Käsealternativen. Die Homepage des Herstellers ist unter http://www.wilmersburger.de/ zu erreichen.
So manch ein Käse-Ersatz schmeckt nicht so, wie man es von üblichen Käsesorten gewohnt ist und hat auch keine vergleichbare Konsistenz. Zum Überbacken auf Pizza oder Lasagne eignen sich die meisten Alternativen kaum. Hier spielen die Wilmersburger-Produkte ihre Stärke aus.
Leider hatte ich noch nicht die Gelegenheit die Käsealternative umfangreicher zu testen, da es in der Nähe keinen Laden gibt, in dem diese Sorten verkauft werden. Aber vielleicht hat der ein oder andere Leser mehr Glück und findet den Käseersatz in einem Laden in seiner Nähe. Eine Liste mit Bezugsquellen ist auf der Homepage des Herstellers verfügbar.

Wilmersburger Käsebrot

Bildmaterial: http://www.wilmersburger.de/service

Es gibt Tiere und es gibt Tiere

Wenn jemand eine Katze oder einen Hund auf der Straße einfängt, das Tier an den Hinterbeinen aufhängt und ihm bei lebendigem Leib die Kehle durchschneidet, denn würde man ihn als psychisch krank bezeichnen und für sein schreckliches Verhalten verurteilen. Die meisten Menschen in dieser Gesellschaft würden ein solches Verhalten nicht akzeptieren und schon garnicht für gut heißen. Jeder, der Tiere so quält, müsste sich dafür rechtfertigen. Das Argument „ich tue das, weil es mir Spaß macht“, würde man kaum gelten lassen.
Beim Essen sieht es jedoch gänzlich anders aus. Da muss man sich niemand rechtfertigen, wenn für ihn eine Kuh, ein Schwein oder ein Huhn an den Beinen aufgehängt wird und man dem Tier die Kehle durchschneidet, damit es lebendig verblutet. Dabei dient der Fleischkonsum eigentlich ebenfalls nur dem Vergnügen, schließlich können Menschen auch ohne Fleisch auskommen. Um so verwunderlicher ist es, das man sich rechtfertigen muss, wenn man sich vegetarisch oder gar vegan ernährt, um anderen Lebewesen möglichst wenig zu schaden.
Offensichtlich unterschieden viele Leute zwischen Tieren und Tieren. Es gibt Tiere, die man nicht zum Vergnügen töten darf und es gibt Tiere, die man zum Vergnügen töten darf.
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Die Ökolüge

Die Ökolüge
Die Logik des Geldsystems erzwingt es, dass in immer kürzerer Zeit immer mehr produziert und konsumiert wird. Dabei müssen die Gewinne natürlich mindestens dem entsprechen, was eine Anlage des eingesetzten Kapitals an Zinsen bringen würde, denn andernfalls rentiert sich das Geschäft nicht. Kein Wunder, dass dabei Tier- und Umweltschutz und natürlich die Qualität auf der Strecke bleiben.
Da die Verbraucher sich aber nach der heilen Welt sehen, die sie aus der Werbung kennen, ist es nicht ganz einfach, die minderwertige Ware zu verkaufen, die tatsächlich hergestellt wird. Aber es gibt eine Lösung. Um die wenigen Produzenten, die tatsächlich versuchen nachhaltig zu wirtschaften und die Belange der Umwelt zu berücksichtigen, aus der großen Masse der Minderwertigkeit hervorzuheben, wurden diverse Zertifikate, Siegel und Etiketten eingeführt, welche die Qualität der Produkte aufzeigen sollen. Für die großen global agierenden Konzerne ist es nun ein leichtes, auch den schlechten Produkten solche mitunter selbst ausgedachten Zertifikate anzuheften und ihren Produkten ein verkaufsförderndes positives Image zu verpassen.
Der Autor dieses Buches blickt hinter die Kulissen und enthüllt, wie die Konsumenten manipuliert und betrogen werden.

Titel: Die Ökolüge
Untertitel: Wie Sie den grünen Etikettenschwindel durchschauen
Autore: Stefan Kreuzberger
Seiten: 300
Verlag: ullstein
Veröffentlichung: 10.08.2012
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3-548-37455-0
Preis: 9,99 Euro

Cola, Reis & Heuschrecken – Welternährung im 21. Jahrundert

Cola, Reis & Heuschrecken – Welternährung im 21. Jahrundert
In der Ausgabe „Cola, Reis & Heuschrecken – Welternährung im 21. Jahrundert“ der Zeitschrift EDITION • LE MONDE diplomatique werden verschiedene Ursachen des globalen Hungerdramas aufgezeigt. Spekulanten treiben die Preise für das Essen in die Höhe. Kleinbauern in den armen Ländern verlieren ihr Land, auf dem dann durch globale agierende Konzerne agrarische Exportgüter für die reichen Länder angebaut werden. Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten von Amerika ruinieren mit Freihandelsabkommen und subventionierten Dumpingexporten die bäuerliche Bevölkerung in Entwicklungsländern. Die Ernten ganzer Länder werden durch Heuschrecken vernichtet. Durch den hemmungslosen Fleischkonsum und die Wegwerf-Mentalität in den technisch hochentwickelten aber ethisch und moralisch oftmals unterentwickelten Industrieländern, werden wertvolle Ressourcen verschwendet, die auf dem Weltmarkt fehlen.
Diese und viele weitere Probleme werden in der lesenswerten Zeitschrift angesprochen und verschiedene Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Titel: Cola, Reis & Heuschrecken
Untertitel: Welternährung im 21. Jahrundert
Zeitschrift: EDITION • LE MONDE diplomatique
Herausgeber:
Seiten: 112
Verlag: taz Verlags- und Vertriebs GmbH
Homepage: http://www.monde-diplomatique.de/
Veröffentlichung: 2011
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3-937683-31-7
Preis: 8,50 Euro

Agraprofit

Wie wenig die Werbeaussagen der Konzerne mit der Realität zu tun haben, wird dem geneigten Zuschauer bewusst, wenn er sich das folgende Video anschaut. Der Kurzfilm zeigt eine Guerilla-Aktion, die auf einem Wochenmarkt durchgeführt wurde. Das fiktive unternehmen „Agraprofit“ wartet mit einem neuen Verkaufskonzept auf: billige Produkte bei gleichzeitiger Aufklärung über die Produktionsbedingungen. Die Kunden erfahren, warum die Waren so billig sein können, indem sie auf die Massentierhaltung, die Kinderarbeit und die Ausbeutung der Bauern hingewiesen werden.
Bei den meisten Konzernen dürften die Produktionsbedingungen ähnlich sein. In deren Werbeprospekten ist darüber aber nichts zu lesen.

Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=pgCD-4Q-4Wo

Tierschutzgesetz?

Im Roman „1984“ von George Orwell, der 1948 veröffentlicht wurde, führt das herrschende Regime aus politischen Gründen eine künstlich veränderte Sprache ein, mit dem Ziel, die Anzahl und das Bedeutungsspektrum der Wörter zu verringern, um die Kommunikation der Bevölkerung in enge, kontrollierte Bahnen zu lenken.[1]
Und auch das sogenannte „Doppeldenk“ ist von großer Bedeutung. Dabei wird die Fähigkeit bezeichnet, zwei einander widersprechende Denkweisen gleichzeitig als wahr zu akzeptieren.[2]
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Was für ein Geweih!

Es gibt die fünften Ranglisten – einmal für die zehn stärksten und einmal für die zehn abnormsten Rehbockgehörne. Unter den ersten Zehn bei den Kapitalen wiegt kein Gehörn mehr unter 550 Gramm – fünf prahlen sogar mit 600 Gramm und mehr![1] (S. 36)

Das sind die einleitenden Worte zu einer Rangliste in einer Jagdzeitschrift mit Fotografien von unzähligen Gehörnen. Und jetzt dürfen Sie lieber Leser darüber nachdenken, inwiefern das Gewicht oder die Ungewöhnlichkeit eines Geweihs oder das Prahlen damit, ausschlaggebend dafür sein kann, ob es aus ökologischer Sicht nötig ist, das Tier zu töten. Oder spielt das Ökosystem bei der Jagd nur eine untergeordnete Rolle? Vielleicht geht es ja mehr um den Jäger und eine Möglichkeit für ihn, sich zu präsentieren, als um die Natur.

Anmerkung:
Auch wenn in der zitierten Einleitung zur Rangliste ganz im Sinne der Jägersprache von Gehörnen gesprochen wird, handelt es sich um Geweihe. Der Unterschied kann hier nachgelesen werden: http://www.sammlungen.hu-berlin.de/dokumente/46747/. Mit solchen Feinheiten scheinen sich Jäger nicht abzugeben. Hauptsache groß und schwer!

Die Jagd: notwendiges Übel oder freudiger Zeitvertreib?

Dass wir dabei die Mehrheit der Bevölkerung auf unserer Seite haben, hat 2011 eine Umfrage des Bayerischen Jagdverbandes deutlich gemacht: 89 Prozent der Befragten waren davon überzeugt, dass Jäger die Natur schützen und lieben, 70 Prozent sprachen sich ohne Abstriche für den Erhalt der Jagd aus.[1] (S. 29)

Wenn tatsächlich ein großer Teil der Bevölkerung der Meinung ist, dass Jäger die Natur schützen und lieben, wie es der aktuellen Ausgabe einer Jagdzeitschrift zu entnehmen ist, dann fehlt es diesen Menschen möglicherweise an Informationen. Nicht die Natur steht bei der Jagd sehr häufig im Vordergrund, sondern Trophäen und der Spaß am Töten. Dies wird schon ersichtlich, wenn man eben diese Zeitschrift, aus der das Zitat stammt, genauer durchliest. Nachfolgend einige Zitate, die Aufschluss über die Intentionen der Jäger geben. Eine besondere Bedeutung kommt den Trophäen zu, die wesentliches Kriterium einer erfolgreichen Jagd zu sein scheinen und natürlich hat die persönlichen Freude am jagen und töten ein großes Gewicht.
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Ermordet und missbraucht

In Deutschland dürfen Jäger leider relativ freizügig von ihren Waffen Gebrauch machen, ohne mit Sanktionen rechnen zu müssen. Dadurch kommt es immer wieder vor, dass Jäger auch auf Haustiere schießen, selbst wenn es sich vermeiden ließe. So wurde in Grävenwiesbach (Hochtaunus) ein Rhodesian Ridgeback-Mix, der entlaufen war, wenige Meter von seinem Zuhause entfernt von einem Hobbyjäger erschossen, der die Leiche des Hundes dann auch noch als Köder missbrauchte, um Füchse anzulocken. Die Jäger in der Umgebung waren über den entlaufenen Hund informiert und die Jäger, der das Tier tötete hielt es nicht einmal für nötig, die Familie darüber zu informieren, dass er den Hund abgeschossen hat.
Der Jäger ließ sich, als er darauf angesprochen wurde, zu der Aussage hinreißen, dass es „sich doch nur um einen Hund handelt“. Das zeigt einmal, dass einige Jäger ein sehr gestörtes Verhältnis zum Leben an sich haben. Und solche Menschen können nicht nur Waffen kaufen, sondern erhalten auch noch eine Berechtigung, diese einzusetzen.


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