Krieg und Terror kehren zurück nach Europa

Auf die Aussage, dass wir seit 70 Jahren in Frieden leben und die Politik, die dies ermöglicht somit gut sein muss, gab ich zu bedenken, dass wir nur scheinbar in Frieden leben. Vielmehr leben wir in einem System, dass auf Ausbeutung aufbaut und Zerstörung und Gewalt zu Folge hat. Wir leben nicht in Frieden, sondern im Krieg. Dank der Globalisierung ist der Krieg derzeit lediglich ausgelagert.
Bürgerkrieg in Syrien, Terror im Irak, Krieg in Afghanistan, Nahostkonflikt, Bürgerkrieg in Libyen, Bürgerkrieg in Somalia und unzählige weitere Konflikte gehören für viele Menschen auf der Welt zum Alltag. Mitteleuropa ist lediglich eine Insel der Glücksseligkeit im Meer der Gewalt. Dies kann sich jederzeit ändern, gab ich bereits vor einigen Jahren zu bedenken. Mittlerweile ändert sich die Situation tatsächlich. Fürchterliche Terroranschläge mitten in Europa waren vor zwanzig Jahren noch völlig unvorstellbar. Mittlerweile haben wir den dritten großen Terrorangriff in Frankreich erlebt. Noch sind wir in Anbetracht des Schreckens überrascht aber bald werden solche Anschläge möglicherweise zum Alltag gehören.
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Das geheuchelte Trauerspiel der Politiker

Als die islamistische Terrormiliz Boko Haram bei einem Massaker in der nigerianischen Stadt Baga etwa 2000 Menschen abgeschlachtet haben[1], gab es keinen Trauermarsch und keine Solidaritätsbekundungen.
Nachdem in Frankreich 13 Journalisten erschossen wurden, gingen tausende Menschen auf die Straße und auch die Bundeskanzlerin Angelika Merkel ließ es sich nicht nehmen, nach Frankreich zu reisen, um mit den Franzosen zu trauern. Keine Frage, auch das Ermorden von 13 Journalisten ist ein grausames Verbrechen, das unentschuldbar ist. Wenn sich unsere Politiker aber nichteinmal zu einem Trauermarsch bemühen, nachdem eine kleine Stadt brutal ausgelöscht wurde, dann stellt sich die Frage, warum sie sie bei der Ermordung von 13 Journalisten zu einer solchen Kundgebung bemühen. Geht es ihnen vielleicht weniger um die Menschen, als viel mehr um den Schutz der Pressefreiheit (Pressefreiheit, nicht mit freier Presse zu verwechseln. Aber das ist ein anderes Thema), die bei der Ermordung von Journalisten in Gefahr zu sein scheint, nicht jedoch bei der Ermordung von Zivilisten? Nun, dann bieten sich viele Gelegenheiten für einen Trauermarsch. Alleine im Jahr 2014 sind nach Angaben der Reporterorganisation Press Emblem Campaign (PEC) mindestens 128 Journalisten während oder sogar wegen der Ausübung ihres Berufes getötet worden.[2]
Für diese vielen getöteten Journalisten ist kein Politiker am Ende des Jahres auf die Straße gegangen. Nach dem Anschlag in Frankreich, so berichtet es der Focus, haben dann plötzlich fast 50 Staats- und Regierungschefs an der Spitze des Gedenkzuges teilgenommen, um ihre Solidarität mit Frankreich auszudrückten und für Meinungsfreiheit und Frieden zu demonstrierten.[3] Wenn Frau Merkel nun für die Pressefreiheit, die Meinungsfreiheit und für den Frieden spazieren geht, entbehrt dies nicht einer gewissen tragischen Ironie. So titelte der Spielgel einst sehr treffend:
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Was Kinder in der Schule (nicht) lernen

Die Kinder und Jugendlichen lernen im Biologieunterricht viele Dinge über die Lebewesen auf diesem Planeten, aber sie lernen nicht, das Leben anderer zu schätzen und zu respektieren. Für viele Jugendliche ist es auch nach Abschluss der Schule selbstverständlich, dass Tiere dazu da sind, uns zu im Zirkus zu belustigen, für uns zu arbeiten und zu sterben, wenn wir ein Fleischgericht essen wollen.

Die Kinder lernen in Mathematikunterricht, wie man Zins- und Zinseszinsrechnung durchführt, sind aber nach Abschluss der Schule nicht in der Lage, die Auswirkungen des zinsbasierten Geldsystems zu erfassen. Die Dramatik und die Folgen des exponentiellen Wachstumszwanges erschließt sich ihnen nicht.

Die Kinder lernen im Geschichtsunterricht, welche grausamen Verbrechen durch Politik und Militär in der Vergangenheit verübt wurden, verstehen aber nach Abschluss der Schule nicht, dass sich auch im heutigen System daran nichts geändert hat. Wir leben in friedlichen Zeiten, wird immer wieder behauptet. Während unsere Großeltern noch in den Weltkriegen um ihr Leben fürchteten, haben wir solche Sorgen nicht mehr. Dabei wird aber vergessen, dass die Konflikte lediglich in anderen Teilen der Welt ausgetragen werden. Konflikte, an denen auch Deutsche Soldaten beteiligt sind und deutsche Rüstungskonzerne gigantische Gewinne erzielen.

Kinder lernen im Werkunterricht handwerkliche Fähigkeiten auszubauen, wenn aber der Toaster kaputt gegangen ist, wird er weggeworfen, weil ihn doch niemand reparieren kann.

Kinder lernen im Religionsunterricht, dass der Physiklehrer und der Biolehrer lügen, schließlich wurde die Erde in sieben Tagen von Gott erschaffen und der erste Mann wurde aus Lehm und die erste Frau aus einer Rippe des ersten Mannes gemacht, wie es in der Bibel nachzulesen ist. Die Kinder lernen aber nicht, dass in der Bibel auch steht, dass es verboten ist, Zinsen zu nehmen.

Warum müssen Kinder eigentlich in die Schule?

Die Hölle des Zinssystems

Papst Franziskus warnt Mafia vor Qualen der Hölle

Bei einem Gebet für Opfer von Kriminellen hat Papst Franziskus die Angehörigen der italienischen Mafia aufgefordert, ihr Leben zu ändern. „Noch gibt es Zeit, nicht in der Hölle zu enden.“[1]

Quelle: Die Welt

Das sind große Töne für einen Mann, der an der Spitze einer Institution steht, die ihre eigenen grundlegenden Regeln nicht befolgt. So steht im heiligen Buch, in der Bibel, geschrieben:
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Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft

Ich beginne wiedereinmal mit ein paar Worten zu den Grundlagen der heutigen Geldsysteme. Egal, ob Euro, Dollar oder Yen. Bei allen Geldsystemen haben die Besitzer privater Banken die Hoheit über das vorhandene Geld. Wenn ich beispielsweise 100 Euro benötige, dann darf ich mir dieses Geld nicht selbst drucken oder auf meinem Konto gutschreiben. Ich muss bei einer Bank nach einem Kredit fragen. Sofern der Bankverkäufer, der sich meinem Wunsch nach einem Kredit annimmt, mich für kreditwürdig hält, wird er mir 100 Euro auf dem Konto gutschreiben. Natürlich nicht, ohne auch eine Schuld von 100 Euro zu vermerken. Hinzu kommen die Zinsen, die nach einem Jahr fällig werden. Wenn der Zinssatz 10 Prozent beträgt, dann muss ich in einem Jahr 110 Euro zurückbezahlen.
Und genau da fangen die Probleme an. Bei jeder Kreditvergabe wird die vorhandene Geldmenge um die Höhe des Kredites ausgeweitet. In diesem Fall hat die Bank 100 Euro in Form von Buchgeld geschöpft, also neu geschaffen. Die Geldmenge ist um genau 100 Buchgeld-Euro gestiegen. Die 100 Euro des Kredites können theoretisch zurückbezahlt werden, da sie ja vorhanden sind. Ich muss nur zusehen, dass ich rechtzeitig an das Geld komme. Zurückbezahlen soll ich aber 110 Euro. Das sind 10 Euro mehr, als beim Vorgang der Kreditvergabe in Umlauf gekommen sind. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, dieses Geld für die Zinsen aufzutreiben:
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Gott hat hohe Nebenkosten

Gott hat hohe Nebenkosten
Die weltlichen Vertreter der christlichen Religion nehmen die Regeln Gottes nicht immer so ernst. Auch wenn in der Bibel ausdrücklich von einem Zinsverbot die Rede ist, beteiligen sich die großen Kirchen an zinsbasierten Finanzgeschäften. Der Vatikan hat gar eine eigene Bank gegründet. Martin Luther soll gesagt haben „fürwahr muß der Zins eine Figur und Anzeichen sein, daß die Welt dem Teufel verkauft ist“.
Dass durch Zins und Zinseszins ein exponentielles Wachstum der Geldmenge erzwungen wird, das nur durch immer höhere Verschuldung erreicht werden kann, interessiert die Vertreter Gottes offensichtlich nicht. Dass durch den Zins sehr viele fleißige Menschen immer ärmer werden, während wenige Menschen ohne etwas zu leisten unvorstellbar reich werden, ist den Verantwortlichen ebenfalls gleichgültig. Genau genommen profitieren die Kirchen sogar von diesem wahrlich teuflischen Zins. Im Laufe der Geschichte haben die Kirchen große Besitztümer und auch finanzielle Reichtümer angehäuft. Somit gehören die Kirchen zu den wenigen Gewinnern dieses perfiden Systems – gleich in meherfacher Hinsicht. Durch Zins und Zinseszins werden sie nun immer reicher, ohne dafür eine Gegenleistung bringen zu müssen. In dem Maße, in dem das Vermögen der Kirchen durch die Arbeit anderer gemehrt wird, gewinnen sie an Macht. Zugleich geht es vielen Menschen immer schlechter. So manch einer wird sein Heil im Glauben suchen, wenn er nicht mehr weiß, wie er den Tag überstehen soll. Das bringt der Kirche neue Mitglieder und gleicht ein wenig den Verlust aus, den die Kirchen aufgrund der Aufklärung durch die Wissenschaft und die neue Medien zu beklagen haben.
Von den Kirchen ist also nicht zu erwarten, dass sie ihre eigenen Regeln konsequent einhalten und ihren Einfluss nutzen um beispielsweise über die fatalen Folgen des Zinses aufzuklären. Von den Menschen, die für die Kirche arbeiten, erwarten die Institute aber, dass die „Gebote Gottes“ absolut kompromisslos befolgt werden. So dürfen Menschen, die nicht den „richtigen“ Glauben haben oder sich vom Ehepartner scheiden ließen, beispielsweise nicht als Kindergärtner/in oder Lehrer/in in einer kirchlicheen Einrichtung arbeiten. Wenn ein Pfarrer einer katholischen Kirche dieser Religion angehören muss, dann ist das durchaus verständlich. Warum aber eine Krankenschwester in einer katholischen Klinik nicht evangelisch getauft sein darf, oder der Mathematiklehrer einer katholischen Grundschule kein Atheist sein darf, ist mehr als fragwürdig. Die Kirchen reglementieren das Privatleben der Mitarbeiter enorm. Andere Arbeitgeber würden mit diesem Verhalten gegen einige Regeln des Arbeitsrechts verstoßen. Die Kirchen dürfen jedoch die alllgemeinen Gesetze in weiten Teilen ignorieren und nach eigenen Regeln handeln.
Nun wird gesagt, dass jeder das Recht hat, seine Kinder in einen weltlichen Kindergarten zu schicken oder ein nicht-kirchliches Krankenhaus aufzusuchen. Das ist aber garnicht so einfach, wenn man in einer Gegend lebt, in der es nicht genügend von der Religion unabhängige Einrichtungen gibt. Darüber hinaus werden viele kirchlichen Einrichtungen mitunter zu einhundert Prozent über den Staat durch die Allgemeinheit finanziert. Dieses Geld fehlt natürlich beim Aufbau weltlicher Kinderkärten, Schulen, Pflegeheimen und Krankenhäuser.
Das Buch „Gott hat hohe Nebenkosten“ gibt einen spannenden Einblick in die Welt der Kirche hinter der göttlichen Fassade und erzählt die Geschichte der Leiterin eines von der Allgemeinheit bezahlten kirchlichen Kindergartens, die ihren Arbeitsplatz verlieren soll, nachdem ihre Ehe zerbrach und sie sich neu verliebte.

Titel: Gott hat hohe Nebenkosten
Untertitel: Katholische Putzhilfe gesucht
Autor: Eva Müller
Seiten: 190
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Veröffentlichung: 07.01.2013
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3-462-04485-0
Preis: 14,99 Euro

Der teure Luxus der armen Religionsgemeinschaft

Der zu teure Luxus im Limburger Bischofssitz

Äußerst großzügig nehmen sich die Posten für den neuen Limburger Bischofssitz aus: Einrichtungsgegenstände für zehntausende Euro, Kunstwerke für Hunderttausende und Bauten für Millionen Euro führt die Gesamt-Kostenrechnung auf. Mit 31 Millionen Euro werden die Baukosten für die umstrittene Residenz, mit der das Bistum Limburg seit Wochen für Schlagzeilen sorgt, mittlerweile beziffert.[1]

Quelle: Die Welt Online

Die Frage ist: Wie kann es sein, dass Mitglieder einer Religionsgemeinschaft, die Armut predigt, so viel Geld zur Verfügung haben?

Aber wenn die Kirche als Institution schon viel Geld „zsammenrafft“ und große Reichtümer und Länderreien anhäuft, dann ist es doch eigentlich nicht schlecht, wenn das Geld wieder ausgegeben wird und dadurch anderen Menschen zur Verfügung steht. Schade ist jedoch, dass das viele Geld dazu verwendet wird, hässliche Klötze im Bauhaus-Stil aus der Erde zu stampfen, anstatt solch schönen Bauwerken, wie sie die Menschen in den vergangenen Jahrhunderten beispielsweise in Form von meisterlichen Kathedralen schufen.
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Grüß Gott, Bankkunde

Hin und wieder gibt es im Leben Momente, die überaus grotesk wirken. Das ist beispielsweise der Fall, wenn man eine Bank betritt und ein Christuskreuz sieht, das an der Wand hinter den Finanzproduktverkäufern aufgehängt ist.

Verwunderlich ist es auch, wenn man auf der Homepage mit „Grüß Gott“, der Verkürzung von „Grüß[e] dich Gott“, angesprochen wird.

Grüß Gott, Bankkunde

Die Verantwortlichen der Bank scheinen sich den christlichen Lehren zutiefst verpflichtet zu fühlen.
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2016 werden wir ohne neue Schulden auskommen

Finanzminister Wolfgang Schäuble kündigte an, dass wir 2016 ohne neue Schulden auskommen werden.[1] Das ist eine sehr gewagte Aussage. Außerdem muss hier zwangsläufig gefragt werden, wer mit „wir“ gemeint ist. Wer kommt 2016 ohne neue Schulden aus? Schäuble spricht von den Staatsfinanzen, es ist also anzunehmen, dass 2016 keine neuen Staatsschulden aufgenommen werden sollen.
Es ist allerdings so, das auch 2016 Zinsen in beachtlicher Höhe für die Staatsverschuldung fällig werden. Diese müssen bezahlt werden. Wenn nun der Staat aber keine neuen Schulden aufnimmt, dann bedeutet dies, dass der Finanzminister beispielsweise das Geld für die Zinsen vom Guthaben der Bürger abschöpft und es für die Begleichung der Zinsen verwendet. Dadurch schrumpft das vorhandene Vermögen und es entsteht eine Deflation, da dem Warenangebot immer weniger Geld gegenübersteht. Um die Geldmenge auf dem bisherigen Niveau zu halten, müssten sich dann andere verschulden. Das können Unternehmen oder Privatleute sein, die Kredite aufnehmen. Bei der Kreditvergabe wird dann eine entsprechende Geldmenge geschöpft und kommt in den Umlauf.
Es ist offensichtlich, dass das Problem dann nur verlagert wurde. Die eigentliche Problematik der grenzenlosen exponentiellen Verschuldung besteht weiterhin und Privatpersonen werden die ersten sein, die aufgrund mangelnder Kreditwürdigkeit kein neues Geld aufnehmen können. Danach folgen die Unternehmen und spätestens dann wird der Staat wieder einspringen müssen und Kredite in ungeahnter Höhe aufnehmen. Ansonsten wird das vorhandene Geld vollständig durch Zinsdienste aufgezehrt. In Folge dessen gäbe es irgendwann kein Geld mehr. Nur noch Schulden. Schulden, für die weiterhin Zinsen zu bezahlen sind. Aber wie?

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Papst der Armen oder der Reichen?

Franziskus von Assisi, etwa 1181 als Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers geboren, verzichtete auf allen Reichtum und gründete einen Bettelorden. Der Name Franziskus steht nun für ein Leben in Armut und an der Seite der Armen. In Anlehnung daran gab sich der gewählte Papst Jorge Mario Bergoglio, der auch „Kardinal der Armen“ genannt wird, den Namen „Franziskus I“.
In der Bibel wird an einigen Stellen berechtigt auf die Gefahren des Zinses hingewiesen und Wucherei geächtet. Durch den Zins im Geldsystem werden die arbeitenden Armen immer ärmer, während die Reichen alleine aufgrund ihres bereits (rechtmäßig oder unrechtmäßig) angehäuften Vermögens auf Kosten der Armen immer reicher werden. Auf dieser Basis kann ein friedliches Zusammenleben der Menschen nicht funktionieren. Da stellt sich nun die Frage, wie die Einstellung des ehemaligen Kardinals und jetzigen Papstes der Armen zu den Unvermögenden tatsächlich ist. Die Zukunft wird es zeigen. Wird sich der Papst gegen das Zinssystem und damit gegen die Grundlage der hauseigenen Bank stellen? Wird er auch gegen Betrug und Korruption in der Vatikanbank vorgehen? Wird er die unvorstellbaren Reichtümer und die vielen Ländereien der Kirche an die Armen und Landlosen verteilen? Wird sich der Papst für ein Geldsystem stark machen, das nicht auf Zins und Zinseszins basiert? Millionen Menschen hören ihm zu. Die Nachrichten drehen sich derzeit fast ausschließlich um ihn. Er kann viele Menschen auf der ganzen Welt erreichen und ihr Bewusstsein dahingehend schulen. ja, der Papst könnte diesbezüglich etwas bewegen! Allerdings werden dann natürlich auch die Zinseinkünfte durch das Vermögen des Vatikans und der Kirche wegbrechen. Aber Armut ist ja gerade eine der Tugenden, welche die Kirche propagiert. Die Mindereinnahmen dürften also nicht sehr tragisch sein. Und ein zinsloses System ist ohnehin unumgänglich, wenn zukünftig nicht mehr die große Masse der Armen das ständig wachsende Vermögen der Reichen finanzieren sollen. Warum sollte der Papst also nicht den ersten großen Schritt dahingehend wagen? Solange das Zusammenleben der Menschen auf einem zinsbasierten Geldsystem beruht, wird die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergehen.
Andererseits ist Jorge Mario Bergoglio ja als „Papst der Armen“ auf eben diese Bevölkerungsgruppe angewiesen. Er kann nur ein Papst der Armen sein, solange es genügend Arme gibt. Es liegt also in seinem eigenen Interesse, die Menschen arm zu halten. Vielleicht ist seine Namenswahl ja unter diesem Aspekt zu verstehen? Vielleicht täuschen wir uns, mit der Annahme, der Papst wolle mit der Namenswahl seine Verbundenheit zu den Armen ausdrücken. Vielleicht will er damit ausdrücken, dass er die Armen als Basis benötigt, auf welche die Kirche ihre Macht und ihren Einfluss aufbauen kann.
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Scheinheilige Geschäfte – Die Finanzen des Vatikans

Die fiktive Handlung des Computerspiels Assassins Creed ist an wahre historische Begebenheiten angelehnt, die aber mitunter sehr frei interpretiert werden. So existieren in dem Spiel sogenannte Edensplitter. Das sind uralte, übermächtige Artefakte, die von Wesen, die einst auf der Erde lebten genutzt wurden, um die Menschen zu unterdrücken. Im zweiten Teil des Computerspiels, dessen Handlung im späten 15. Jahrhundert zur Zeit der Renaissance in Italien stattfindet, unterhält sich der Protagonist Ezio Auditiore, der vom Spieler gesteuert wird, mit dem Papst Rodrigo Borgia. Der Papst, der immer wieder im Spiel auftaucht, entpuppt sich als Oberhaupt der Verschwörer und Herr über die Templritter. In dem Spiel versuchen die Templer, eine Geheimorganisation, die bis in die Gegenwart fortbesteht, die Edensplitter zu finden um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Der Assassine Ezio versucht dies zu verhindern.
Als Ezio den skrupellosen Papst in einem Kampf stellt, fragt sagt er ihn „Ihr seid der Papst und doch lehnt Ihr die zentralen Elemente Eurer Religion ab.“ Darauf antwortet in dem Spiel der Papst Rodrigo Borgia „Bist du so naiv? Ich wurde Papst, weil dies mir Zugang verschafft. Glaubst du, ich glaube auch nur ein einziges Wort aus diesem lächerlichen Buch?“

Scheinheilige Geschäfte
Aber nicht nur in dem fiktiven Computerspiel, sondern auch in der Realität scheinen hochrangige geistliche Vertreter eher dem Geld und der Macht zugeneigt, als den eigentlichen Werten und Lehren ihrer Religion. So verfügt der Katholizismus beispielsweise über eine Soziallehre, die sich auf den Kampf gegen die Armut und die Verurteilung des Geldes als „Teufelswerk“ gründet. Im Matthäus-Evangelium heißt es, dass es ist leichter sei, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme. Und auch das Zinssystem wird an vielen Stellen in der Bibel angeprangert, das nehmen von Zinsen gar mit dem Tode bestraft. Entsprechend verwunderlich ist es, das der Katholizismus über eine eigene Bank verfügt, die sich im Vatikan befindet. Die Vatikanbank ist keine Bank, die sich für eine gerechtere Verteilung der Vermögen einsetzt, wie man es vielleicht erwarten könnte. Auch diese Bank unterstützt das Zinssystem, das die Vermögen der armen arbeitenden Bevölkerung in Form von bedingungslosen Zinseinkünften an die Reichen umverteilt, nach besten Möglichkeiten. Da die Kirche bereits selbst beachtliche Vermögen angehäuft hat, profitiert sie natürlich auf Kosten unzähliger Menschen von diesem System. Die Vatikanbank bietet sogar mitunter eine bessere Verzinsung der Einlagen als die besten (und skrupellosesten) Hedge-Fonds und bietet einen ganz besonderen Vorteil: das absolute Bankgeheimnis. Die Vatikanbank ist für Kontrollen unzugänglicher als die Cayman-Inseln und verschwiegener als die Banken der Schweiz. Vorschriften zur Verhinderung von Geldwäsche haben hier keine Bedeutung (was allerdings mitunter die Zusammenarbeit mit anderen Banken … erschwert) und internationale Behörden wurde nie eine Kontrolle gestattet. Ein großer Teil der Einlagen erfolgt in Bargeld oder Goldbarren ohne eine Spur zu hinterlassen. Davon profitieren natürlich auch Leute, die auf der einen Seite viel Geld und auf der anderen Seite viele Probleme mit der Justiz haben. Mord, Totschlag und enge Kontakte zur Mafia sind nicht ungewöhnlich. Mit den allgemein bekannten christlichen Lehren hat das Verhalten des Vatikans wenig zu tun. Wie auch in dem Computerspiel geht es um Macht. Lediglich die Edensplitter existieren in der Realität nicht. Stattdessen sind die hochrangigen Geistlichen auf der Suche nach Geld, denn Geld eignet sich ebenfalls dazu, die Menschheit zu kontrollieren.
Das Buch „Scheinheilige Geschäfte“ von Curzio Maltese gibt interessante Einblicke in die Machenschaften des Vatikans. Dort wird die gepredigte Armut gewiss nicht gelebt. Die Kirche bereichert sich wo immer es ihr möglich ist. Soziale Errungenschaften, gesellschaftliche Regeln und handfeste Gesetzte werden dabei weitgehend ignoriert.

Titel: Scheinheilige Geschäfte
Untertitel: Die Finanzen des Vatikans
Autore: Curzio Maltese
Seiten: 158
Verlag: Kunstmann
Veröffentlichung: 04.03.2009
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3-88897-558-5
Preis: 16,90 Euro

Zwangsgebühren für Gottesdienste

Es gibt viele Religionen und Weltanschauungen. Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Islam, Sunniten, Schiiten oder auch das Christentum. Eine umfassende Liste kann bei Wikipedia eingesehen werden: Liste von Religionen und Weltanschauungen.
Vermutlich würden Menschen, die dem Hinduismus angehören eher keine islamischen Veranstaltungen besuchen oder finanzieren und umgekehrt. Würden Schiiten oder christliche Katholiken den Zeugen Jehovas eine Spende überweisen? Würden Atheisten, die nicht einmal an einen Gott glauben eine Kirche unterstützen? Vermutlich nicht. Das ist durchaus verständlich und nachvollziehbar. Jeder sollte selbst entscheiden können, welche Glaubensgemeinschaft er finanziert und ob er das überhaupt tut.
Wenn aber die öffentlich rechtlichen Sender einen evangelischen Gottesdienst übertragen (wie etwa heute morgen um 9:30 im ZDF), dann müssen Menschen, die in Deutschland einen Wohnsitz haben, aber einer der anderen Glaubensrichtungen angehören, über die zu entrichtende Haushaltsabgabe diese Übertragung finanzieren. Hier gibt es keine Möglichkeit, sich zu wehren. Wer in Deutschland wohnhaft ist, muss für diese religiöse Veranstaltung bezahlen, selbst wenn er die verbreiteten Informationen für falsch hält. Er wird nicht einmal eine Gegendarstellung erwirken können, denn dann müssten die Öffentlich Rechtlichen theoretisch auch einen Gottesdienste für alle anderen Religionen übertragen, damit diese auch ihre „Wahrheit“ verkünden können.

Und auch ansonsten ist das Programm des gebührenfinanzierten Fernsehens heute wieder eher anspruchs- und belanglos. Kinderfilme, Sportveranstaltung, Suchtbefriedigung (Lotto), Seifenopern, …

Religionsgemeinschaften und das Geldsystem

Zinsen führen zu einer exponentiell wachsende Vermögenskonzentration bei den reichen Menschen und natürlich zu entsprechend wachsender Verschuldung bei denen, die für die Zinsen aufkommen müssen. Die Reichen werden durch ihr bedingungsloses Spitzeneinkommen durch die Zinsen immer reicher und die arbeitenden Armen werden immer ärmer. Das Geldmengenwachstum muss natürlich durch Wirtschaftswachstum gedeckt gedeckt sein. Das bedeutet, dass nur um des Wachstums Willen wertvolle Ressourcen verschwendet werden müssen, nicht für den tatsächlichen Bedarf. Das meiste an Leid und Zerstörung auf dieser Welt ist sehr wahrscheinlich auf das zinsbasierte Geldsystem zurückzuführen.

Zinsen > Vermögenskonzentration/Verschuldung > Zinssklaverei > Dekadenz > Brot und Spiele > Gesetze/Steuerlast > Unruhen > Zusammenbruch[1]
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Der Ursprung der Welt

Am Anfang war fast nichts. Nur Dunkelheit, Wasser und der große Gott Bumba. Dieser hatte irgendwann Bauchweh und erbrach die Sonne. Durch sie verdunstete ein Teil des Wassers und Land kam zum Vorschein. Dem Gott ging es allerdings noch nicht besser und er erbrach sich weiter. Heraus kamen der Mond, die Sterne und auch neun Tiere. Schließlich erbrach er auch die Menschen. Die neun Tiere schufen derweil den Rest der Lebewesen. Drei von Bumbas Söhnen nahmen sich vor, die Welt fertigzustellen und so entstanden unter anderem auch die Pflanzen. Nach der Fertigstellung der Welt übergab der Gott Bumba alles den Menschen und zog sich zurück.[1] (S. 18) [2]
Die Geschichte klingt ziemlich schräg, oder? Nun, so versucht der Bushongo-Stamm in Zentralafrika, die Entstehung der Welt zu erklären. Eine sehr primitive Erzählung, wie sie nur von einem Eingeborenen-Stamm in der Dritten Welt zu erwarten sein kann. Doch seien wir lieber nicht überheblich, denn bei uns sieht es ähnlich aus:
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