E-Fahrzeuge – mit mächtig PS unter der Haube, versteht sich

Die Autobranche bereitet sich vor auf den Wandel hin zur Elektromobilität. Auch der Stuttgarter Sport- und Geländewagen-Hersteller Porsche will vorn dabei sein – mit mächtig PS unter der Haube, versteht sich.[1]

Quelle: Heise

Elektrofahrzeuge werden mit der Begründung forciert, dass sie weniger schädlich für die Umwelt sind, als herkömmliche Fahrzeuge. Wenn es um den Umweltschutz ginge, stünden aber kein schnellen Hochleistungsboliden zur Diskussion, sondern leichte Kleinfahrzeuge für den Alltag. Schnelle Fahrzeuge und SUVs, wie sie von der Industrie gerne als Vorzeige-Elektrovarianten präsentiert werden, müssen stabil gebaut sein und werden dadurch natürlich schwer, was aufgrund des Gewichtes zu einem höheren Energieverbrauch führt. Dabei kann oder darf auf den Straßen in den dicht besiedelten Industrieländern nur selten schnell gefahren werden. Die verfügbare Leistung und die damit einhergehenden schädlichen Auswirkungen sind somit meistens überflüssig. Gebaut und beworben werden diese hochpreisigen Fahrzeuge – auch mit Elektroantrieb – dennoch. Umweltschutz spielt offensichtlich keine große Rolle.
Eine aktuell in der Politik diskutierte Kaufprämie, die von der Allgemeinheit bezahlt werden soll, würde also hauptsächlich dazu dienen, den Reichen ihre verschwenderischen Angeber-Fahrzeuge zu subventionieren auf Kosten derer, die Tag für Tag mit einem kleinen Wagen zur Arbeit fahren müssen und mit Abgaben auf den Spritpreis die teuren Elektrofahrzeuge subventionieren sollen. Besonders unschön ist es, dass vermutlich nicht nur kleine Elektrofahrzeuge für den Alltag von einer solchen Subvention profitieren werden, sondern eben auch die unnötig großen und schweren Elektrofahrzeuge mit mächtig PS unter der Haube.
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Wie ein Volk mit einem Referendum zum Sündenbock wird

In Griechenland wird das Volk zur Abstimmung über ein paar Reformmaßnahmen wie etwa die Rente mit 67, Änderungen bei der Mehrwertsteuer und Privatisierungen Privatisierungen gebeten. Doch wie der Spiegel schreibt, ist die politische Tragweite des Referendums sehr viel größer. Im Kern geht es um die Frage, ob die Griechen einem weiteren Rettungspaket mit den damit verbundenen Sparauflagen zustimmen – oder ob sie einen kompletten Zusammenbruch des griechischen Wirtschafts- und Finanzsystems riskieren, um die verhassten Gläubiger endlich loszuwerden.[1]
Zunächst einmal klingt es nach einem sehr demokratischen und bürgerfreundlichen Prinzip, dass die Griechen über bedeutsame Themen abstimmen dürfen. Tatsächlich ist der Vorgang jedoch eher kein Ausdruck von Freiheit und Demokratie, sondern die Suche nach einem Sündenbock. Die Abstimmung ist ein taktisch kluger Zug der Verantwortlichen Politiker, um sich geschickt aus der Verantwortung zu winden und dabei noch einen guten Eindruck zu machen.
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Die einsamen Politiker inmitten der Gesellschaft

Das Bild, das einen Artikel zum Anschlag auf die Redaktion einer französischen Satire-Zeitschrift mit mehreren Todesopfern beim Focus eröffnet, zeigt tausende Menschen auf einem Platz versammelt. Als Bildunterschrift ist zu lesen „Beeindruckende Bilder: Hunderttausende gedenken der Attentatsopfer“. Weiter unten steht dann:

Nach dem großen Gedenkmarsch für die Anschlagsopfer in Frankreich hat Staatschef François Hollande zusammen mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu die Große Synagoge von Paris besucht.[1]

Quelle: Focus

und

Bei den Gedenkmärschen für die Anschlagsopfer und gegen den Terror sind am Sonntag in Frankreich so viele Menschen auf die Straßen gegangen wie noch nie zuvor in der Geschichte des Landes.[1]

Quelle: Focus

Unter der Überschrift „Merkel, Hollande und Netanjahu führen den Zug untergehakt an. Gemeinsam gedenken sie der Opfer des Terrorismus“ wird dann ein Bild gezeigt, auf dem mehrere Reihen von Personen aus Politik und Wirtschaft zu sehen sind. Unter anderem EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu, der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy, Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keita, Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Ratspräsident Donald Tusk und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.[1]
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Politik-Battle

Aus Anlass des TV-Battels der Kanzlerkandidaten Merkel gegen Steinbrück mit dem Entertainer Stefan Raab als Moderator, das auf unzähligen Kanälen übertragen wurde, möchte ich an dieser Stelle den Film „Idiocracy“ empfehlen.
Joe Bowers, ein bestenfalls durchschnittlich intelligenter Mensch, wird bei einem militärischen Experiment konserviert … und vergessen. Als er einige hundert Jahre später erwacht, findet er sich in einer Welt wieder, in der die Menschheit nahezu völlig verblödet ist. Der ehemals nicht einmal durchschnittlich intelligente Joe Bowers ist im Vergleich zu seinen neuen Mitmenschen nun ein wahres Genie und so liegt es an ihm, im Auftrag des Präsidenten Camacho die Welt zu retten.
Die Wahlkampf-Show, welche unsere Politiker heutzutage zum Besten gaben, und bei der es sich bestenfalls um verbales Wrestling handelte, ließ mich sofort an das Auftreten des Präsidenten im Film Idiocracy denken. Auch dort ist alles nur Show auf niedrigstem Niveau. Menschenmassen, die dem Präsidenten bei inszenierten Reden zujubeln und ansonsten nur belanglose Floskeln ohne jeglichen Sachverstand. Wir scheinen dem düsteren Zukunftsbild, das der Film zeichnet, viel näher zu sein, als bislang gedacht.
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Süße Geschäfte – wie Kinder zum Süßigkeitenkonsum verführt werden

Mit der im folgenden zitierten Einleitung spricht mir der Autor des Blogs „Konsumpf“ aus der Seele. Auch ich stelle mir immer wieder die Frage, wie man mit sich im Reinen sein kann, wenn man immer wieder Dinge tut, bei denen offensichtlich ist, dass sie anderen Menschen (oder überhaupt anderen Lebewesen) schaden.

Ich frage mich ja seit jeher, wie man wohl mental gestrickt sein muss, um erfolgreich in der Werbebranche arbeiten zu können. Als Reklame- oder Marketingmensch muss man schließlich seine ethisch-moralischen Maßstäbe an der Firmentür abgeben und die fatalen Auswirkungen seines Tuns verdrängen, sonst könnte man es kaum aushalten, seinen Lebensunterhalt mit dem Verführen und Belügen von Menschen zu bestreiten.

Der vollständige Blog-Beitrag, der auf einen Artikel der Zeit mit dem Titel „Süße Geschäfte“ verweist, kann hier gelesen werden: http://konsumpf.de/?p=14933

Geldlehrer, die Steigbügelhalter der Finazindustrie

In den Schulen geht es nicht darum, die Kinder und Jugendlichen zum selbstständigen Denken und kritischen Hinterfragen der Sachverhalte zu befähigen. Das Ziel des „Bildungssystems“ ist es, abgestumpfte Individuen zu erschaffen, die im Sinne der Wirtschaft „funktionieren“. Die Schüler lernen das, was nötig ist, um dem System zu dienen. Es ist also eigentlich kein „Bildungssystem“, sondern ein „Ausbildungssystem“.
Dies wird beispielsweise deutlich, wenn man den Artikel „Geldlehrer – Warum ist Sparen wichtig?“[1] durchliest, der Mitte 2012 bei Zeit Online veröffentlicht wurde. In dem Artikel wird erklärt, dass seit ein paar Jahren externe Organisationen, wie Wirtschaftsverbände und Deutsche-Bank-Mitarbeiter an den Schulen Unterricht halten. Sie sponsern Arbeitsmaterialien, erklären marktwirtschaftliche Grundsätze oder referieren über die Altersvorsorge. Ihr Ziel ist es angeblich, die Bildung der Schüler zu verbessern. Tatsächlich wollen sie aber vermutlich nur die Ausbildung der Schüler anpassen – in ihrem Sinne.
Am Beispiel einer Unterrichtsstunde von Stefanie Scheuer, die gelernte Versicherungskauffrau ist und als selbstständige Vermögensberaterin arbeitet, wird dem Leser ein Einblick in die Tätigkeit der „Geldlehrer“ gegeben. Scheuer kommt einmal in der Woche an die Schule, um den Umgang mit Geld zu unterrichten. Die Themen sind unter anderem Inflation, Altersvorsorge, Vermögensaufbau und Bausparen.

»Warum ist Sparen wichtig?«, fragt die Vermögensberaterin. »Weil die staatliche Rente weniger wird«, ruft ein Mädchen aus der letzten Reihe. Scheuer nickt anerkennend.[1]
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Heuchlerisches Verantwortungsbewusstsein der Junkfood-Industrie

Bei gesunder Ernährung denkt man vermutlich an einen frischen Salat, an Obst und Gemüse und ein Glas Mineralwasser. Eine Portion fettige Pommes mit einem matschigen Burger und dazu ein Becher gezuckerte Cola mit einem Schokokuchen zum Nachtisch fällt vermutlich nicht in diese Rubrik. Hersteller und Verkäufer solcher Produkte haben gewiss nicht die Gesundheit ihrer Kunden zum Ziel, sondern die Gewinnmaximierung. Wäre ihnen am Wohl der Menschen gelegen, könnten sie es einfach unterlassen die Gesellschaft mit Junkfood zu versorgen und auf hochwertige Lebensmittel umsteigen. Gesunde Lebensmittel lassen sich allerdings schlecht verkaufen und die Gewinnspannen sind geringer. Also gibt es bei den Burgerketten in erster Linie minderwertige Füllstoffe anstelle hochwertiger Lebensmittel zu kaufen und die Supermarktregale quellen mit ungesundem Zeug über. Mitunter werden diese Produkte auch noch aggressiv beworben, um noch mehr Menschen dazu zu bewegen, ihr Einkommen für solches Essen auszugeben.
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Ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt!

Obwohl viele Menschen Tag für Tag hart arbeiten und dennoch immer ärmer werden, Bildungs- und Sozialsysteme nach und nach abgebaut werden und das Rentensystem zerstört wird, glauben noch immer viele Menschen, dass es uns eigentlich ganz gut geht. Auch die ständig wachsende Verschuldung beunruhigt die meisten Menschen nicht wirklich.
Doch woher stammt dieser fatale Irrglaube? Wieso ist den Menschen nicht bewusst, was um sie herum passiert? Möglicherweise liegt es an den vielen Falschmeldungen, die täglich publiziert werden. So hat die Bundesregierung, also die durch das Volk gewählten Vertreter, beispielsweise den Armutsbericht geschönt, um die schockierende Wahrheit zu verschleiern.
So wurde folgende Aussage vor der endgültigen Veröffentlichung noch einmal abgeändert, wie die Süddeutsche berichtete:[1]
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Die verschwundenen Präsidenten

Wie die etablierten Mainstream-Medien das Bewusstsein der Menschen manipulieren und einschränken, wird einmal mehr ersichtlich, wenn man die Präsidentschafts-Wahlen in den USA verfolgt. Sagt Ihnen der Name Barack Obama etwas? Oder der Name Mitt Romney? Vermutlich schon, denn beide amerikanischen Präsidentschaftskandidaten sind aus den täglichen Nachrichten kaum noch wegzudenken. Aber wie sieht es mit den Namen Gary Johnson, Jill Stein oder Virgil Goode aus? Auch sie sind Kandidaten für die nächste Amtszeit als Präsident. Und es gibt noch viele weitere. Insgesamt wollen über 20 Kandidaten am Präsidentenschreibtisch im Weißen Haus platznehmen. Sie werden jedoch von den Medien nahezu vollständig ignoriert. Es entsteht hierzulande der Eindruck, es gäbe nur zwei Kandidaten, zwischen denen die Wähler entscheiden könnten. Und auch in den USA selbst sieht es nicht besser aus. Viele Wähler dort haben von den alternativen Kandidaten nichts gehört. Ohne die nötigen Informationen können sie natürlich auch keine freie Entscheidung treffen. Durch die einseitige Berichterstattung der Medien wird das Wahlergebnis also maßgeblich vorherbestimmt. Von einer Demokratie, wie sie in den Schulen gelehrt wird, kann also im heutigen System kaum die Reden sein.
Einen interessanten Bericht hierzu können Sie bei Zeit Online nachlesen: In Amerika ist man entweder Präsident oder Loser

Unpräziser Gebrauch der Sprache

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie unpräzise die Sprache verwendet wird? In der letzten Zeit habe ich in Bezug auf die Fußball-Europameisterschaft immer wieder so Aussagen gehört wie „Wir gewinnen“. Da stellt sich mir natürlich die Frage: Wer ist mit „wir“ gemeint? Auf die Frage, wer mit „wir“ gemeint ist, erhält man dann durchaus die Antwort: Deutschland. Ich habe nicht mitgespielt und die meisten, die solche Aussagen trafen, standen ebenfalls nicht auf dem Rasen. Und überhaupt: Wer ist denn eigentlich Deutschland. Beim Think-Tank Bertelsmann würde man jetzt vermutlich den Werbespruch „Du bist Deutschland“ zu hören bekommen. Aber kann man das das so veralgemeinern? Nun, man kann schon. Aber dann sollte man sich über die Konsequenzen im Klaren sein.
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Wirtschaft wächst kräftig

Bei n-tv erschien am 11. Januar 2012 ein Artikel[1], der folgendermaßen begann:

Wirtschaft wächst kräftig

Quelle: n-tv

Die Überschrift verkündet, dass die „Wirtschaft kräftig wächst“. Wenn man die Nachrichten nur überfliegt, wird diese Aussage im Gedächtnis bleiben, während man schon zur nächsten Überschrift blickt. Weniger Beachtung wird die Aussage darüber finden: „Vollbremsung am Horizont“. Im Überschriftenblock stehen bei diesem Artikel zwei gegensätzliche Aussagen, wobei einer der beiden Aussagen durch typographische Formatierungen mehr Gewicht gegeben wird, so dass der Leser die andere Aussage leicht ausblenden kann. Schon im einleitenden Abschnitt wird klar, worum es im Artikel eigentlich geht: um die Systemkrise und den Abschwung der Wirtschaft, also das worauf der unauffällige Teil der Überschrift hinweist.

Literaturverzeichnis:
[1]
Vollbremsung am Horizont - Wirtschaft wächst kräftig; http://www.n-tv.de/wirtschaft/Wirtschaft-waechst-kraeftig-article5180581.html; 11.01.2012

Jugendliche an die Waffen!

Computerspiele mit gewalthaltigen Darstellungen, waren vor einiger Zeit in aller Munde. Politiker überschlugen sich schon bald mit Forderungen zur Eindämmung und zum Verbot der fiktionalen Gewalt um Kinder und Jugendliche zu schützen. Die Medien machten mit irreführender Berichterstattung Stimmung gegen diese sogenannten „Killerspiele“[1]. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat gar ein „Sofortprogramm zum wirksamen Schutz von Kindern und Jugendlichen vor extrem gewalthaltigen Computerspielen“ gestartet[2].
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