Lügner und Belogene

In der Rheinpfalz am Sonntag vom 25.01.2015 fragt sich der Autor im Artikel „Lügner und Belogene“, ob die Menschen durch die vielen verfügbaren Informationen auch tatsächlich gut informiert sind. Er bemängelt, dass die Menschen sich immer oberflächlicher mit den Geschehnissen befassen. Selbst unter Studenten sei es üblich, dass nur noch ein „Schlagzeilen-Wissen“ vorhanden ist. Es ist leider wichtiger, nichts zu verpassen, als wirklich gut informiert zu sein. Für lange Texte fehlen Ausdauer und Geduld. Mehr wissen ist folglich nicht gleichzusetzen mit mehr verstehen.
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Das G9-Volksbegehren in Bayern zeigt die Schwachstelle der Demokratie

G9-Volksbegehren gescheitert Niedrige Wahlbeteiligung in der Oberpfalz

Das Volksbegehren zur Zukunft des Gymnasiums in Bayern ist am Mittwoch (16.07.14) gescheitert. Viel zu wenige Bürger trugen sich in die Listen ein. Auch die Wahlbeteiligung in der Oberpfalz war nach ersten Schätzungen sehr gering.[1]

Quelle: BR

Hier wird der Unsinn eines demokratischen Systems deutlich. Bei diesem Volksbegehren kann jeder erwachsene Bayer über die Gestaltung des Schulsystems abstimmen. Die meisten Menschen sind davon jedoch nicht betroffen, so dass sie keine Motivation an der Teilnahme haben. Und viele derjenigen, die betroffen sind, dürfen nicht abstimmen, weil sie noch nicht volljährig sind. Damit kann kaum die benötigte Mindestzahl an abgegebenen Stimmen erreicht werden. Bei der Gestaltung des Schulsystems muss man nicht den Rentner fragen, der seit seinem 16 Lebensjahr auf dem Bau gearbeitet hat und man muss auch nicht den Manager einer Bank fragen. Ebensowenig ist die Meinung eines Gärtners oder eines Wirtschaftsstudenten von Bedeutung. Wenn es um die Gestaltung des Schulsystems geht, müssen die Schüler, die Lehrkräfte und Mitarbeiter der Schulleitung gefragt werden. Es mag zwar demokratisch legitim sein, die Schulzeit für Gymnasien auf acht Jahre zu beschränken, wenn genügend Klempner, Verkäufer und Rentner sich einig sind, während die Schüler nicht gefragt werden, aber es ist unsinnig.
Wir sollten weniger an diesen starren demokratischen Regeln festhalten und eher nach einem System streben, in dem jeder dafür verantwortlich ist, seinen eigenen Bereich in Ordnung zu halten, anstatt über Dinge abzustimmen, die einen nicht betreffen und von denen man nichts versteht.
Weniger Demokratie ist somit keinesfalls mit Anarchie oder Diktatur gleichzusetzen. Das heißt einfach, dass Lehrer und Schüler über die Zukunft des Schulsystems bestimmen, Eltern und Kinderbetreuer über Kindergärten und Bauarbeiter über die Sicherheitsvorschriften beim Straßenbau. Dann kann jeder das tun, wovon er am meisten Ahnung hat und muss sich nicht über Dinge abstimmen, die er nicht versteht und die ihn nicht interessieren.

Im jetzigen System ist es so, als würden zwei Wölfe und ein Schaf demokratisch darüber abstimmen, was es heute zum Abendessen gibt.
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Chancengleichheit: Bewerbungen bitte nur von Frauen

In einer Stellenanzeige der Humboldt-Universität zu Berlin (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät II, Institut für Mathematik) war zu lesen:

W3-Professur für Reine Mathematik, insbesondere Mathematische Logik, mit möglicher Fachausprägung in der Algebraischen Geometrie, Arithmetischen Geometrie oder Darstellungstheorie

unbefristet zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Bis 31.03.2016 wird die Stelle aus Mitteln des „Programms für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre“ mit dem Ziel der Förderung der Chancengleichheit von Frauen in Forschung und Lehre finanziert.[1]

Bewerbungen aus dem Ausland sind erwünscht, ist weiter unten im Anzeigentext zu lesen. In der Hoffnung, eine Arbeitsstelle in seiner deutschen Heimat zu bekommen, bewarb sich der in den USA lebende Mathematiker Matthias Aschenbrenner. Er reiste zum Probevortrag nach Deutschland, landete auf dem ersten Platz der Berufungsliste für die Berliner Professur … und wurde nicht eingestellt.
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Freie Energie – kann es das geben?

Gier nach Ressourcen


Wir benötigen viel Energie und es wird immer mehr. Die Nutzung von Energieträgern wie Gas, Kohle, Öl oder gar radioaktivem Material ist jedoch mit großen Problemen verbunden. Die Ressourcen sind begrenzt und die Folgen der Nutzung für die Umwelt fatal. Zudem ist es nur großen Konzernen möglich, die Rohstoffe zu gewinnen, aufzubereiten und die Energie zu verteilen. Dadurch sind wir von den Konzernen abhängig. Wir sind nicht frei.
Doch möglicherweise gibt es eine Alternative. Vielleicht gibt es eine Energieform, die in unvorstellbaren Mengen überall im Universum verfügbar ist. Eine Energie, die an jedem Ort genutzt werden kann und mit der wir unabhängig von den Öllieferanten und Stromproduzenten sein könnten. Spricht man diese Möglichkeit an, wird aber kaum jemand zuhören. Für solch esoterische Spinnereien möchte niemand seine Zeit verschwenden. Die meisten Menschen halten solche Denkansätze für Unfug. Energie, die jederzeit an jedem Ort kostenlos genutzt werden kann, um zu heizen, Meerwasser zu entsalzen oder ein Fahrzeug zu betreiben kann es ihrer Meinung nach nicht geben. Dies widerspricht den Erfahrungen und in einer Welt, in der wir „glauben“, alles zu „wissen“, sind viele Menschen neuen Ansätzen gegenüber eher verschlossen.
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Geldlehrer, die Steigbügelhalter der Finazindustrie

In den Schulen geht es nicht darum, die Kinder und Jugendlichen zum selbstständigen Denken und kritischen Hinterfragen der Sachverhalte zu befähigen. Das Ziel des „Bildungssystems“ ist es, abgestumpfte Individuen zu erschaffen, die im Sinne der Wirtschaft „funktionieren“. Die Schüler lernen das, was nötig ist, um dem System zu dienen. Es ist also eigentlich kein „Bildungssystem“, sondern ein „Ausbildungssystem“.
Dies wird beispielsweise deutlich, wenn man den Artikel „Geldlehrer – Warum ist Sparen wichtig?“[1] durchliest, der Mitte 2012 bei Zeit Online veröffentlicht wurde. In dem Artikel wird erklärt, dass seit ein paar Jahren externe Organisationen, wie Wirtschaftsverbände und Deutsche-Bank-Mitarbeiter an den Schulen Unterricht halten. Sie sponsern Arbeitsmaterialien, erklären marktwirtschaftliche Grundsätze oder referieren über die Altersvorsorge. Ihr Ziel ist es angeblich, die Bildung der Schüler zu verbessern. Tatsächlich wollen sie aber vermutlich nur die Ausbildung der Schüler anpassen – in ihrem Sinne.
Am Beispiel einer Unterrichtsstunde von Stefanie Scheuer, die gelernte Versicherungskauffrau ist und als selbstständige Vermögensberaterin arbeitet, wird dem Leser ein Einblick in die Tätigkeit der „Geldlehrer“ gegeben. Scheuer kommt einmal in der Woche an die Schule, um den Umgang mit Geld zu unterrichten. Die Themen sind unter anderem Inflation, Altersvorsorge, Vermögensaufbau und Bausparen.

»Warum ist Sparen wichtig?«, fragt die Vermögensberaterin. »Weil die staatliche Rente weniger wird«, ruft ein Mädchen aus der letzten Reihe. Scheuer nickt anerkennend.[1]
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Braucht der Staat ein gebildetes Volk?

An dieser Stelle möchte ich auf einen interessanten Artikel zum (Aus)Bildungswesen verweisen, da häufig Ausbildung mit Bildung verwechselt wird.

„Bildung“ und „Ausbildung“ sind nicht dasselbe!

Wie oft hören wir von „Bildungswesen“, „Bildungspolitik“ oder auch „Weiterbildung“ – obwohl all dies mit „Bildung“ gar wenig zu tun hat.

Verwendet werden die genannten Konzepte ausschließlich im Sinne von „Ausbildung“. Deren Ziel und Zweck ist es, Menschen zur Erfüllung einer beruflichen Aufgabe zu befähigen. Bildung hingegen führt zu Wissen und Verständnis, zur Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen, zu einem umfassenden Weltbild. Bildung bringt eigenständiges Denken mit sich, genau jene Fähigkeit, die in totalitären Systemen höchst unerwünscht ist.

Der gesamte Artikel kann hier nachgelesen werden:

Braucht der Staat ein gebildetes Volk? Keineswegs. Der braucht gehorsame Steuerzahler.

Wirtschaftslehre in der Krise

Die Experten wurden von der aktuellen Systemkrise „kalt erwischt“. Selbst nach einem jahrelangem Universitätsstudium der Wirtschaftslehre, waren die Turbulenzen der Währungssysteme für sie unvorstellbar und sind für viele Experten auch heute noch unerklärlich. Da lernt man tagein und tagaus komplizierte Formeln, um die Wirtschaft zu beschreiben und vorherzusagen … und in der Realität ist dann doch alles ganz anders, als es die Modelle vermuten lassen.
Dabei waren und sind die Geschehnisse keine große Überraschung, sondern eine logische Konsequenz des zinsbasierten Finanzsystems. Die ausgebildeten Experten auf diesem Gebiet wurden aber scheinbar so umfassend mit unrelevanten Belanglosigkeiten verbildet, dass sie die wesentlichen Dinge nicht mehr sehen und verstehen. Aber dies scheint den Vertretern der Volkswirtschaftslehre keine Lehre zu sein. Sie halten weiterhin an ihren komplexen und offensichtlich fehlerhaften Modellen fest, anstatt einfach zu versuchen, die grundlegenden Zusammenhänge mit dem gegebenen Menschenverstand zu verstehen und zu berücksichtigen. Dann würde ihnen recht schnell klar werden, dass ein grenzenloses exponentielles Wachstum, wie es durch Zins und Zinseszins erzwungen wird, in einer begrenzten Welt nicht funktionieren kann. Im mathematischen Modell sind Funktionen, die gegen unendlich streben leicht zu handhaben und führen nicht zu grundlegenden Problemen. In der Realität ist „Unendlich“ aber ganz schön groß und jeder wird mit seinem Verstand einsehen können, dass zwar eine Wirtschaftsleistung, die gegen unendlich strebt berechnet werden kann, aber im richtigen Leben völlig unrealistisch ist. Grenzenloses Wirtschaftswachstum fordern ist leicht. Dieses auch umzusetzen ist unmöglich. Aber das lernt man scheinbar nicht an den Universitäten, wie auch der folgende Beitrag des ZDF zeigt.

Quelle: www.youtube.com/watch?v=ykqBX8j4dUM#!

Rechtschreibung

Das Internet ist eine wahre Fundgrube menschlicher Abgründe. Auf die Frage, ob zwischen einer Internet-Adresse am Ende eines Satzes und dem Satzzeichen ein Leerzeichen eingefügt wird, erhält der Fragesteller die Antwort:

kommt doch gut…wo ist das problem….ich mach immer ein leerzeichen dazwischen…

Das ist schon eine gewisse Leistung. In diesem kurzen Satz sind mindestens zehn Schreibfehler und trotzdem hat der Autor den Mut, Hilfestellungen zur Rechtschreibung zu geben. Der traut sich was ;)

Wie man erwarten kann, entspricht sein Hinweis nicht unbedingt der korrekten Rechtschreibung. Abgesehen von verschiedenen Ausnahmen, gehört vor ein Satzzeichen kein Leerzeichen. Das Einfügen solcher fehlerhafter Leerzeichen bezeichnet man als Plenken: http://de.wikipedia.org/wiki/Plenk.

Von Sprachen und Sprachlosigkeit

Der 1859 im polnisch-litauischen Białystok geborene Augenarzt Ludwig Lazarus Zamenhof konstruierte im Laufe seines Lebens die Plansprache Esperanto.[1] (S. 3-12) Dabei legte Zamenhof auf eine einfache Grammatik Wert, die ohne Ausnahmen auskommt. Die Aussprache entspricht sehr genau der Schreibweise. Wenn man also weiß, wie ein Wort ausgesprochen wird, kann man es auch schreiben und umgekehrt. Die Betonung bei der Aussprache liegt immer auf der vorletzten Silbe. Dadurch ist Esperanto, im Gegensatz zu den unzähligen natürlichen Sprachen, sehr leicht zu lernen.
Historisch gewachsene Sprachen, die zudem auch noch ständig in Veränderung sind, machen es dem Lernenden deutlich schwerer. Zum stupiden Pauken der Vokabeln muss auch noch ein komplexes Grammatik-System erlernt werden, welches meistens von unzähligen Ausnahmen durchzogen ist. Doch damit nicht genug: Viele Wörter spricht man nicht so aus, wie sie geschrieben werden und die vielen Dialekte erhöhen den Schwierigkeitsgrad zusätzlich.
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Fachidioten als geistige Elite Deutschlands

Das deutsche Bildungssystem bedarf zweifelsohne in vielerlei Hinsicht einer grundlegenden Überarbeitung und Umstrukturierung um die Lernqualität zu verbessern. Und tatsächlich finden in verschiedenen Bereichen Reformen statt. Ob diese jedoch dazu dienen, die Lernsituation zu verbessern ist mehr als fraglich.
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