SUV und Hacksteak

Sport Utility Vehicles, kurz SUVs, sind ähnlich aufgebaut, voluminös und schwer wie Geländewägen, werden aber nicht auf unwegsamen Pisten in entlegenen Gegenden eingesetzt, sondern im normalen Straßenverkehr auf gut ausgebauten Straßen. Im Gelände könnten sie auch garnicht genutzt werden, da sie nicht die wesentlichen Stärken eines Geländewagens oder deren Stauraum haben. Dafür verbrauchen SUVs wie die echten Geländewägen leider sehr viel Sprit und sind zudem für andere Verkehrsteilnehmer gefährlicher als weniger massige Fahrzeuge.
Kein Wunder, dass solche Fahrzeuge eher kritisch gesehen werden und man sich fragt, warum die SUV-Fahrer mit solchen Fahrzeugen durch die Gegend fahren müssen, anstatt einen Kleinwagen oder eine normale Limousine mit weniger Spritverbrauch zu verwenden. Solche Fahrzeuge würde den Fahrer ebenso an sein Ziel bringt. Wenn dann ein Fahrer folgenden Gedanken sagen würde, müsste man sich ernsthaft fragen, was das für ein rücksichtsloser Mensch der SUV-Fahrer ist: „Ich weiß, dass das Fahrzeug Unmengen an Sprit verbraucht und für andere Verkehrsteilnehmer besonders gefährlich ist, aber das ist mir egal. Mir gefällt das Fahrgefühl und ich werde nicht mit einem anderen Fahrzeug umherfahren, auch wenn es mich ebenso gut an mein Ziel bringt.“.

Viele Menschen, vor allem solche, die sich dem Umweltschutz widmen, würden nun sagen, dass man nicht aus egoistischen Gründen solche Fahrzeuge fahren sollte, wenn man auch mit weniger schädlichen Autos sein Ziel (komfortabel) erreichen kann. Man braucht keine großen und schweren Fahrzeuge mit Allradantrieb im normalen Stadt- und Überlandverkehr. Die Straßen in Deutschland und den Nachbarländern sind zwar nicht unbedingt in tadellosem zustand. Aber so schlecht, dass man nur noch mit einem geländetauglichen Auto seine Ziel erreichen kann, sind die Straßen nun auch wieder nicht. Zumal SUVs ja eigentlich auch nicht geländegängig sind. Sie sind also weder für den normalen Straßenverkehr geeignet, noch offroad-tauglich.
Man sollte also von den Fahrern unnötig schwerer Fahrzeuge erwarten können, das sie beim nächsten Autokauf auf ein kleineres Modell umsteigen. Das Fahrgefühl wird zwar ein anderes sein, aber dies ist doch ein kleines Opfer, wenn man dafür die Umwelt weniger belastet und für seine Mitmenschen eine weniger große Gefahr darstellt.

Aber wie sieht es in anderen Bereichen des Alltags aus? Verhalten wir uns nicht manchmal alle, wie SUV-Fahrer? Machen wir nicht auch Dinge, die völlig unnötig sind und durch weniger schädliche Alternativen ersetzt werden könnten, nur weil wir das Gefühl dabei toll finden und uns nicht umgewöhnen wollen?
Betrachten wir beispielsweise den hemmungslosen Fleischkonsum, der in unserer Gesellschaft ganz selbstverständlich ist. Darüber macht sich kaum jemand Gedanken, dabei gäbe es hier einige interessante Aspekte, über die es sich nachzudenken lohnt.

Tiere ihres Fleisches wegen aufzuziehen ist äußert ineffizient, denn um Fleisch zu erzeugen, muss ein Vielfaches an pflanzlicher Energie den Tieren verfüttert werden. Die sogenannten Veredelungsverluste sind bei jeder Tierart anders, besonders hoch sind sie bei Rindfleisch, denn hier benötigt man für ein einziges Kilo bis zu 16 kg Getreide. Im Durchschnitt geht man von einer Umrechnung von 1 zu 10 aus, d.h. 90% der pflanzlichen Energie werden verschwendet. [..] Dies ist in höchstem Maße ineffizient. Doch neben der Bereitstellung von Futter oder Wasser schlagen auch Kosten für Transport (Benzin/Diesel für den Transport der Tiere bzw. der Futtermittel) und Strom (für die Ställe oder Zäune bzw. die Weiterverarbeitung und Kühlung der tierischen Überreste) zu Buche.[1]

Quelle: PeTA

Aber nicht nur der Energieverbrauch ist bei der Herstellung von Fleisch und anderen tierischen Produkten enorm. Auch der Flächenverbrauch, die Zerstörung der Umwelt und die Erzeugung Antibiotikaresistenter Erregern in der Massentierhaltung darf nicht unbeachtet bleiben.
Es wird schnell klar, dass der Konsum tierischer Produkte schwerwiegende Folgen für uns und unsere Umwelt hat. Aufgrund der finanziellen Subventionen und das konsequente Ignorieren der schädlichen Auswirkungen, wirken sich die Nachteile des Konsums tierischer Produkte nicht auf die Preise aus, die wir im Discounter für das Schnitzel, die Milch oder die Butter bezahlen müssen. Diese Produkte sind mitunter so billig, dass weniger für ein Schnitzel aus Fleisch bezahlen muss, als für ein vegetarisches oder gar veganes Schnitzel.
Unsere Gesellschaft ist umfassend auf den Konsum tierischer Produkte ausgerichtet. Und auch in den asiatischen Kulturen, in denen traditionell beispielsweise keine Milchprodukte konsumiert werden, sollen neue Absatzmärkte geschaffen werden, indem man die Menschen dort „auf den Geschmack“ von Milch und Butter bringt.[2] Irgendwann wird es auch für die Asiaten „normal“ sein, Unmengen an Milch zu konsumieren und sie werden dann „wissen“, dass Kuhmilch ein natürliches Nahrungsmittel für erwachsene Menschen ist und eine Ernährung ohne Milch unmöglich ist. Im Moment vertragen aber etwa 90 Prozent der Asianten keine Milch, da sie die darin enthaltene Laktose aufgrund der zu geringen Produktion des Verdauungsenzyms Laktase, nicht verdauen können. Sie müssen sich also erst noch an dieses gesunde und für die menschliche Ernährung unbedingt Notwendige Produkt gewöhnen.

Nun ja, eigentlich ist Kuhmilch kein notwendiges Nahrungsmittel für Menschen. Genausowenig ist es notwendig, dass wir Fleisch in solch großen Mengen verschlingen, wie es heutzutage bei uns üblich ist. Dennoch sagen viele Leute, die Fleisch essen, dass sie zwar um die Nachteile und Gefahren wissen, die der Fleischkonsum mit sich bringt, sie sagen aber auch, dass sie nicht auf eine vegetarische oder gar vegane Ernährung umsteigen wollen. Warum? Weil sie nicht auf den gewohnten Geschmack und das bekannte Essgefühl verzichten wollen. Genausowenig, wie der SUV-Fahrer auf das besondere Fahrgefühl verzichten möchte, wenn er mit seinem Straßenschlachtschiff unterwegs ist. Man könnte meinen, dass der Umweltschutz für Menschen keine Bedeutung mehr hat, wenn es ums Mittagessen geht. Am Esstisch nehmen selbst Menschen, die sich sonst intensiv Gedanken darum machen, wie man den Energieverbrauch reduzieren kann, die ihre Wohnung mit Kompaktleuchtstofflampen erhellen und die weitgehend auf die Nutzung von Autos verzichten, keine Rücksicht mehr auf die Umwelt.

Von SUV-Fahrern erwartet man, dass sie sich zum Wohle der Umwelt umgewöhnen und auf ein kleineres Automodell umsteigen. An vegetarische Schnitzel gewöhnen, will sich aber kaum ein Fleischesser. Dabei ginge dies recht problemlos. Fleisch essen wir, weil wir von Kindheit an daran gewöhnt wurden. Dementsprechend könnten wir uns auch an vegetarische Schnitzel gewöhnen und nach einiger Zeit schmeckt gewiss auch ein vegetarisches Schnitzel gut und ist ein würdiger Ersatz für ein Fleischprodukt. Zumal die Auswahl an vegetarischen und veganen Lebensmitteln mittlerweile sehr groß ist und man ja nicht sofort auf seine gewohnte Ernährung verzichten muss. Man kann ja in kleinen Schritten nach und nach fleischliche Produkte durch pflanzliche Produkte ersetzen.


Gericht: Selbstgemachte Spätzle mit Rahmsauce und vegetarischem Schnitzel

Gericht: Bratkartoffeln, vegetarisches Schnitzel, Pilze, Sauerrahm


Literaturverzeichnis:
[1]
Umweltschutz; PeTA; http://www.peta.de/umwelt
[2]
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