Süße Alternativen

Zucker, der süße Stoff

Der Konsum von Zucker (Saccharose) kann verschiedene unerwünschte Folgen nach sich ziehen. Bereits im Mundraum wandeln Bakterien (Streptokokkenarten) die Kohlenhydrate in der Nahrung zu organischen Säuren um. Die Säuren lösen dann die vorhandenen Mineralien aus den Zähnen und es bildet sich Karies, der immer tiefer in den Zahn vordringt und ihn mit der Zeit zerstört.
Der Körper von Menschen, die an einer Form des Diabetes erkrankt sind, produziert weniger oder gar kein Insulien, bzw. entwickelte eine Insulin-Resistenz. Dieses Hormon transportiert den über die Nahrung aufgenommenen Zucker in die Zellen, wo er verwertet wird. Je kohlenhydratreicher die Nahrung, desto so mehr Insulin wird benötigt, um den ansteigenden Blutzuckerspiegel wieder zu senken. Fehlt das Insulin, staut sich der Zucker im Blut. Diabetiker müssen also stark darauf achten, den Zuckerkonsum in engen Grenzen zu halten, damit der Blutzuckerspiegel nicht zu stark ansteigt.
Zucker wird auch in Verbindung mit Übergewicht gebracht, wobei zu bedenken ist, dass Zucker normalerweise sehr schnell abgebaut und verwertet wird. Folglich wird man durch Zucker nicht direkt dick. Wenn dem Körper aber ausreichend Zucker zur Verfügung steht, muss er die Fettreserven nicht zur Energiegewinnung nutzen und kann das Polster vielleicht sogar für schlechte Zeiten weiter ausbauen. Indirekt kann Zucker also durchaus zur erfolgreichen Umfangserweiterung beitragen.
Zucker hat einige negative Auswirkungen und birgt verschiedene gesundheitliche Gefahren. Da wir auch ohne zusätzliche Zuckermengen in der Nahrung überleben können, stellt sich die Frage, warum man die Probleme, die der Zuckerkonsum mit sich bringt akzeptiert. Was also macht Zucker so besonders, dass man zerstörte Zähne und eventuell Krankheiten riskiert, um diesen weitgehend unnötigen Stoff essen zu können? Vermutlich ist es der angenehme Geschmack. Menschen bevorzugen evolutionsbedingt süße Nahrungsmittel. Bei süßen Früchten kann man davon ausgehen, dass sie reif sind, während saure Dinge häufig giftig sind und gemieden werden sollten. Letztendlich werden heutzutage nahezu alle „Lebensmittel“ oder besser gesagt „Füllstoffe“ mit Zucker versetzt, weil es uns dann einfach besser schmeckt und wir mehr davon in uns hineinschaufeln.
Das ist eine Zwickmühle. Auf der einen Seite möchte man süße Speisen essen, auf der anderen Seite sollte man aber gerade den süßen Zucker, der die Speisen so lecker macht, meiden.
Was nun? Bleibt nur der konsequente Verzicht auf Süßspeisen? Oder gibt es vielleicht alternative Stoffe, die süß schmecken, aber nicht die Nachteile von Zucker haben? Sicher gibt es die. Die Industrie liefert verschiedenste Alternativen, wie beispielsweise Aspartam. Solche künstlichen Produkte aus dem Chemielabor möchte ich allerdings ebenso wie Zucker meiden. Gesund sind sie gewiss auch nicht. Die Suche nach anderen süßen Stoffen geht weiter.

Stevia

Fündig wurde ich in Körperpflegeabteilungen von Supermärkten. Dort wird manchmal Stevia als Badezusatz angeboten. Der Süßstoff wird aus der Pflanze Stevia rebaudiana gewonnen und das Konzentrat ist wirklich sehr süß, was die Dosierung extrem schwer macht. Dafür ist Stevia nicht kariogen und kalorienarm. Darüber hinaus kann es auch von Diabetikern problemlos konsumiert werden.

Xylitol

Xylitol
Besser für die Verwendung im Haushalt geeignet ist ein anderer süßer Stoff: Der Zuckeralkohol Xylitol. Xylitol wird aus Birkenrinde oder Resten von Maiskolben gewonnen und hat eine ähnliche Konsistenz und Süßkraft wie gewöhnlicher Speisezucker in der Küche, so dass der Süßstoff sehr ähnlich verwendet werden kann. Besonders angenehm ist die antikariogene Wirkung. Der Zuckeralkohol schützt aber nicht nur vor Karies, sondern wird auch insulinunabhängig verstoffwechselt und hat weniger Kalorien als Zucker (wenn auch mehr als Stevia). Bei Menschen hat Xylitol keine schädlichen Wirkungen, bei einige anderen Tiere kann Xylitol aber gefährlich sein, hier ist also Vorsicht geboten.

Fazit

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Speisen zu süßen, ohne die negativen gesundheitsgefährdenden Effekte von Zucker in Kauf nehmen zu müssen. Stevia und Xylitol haben mitunter sogar ausgesprochen gesundheitsfördernde Wirkungen. Subventionen, Gesetze und mangelnde Informationen, bzw. gezielte Desinformationen, tragen jedoch dazu bei, dass die gesunden Alternativen keine große Verbreitung finden und die Macht der Zuckerproduzenten erhalten bleibt. So werden auch zukünftig die meisten Menschen beim Dessert nur zwischen „Nicht süß aber gesund“ und „süß aber ungesund“ wählen können. Die Option „Süß und gesund“ wird noch lange nicht in der öffentlichen Diskussion angekommen sein.