Subventionswahnsinn

Wenn man Einkäufe tätigt, trifft man Entscheidungen. Man entscheidet sich beispielsweise für bestimmte Produkte von irgendwelchen Herstellern oder Marken zu bestimmten Preisen. Manche Produkte kauft man, weil sie günstig sind, andere, weil sie einem gefallen. Beim Einkaufen kann man aber auch ganz gezielt Produkte oder Hersteller meiden, wenn man etwa mit der Produktqualität oder mit der Geschäftspolitik des Konzerns unzufrieden ist. Zugegeben, es ist extrem schwierig, konsequent auf alle Produkte zu verzichten, bei deren Produktion beispielsweise Menschen und andere Tiere ausgebeutet werden. Man wird für fast kein Produkt einen Hersteller finden, der nicht so einiges auf dem Kerbholz hat. Aber zumindest kann man sich die schlimmsten Produzenten herausgreifen und auf deren Ware verzichten.
Während man sich jedoch auf der einen Seite vielleicht bemüht, möglichst solche Produkte zu kaufen, die man mit seinem Gewissen vereinbaren kann, wird man auf der anderen Seite vom Staat (also von sich selbst)* gezwungen, für viele Produkte zu bezahlen, die man sich nicht kaufen würde, weil man die entsprechenden Hersteller nicht für ihr unakzeptables Verhalten belohnen möchte.
Der Weg hierfür sind Subventionen, die aus Steuermitteln getätigt werden. Um das Bezahlen von Steuern kommt man kaum herum. Steuern sind nicht zweckgebunden, so dass es keine Möglichkeit gibt, gezielt zu bestimmen, wofür die Steuern, die man für ein gezielt gekauftes Produkt bezahlen muss, verwendet werden dürfen. Es kann also passieren, dass man mit dem Kauf eines Kleidungsstücks aus fairem und nachhaltigem Handel ein anderes Kleidungsstück finanziell unterstützt, dessen Hersteller die Arbeiter rücksichtslos ausbeutet und die Umwelt in hohem Maße schädigt. Zu bedenken ist auch, dass die meisten Menschen arbeiten müssen, um Geld zu erhalten (im Gegensatz zu ganz wenigen, die beispielsweise über Zinseinkünfte von der Arbeit anderer leben können). Für die Arbeit muss man Lebenszeit aufwänden. Letzten Endes bezahlt man also für alle Produkte mit seiner kostbaren Lebenszeit – dank Subventionen auch für solche, die man nicht haben möchte.

Nachfolgend eine Liste an bereits abgeschafften und noch gültigen Subventionen, die ich nicht für akzeptabel halte, für die ich aber dennoch bezahlen musste, bzw. muss:

Tabak

Der Rauch, vor allem von Zigaretten, ist sehr penetrant und unangenehm. Zudem ist er gewiss nicht gesund. Leider kann man sich dem Zigarettenrauch kaum entziehen. An vielen Gebäudeeingängen muss man sich durch die von Rauchern verursachte Dunstwolke kämpfen und an Orten mit vielen Menschen, wie etwa Fußgängerzonen, kann man sich dem Qualm erst recht nicht entziehen. Selbst bei Wanderungen im Wald an der ansonsten sehr erfrischenden Luft, ist man nicht vor dem Gestank der Glimmstängel sicher.
Obwohl ich Zigaretten nicht befürworte, muss ich dennoch dafür bezahlen. Zumindest die EU-Subventionen sind ab 2010 entfallen, wie unter http://www.taz.de/!40407/ nachgelesen werden kann.

Milch

Aus der Sojapflanze lässt sich ein Milchähnliches Getränk erzeugen, das jedoch nicht als Milch bezeichnet werden darf. Das Produkt ist vegan und da es keinen Umweg über ein Tier gibt, ist die Herstellung auch relativ einfach und weit weniger Energieaufwändig, als die „Produktion“ von beispielsweise Kuhmilch. Bei dieser müssen zunächst ebenfalls Pflanzen angebaut werden, die dann aber an milchgebende Tiere verfüttert werden. Die Umwandlung von pflanzlichem Material in ein Getränk ist auf diesem Wege sehr ineffizient und damit entsprechend teuer. Dennoch kostet die Kuhmilch tendenziell sehr viel weniger als Sojamilch, denn letztendlich finanziert man unter anderem mit dem Kauf von Sojamilch die Produktion von Kuhmilch. Nicht nur dass die Steuern, die man für Sojamilch bezahlen muss genutzt werden, um Kuhmilchbauern zu subventionieren, auf Sojamilch ist auch noch der hohe Steuersatz von derzeit 19 Prozent zu entrichten. Für Kuhmilch hingegen muss nur der niedrige Steuersatz von aktuell 7 Prozent abgeführt werden. Weitere Informationen zu den Subventionen sind auf der Seite http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,627343,00.html zu finden.


* Unter einem Souverän (lat. superanus, „über allen stehend“) versteht man den Inhaber der Staatsgewalt, in Republiken ist dies das Staatsvolk.[1] Da man von der Staatsgewalt zur Bezahlung gezwungen wird und man selbst die Staatsgewalt ist, wird man von sich selbst gezwungen, zu bezahlen. Was für ein Unfug …


Literaturverzeichnis: