Stoff zum Nachdenken: Der Zinseszinseffekt

Arbeiten – Kaufen – Sterben
Seit vielen Jahren schreibe ich nun darüber, dass Zins und Zinseszins äußerst problematisch sind. Durch den Zins wachsen die Geldansprüche der ohnehin schon Vermögenden ständig weiter und der Rest der Menschheit muss diese Zinsgewinne erarbeiten. Der Zinseszins bringt eine fatale exponentielle Dynamik ins Spiel. Schon einfache Beispielrechnungen, durchgeführt mit einem Zinsrechner, lassen den Umfang des exponentiellen Wachstums erkennen. Bedenkt man nun, dass Energie und Rohstoffe aufgewendet werden müssen, um die Werte zu schaffen, welche die Zinsgewinne mit Werten untermauern, wird schnell klar, dass wir die Rohstoffe der Erde ausbeuten und die Umwelt zerstören müssen, um die beständig wachsenden Forderungen des Geldsystems zu erfüllen. Gleichzeitig wird der Inhalt unseres Daseins auf „Arbeiten – Kaufen – Sterben“ reduziert.
So kann es natürlich nicht weitergehen. Die Luft wird immer mehr verschmutzt. Schönste Landschaften weichen Abbaugebieten für Erze und große Flächen an Urwäldern werden gerodet. Täglich sterben viele Tierarten aus, weil ihr Lebensraum zerstört wird. Die Böden sind ausgelaugt oder von Gülle ertränkt. Ohne chemische Pestizide kommt kaum noch ein Landwirt aus um in noch kürzerer Zeit noch mehr zu produzieren. Und doch reicht das Wirtschaftswachstum es nicht. Es muss immer mehr produziert und wieder zerstört werden. Wir zerstören unseren Lebensraum um immer weiter zu wachsen und trotzdem kommt bei der Masse der Menschen immer weniger an. Während zwar auf der einen Seite ganz wenige Menschen durch Zins und Zinseszins schneller Geld erhalten, als sie ausgeben können, wissen immer mehr Menschen nicht, wie sie eine kleine beheizte Wohnung und etwas Essen bezahlen sollen.
Die meisten Probleme, mit denen wir zu konfrontiert sind, können auf das zinsbasierte Geldsystem zurückgeführt werden, das einen Teil der Menschen unvorstellbar reich macht, aber die vielen anderen Menschen in einen brachialen Konkurrenzkampf um die letzten noch verfügbaren Geldmittel zwingt. Die Schere zwischen Arm und Reich muss immer weiter auseinandergehen, bis die Spannungen zu groß werden und sich mit Gewalt entladen.
Diesem Schicksal entkommen wir nur, wenn wir ein Geldsystem einführen, das keinen Zins benötigt. Dadurch ließen sich vermutlich nahezu alle Probleme lösen, die wir derzeit haben. Doch leider gibt es kaum Kritik am Geldsystem. In den Medien wird zwar gerne über Gewalt, Armut und Katastrophen berichtet und die Politiker versprechen vor jeder Wahl, sie werden sich für eine bessere Zukunft einsetzten … aber das eigentliche Problem wird dann doch nicht beim Namen genannt: Das Zinssystem. Stattdessen wird viel Energie aufgewendet, um die Symptome zu bekämpfen. Eine tiefgreifende Veränderung erreicht man so nicht.
Wir sehen, dass dieses System fast nur Verlierer kennt. Aber es gibt eben auch ein paar Gewinne, wie bereits erwähnt: diejenigen, die vom Finanzsystem profitieren. Sie müssen nur in Kauf nehmen, dass die Welt um sie herum in Schutt und Asche gelegt wird, dann aber können sie sich zurücklehnen und zusehen, wie ihre Zinseinnahmen sprudeln. Zu den Gewinnern gehören üblicherweise auch die Banken. Aber kann man hier wirklich von „Gewinnern“ sprechen? Am Ende sitzen wir alle in einem Boot. Und wenn dies sinkt, dann geht irgendwann auch die erste Klasse mit unter. Auf lange Sicht sollte ein Geldsystem, das Frieden und Wohlstand für alle Sichert, auch im Sinne der jetzigen „Gewinner“ sein. Was bringt all das Vermögen, wenn man es wieder ausgeben muss, um Leib und Leben seiner Familie zu schützen und das Anwesen nur in gepanzerten Limousinen verlassen kann? Ist es da nicht besser, etwas weniger zu bekommen, dafür aber sicher in friedlicher Umgebung leben zu können?
Schinbar setzt sich die Erkenntniss, dass es nicht weitergehen kann, wie bisher, nun auch bei einzelnen Banken durch. Auf der Homepage der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling ist zu lesen:

Die Frage hierbei ist: Wollen wir ein Geldsystem, das Stabilität gewährleistet? Oder bevorzugen wir ein System, das großen Wohlstand auf Kosten anderer ermöglicht? Langfristig wird jedes Geldsystem durch Zins und Zinseszins zusammenbrechen.

Später wird dann auf die Wachstumsproblematik durch den Zins eingegangen:

Anfangs wächst das verzinste Geld um sehr geringe Beträge, dann aber kontinuierlich schneller und schließlich verläuft die Wachstumskurve fast senkrecht. Geld verdoppelt sich in regelmäßigen Abständen durch Zins und Zinseszins.

Der Zins ist gefährlich und doch wird er nur selten in Frage gestellt. Um so erfreulicher ist, es, dass ein kritischer Artikel zum Zinssystem bei einer Bank veröffentlicht wurde. Das ist ein Anfang, aus dem „Denkgefängnis“ auszubrechen und ein Schritt hin zu einer besseren und friedlicheren Welt für alle Lebewesen!

Wir befinden uns in einem soliden „Denkgefängnis“, in dem wir uns in Bezug auf das Thema „Geld“ eingerichtet haben. Die Kritik am Geldsystem stimmt zwar, aber wir verfügen nicht über die Macht und den Willen, es zu ändern. Der Zins gehört zum Eingangsparadigma, das alle Ökonomen akzeptieren müssen – vom Bankberater bis zum anerkannten Experten der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. Alle ökonomischen Modelle und Berechnungen setzen den Zins als gegeben voraus.

Der ganze Artikel kann hier gelesen werden: Stoff zum Nachdenken: Der Zinseszinseffekt