Sportflugzeug mit VW-Motor

Schon oft wurde versucht, einen verhältnismäßig billigen Automotor in ein Flugzeug einzubauen, aufgrund des Gewichts meist mit wenig Erfolg. Erst als die Tendenzen des Automotorenbaus in die gleiche Richtung wie der Bau von Flugmotoren ging, wurde es möglich, Automotoren in Flugzeuge einzubauen. Als besonders geeignet stellte sich der VW-Motor heraus, der bald erfolgreich in einem Segelflugzeug verbaut wurde und damit ein vollwertiger Motorsegler geschaffen wurde. Das bekannteste Flugzeug mit VW-Motor, die Bébé, benötigt etwa sechs bis sieben Liter Sprit in der Stunde und fliegt bis zu 150 km/h schnell. Damit benötigt das Flugzeug auf 100 Kilometer lediglich 4,7 Liter Treibstoff.[1]
An diese Werte kommen selbst viele moderne Kleinwagen nicht ran. Offensichtlich benötigen Fahrzeuge unverhältnismäßig viel Treibstoff. Der Artikel, aus dem die Angaben zum Flugzeugmotor entnommen sind, stammen übrigens aus der Zeitschrift „hobby – Das Magazin der Technik“, das im Dezember 1953 zu einem Preis von 1,50 DM erschien. Vor über 55 Jahren war es also schon möglich mit weniger als fünf Litern Sprit 100 km weit zu fliegen. Da klingt es fast wie Hohn, wenn die heutigen Autohersteller Geld vom Staat verlangen, um spritsparende Autos zu entwickeln. Immerhin hatten sie 50 Jahre Zeit dafür zu sorgen, dass ein Auto zumindest nicht mehr Sprit verbraucht, als ein Flugzeug – was ganz offensichtlich nicht gelungen ist.

Doch nun, rechtzeitig vor den Präsidentenwahl, drängen die Autobauer lautstark auf eine Erhöhung der Kredite auf 50 Milliarden Dollar, um die Entwicklung spritsparender Fahrzeuge möglichst schnell vorantreiben zu können.[2]

Quelle: Heise Autos


Literaturverzeichnis:
[1]
Sportflugzeug mit VW-Motor; Karlheinz Kens; hobby - Das Magazin der technik, Sportflugzeug mit VW-Motor; 1953
[2]
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