Spekulanten, die Wegelagerer der heutigen Zeit

Wer viel arbeitet, sollte im Allgemeinen mehr verdienen, als jemand, der wenig für die Gesellschaft tut. Hierbei ist natürlich auch Art und Schwierigkeit der Aufgabe zu berücksichtigen. Leider ist es jedoch so, dass einige Menschen sehr viel Geld bekommen, ohne etwas zum Wohl der Allgemeinheit beizutragen. Durch Spekulationen an der Börse und Zinsgewinne eignen sie sich das Geld anderer an. Geld, für das andere Menschen arbeiten müssen. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht. Sie nehmen denen das Geld weg, die dafür hart arbeiten, ohne eine Gegenleistung zu bringen. Man könnte es auch Diebstahl nennen.

Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

§ 242 Abs. 1 StGB

Leider handelt es sich dabei nicht um eine rechtswidrige Tat, da das Vorgehen gesetzlich legitimiert ist. Somit ist es kein Diebstahl, man muss also offensichtlich nur entsprechend geschickt dabei vorgeht, wenn man seinen Mitbürgern ihr Hab und Gut wegnimmt.
Spekulanten wetten unter anderem auf Öl, Gold, Weizen und Kakao. Sie treiben die Preise in die Höhe und der normale Bürger muss an der Tankstelle und im Supermarkt immer mehr für die Produkte bezahlen, die er kaufen möchte.[1] Das Geld, dass die Waren mehr kosten, kommt jedoch nicht den Bauern und Produzenten zugute, sondern fließt in die Tasche der Spekulanten, die für die Gesellschaft nicht weiter von Nutzen sind. Sie nehmen den Menschen das Geld einfach weg. Auch wenn dieses perverse verhalten nach dem Gesetz legitim ist, so ist es dennoch ein Verbrechen – ein Verstoß gegen die Grundregeln menschlichen Zusammenlebens.
Besonders deutlich wird die Dreistigkeit und die ungezügelte Geldgier bei einer Aktion der Deutschen Bank. Sie wirbt für einen „Agriculture Euro Fonds“. Die Preise von Nahrungsmitteln wie Weizen, Mais, Zucker, Sojabohnen, Baumwolle, Kaffee und Kakao werden in die Höhe getrieben, die Anleger wollen Geld sehen Entsprechend mehr kosten dann die Brötchen beim Bäcker. Irgend jemand muss schließlich das Geld bezahlen, dass die Anleger bekommen – und das ist in dem Fall unter anderem der Kunde beim Bäcker.
Ironischerweise, oder besser gesagt dreisterweise, warb die Bank für den Fonds ausgerechnet auf Brötchentüten bei Frankfurter Bäckern.[2][3][4]


Weiterführende Artikel:

Die Ausplünderung des Volkes geht weiter


Literaturverzeichnis:
[1]
Wie Schokolade zum Spekulationsobjekt wird; Janko Tietz; http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,558593,00.html; 10.06.2008
[3]
Agriculture Euro Fond der Deutschen Bank; http://blog.pantoffelpunk.de/brechmittel/agriculture-euro-fond-der-deutschen-bank; 21.05.2008
[4]
Deutsche Bank Agriculture Euro Fonds empfohlen; http://www.fondscheck.de/artikel/analysen-Fonds-1724936.html; 07.04.2008

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