Öffentlich-rechtliche Sender sind nicht kostenlos

„Alternative Fakten“ und „Fake News“ nennt man heutzutage das, was früher schlicht als „Zeitungsente“ bezeichnet wurde: Wenn absichtlich oder unabsichtlich Unwahrheiten verbreitet werden.

Als Fake News könnte man auch die Aussage von Netflix-Gründer Reed Hastings verstehen, wie sie aktuell in verschiedenen Medien, wie etwa bei Heise publiziert wird:

Laut Netflix-Gründer Reed Hastings sind die Deutschen keine eingefleischten Video-Piraten. Sie schauen eher wenige Inhalte illegal. Die öffentlich-rechtlichen Sender hätten sie aber auch mit einem „relativ“ guten, kostenlosen Programm ein wenig verwöhnt.[1]

Quelle: Heise

Diese Aussage suggeriert, dass Deutsche die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender kostenlos ansehen dürfen. Das ist nicht korrekt. Das Programm der Öffentlich-Rechtlichen ist sehr wohl mit Kosten für die Deutschen verbunden. Durch die sogenannte Haushaltsabgabe müssen deutsche Bürger die Öffentlich-Rechtlichen finanzieren, selbst dann wenn sie das Angebot nicht in Anspruch nehmen.
Eingezogen werden die Rundfunkbeiträge durch den ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice, das ist eine öffentlich-rechtliche, nicht rechtsfähige Gemeinschaftseinrichtung der in der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten, des ZDF und des Deutschlandradio. (Man beachte, dass auch die Bezeichnung „Beitragsservice“ eine besonders positive klingende Beschreibung für eine Einrichtung ist, deren Aufgabe es ist, fragwürdige Zwangsbeiträge einzuziehen. Interessant ist auch, dass die Einrichtung zwar nicht rechtsfähig ist, aber Aufgaben der öffentlichen Verwaltung wahrnimmt und damit rechtlich einer Behörde gleichgestellt ist.[2])

Für Bürger ab 18 Jahren gilt: eine Wohnung – ein Beitrag. Wohnen mehrere Personen zusammen, zahlt nur eine Person den Beitrag von 17,50 Euro im Monat.[3]

Quelle: ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservic

Da auch eine Abgabe für Unternehmen müssen eine „Haushaltsabgabe“ für ihre „Betriebsstätten“ bezahlen.[4] Die Kosten müssen natürlich wieder auf die Kunden, also im Wesentlichen die Deutschen Bürger umgelegt werden, so dass die Haushaltsabgabe, die wir zu entrichten haben, sich dadurch noch weiter erhöht. Da interessiert es auch nicht, dass die Mitarbeiter, die eventuell am Arbeitsplatz Serien schauen anstatt zu arbeiten in dieser Zeit eben nicht zu Hause Filme schauen können. Warum also mehrfach bezahlen, wenn man schon für eine Leistung bezahlt hat, die man nicht in Anspruch nehmen kann, weil man an einem anderen Ort ist, nur um diese bezahlte Leitung an dem anderen Ort zu konsumieren?

Dass öffentlich-rechtliche Sender nicht kostenlos sind, wird auch durch eine weitere Aussage des Netflix-Gründers deutlich:

Die öffentlich-rechtlichen Programme von ARD, ZDF und Co. seien „mit Milliarden Euro besser finanziert als die BBC“.[1]

Quelle: Heise

Wo sollen denn die Milliarden Euro herkommen, wenn nicht durch die Beiträge der Menschen, die in Deutschland in einem Haushalt leben?

Nur weil die Beiträge zwangsweise entrichtet werden müssen, man also „eh zahlt“, heißt das nicht, dass das Programm kostenlos ist!


Literaturverzeichnis:
[1]
Netflix-Chef: Deutsche schauen "vergleichsweise wenig Filme und Serien illegal"; Heise; Kristina Beer; https://www.heise.de/newsticker/meldung/Netflix-Chef-Deutsche-schauen-vergleichsweise-wenig-Filme-und-Serien-illegal-3644768.html; 06.03.2017
[2]
Rundfunkbeitrag verweigert – Das passiert, wenn man nicht zahlt; n-tv; http://www.n-tv.de/ratgeber/Das-passiert-wenn-man-nicht-zahlt-article17393531.html; 05.04.2016
[3]
Informationen für Bürgerinnen und Bürger; ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservic; https://www.rundfunkbeitrag.de/buergerinnen_und_buerger/informationen/index_ger.html
[4]
Für ARD und ZDF: Die neue Rundfunkabgabe belastet viele Unternehmen; Frankfurter Allgemeine Zeitung; Jan Hauser; http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/2013/01/14/fuer-ard-und-zdf-die-neue-rundfunkabgabe-belastet-viele-unternehmen-109/; 14.01.2013