Nur Dilettanten überfallen eine Bank

Nur Dilettanten überfallen eine Bank, richtige Ganoven gründen eine.

Bertholt Brecht

Banken verleihen Geld. Dieses muss der Bankkunde früher oder später zurückzahlen und darüber hinaus auch Zinsen und Zinseszinsen. Das mag eventuell noch verständlich sein, lässt man einmal die langfristigen Wirkungen dieses Systems außer auch, dass letzten Endes zu einer Umverteilung des Geldes von den ärmeren Menschen zu den Wohlhabenden führt. Dies geht aber noch weiter: Banken können können mehr Geld verleihen, als sie „besitzen“. Bei Bedarf erschaffen sie das neue Geld, genauer gesagt die Ansprüche auf Geld, in dem der gewünschte Betrag im Computer eingegeben wird. Diesen Vorgang nennt man Geldschöpfung. Die Geldschöpfung ist zwar durch verschiedene Faktoren begrenzt, unter anderem den Mindestreservesatz, jedoch können die Banken Zinsen für etwas verlangen, dass sie ohne großen Aufwand einfach erzeugen. Im Prinzip bringen sie dadurch keine Leistung für die Gesellschaft, sondern haben einen eleganten und legalen Weg gefunden, die Bankkunden auszunehmen.
Die folgenden beiden Dokumentationen erläutern den Vorgang sehr gut:

Fabian – Gib mir die Welt plus 5 Prozent



Wie funktioniert Geld?



Money as Debt



Tiefere Einblicke in die Funktionsweise des Geldsystems gibt Nicolas Hofer in diesem Vortrag:

Warum die Bankenkrise eigentlich eine Krise der Geldordnung ist



Offensichtlich wird der Bankkunde von den Banken bestohlen. Geht das Geschäft nun schief und die Bank steht vor dem Zusammenbruch müssen mitunter die Steuerzahler – die Bankkunden – dafür gerade stehen und für die Unkosten aufkommen. Wie beispielsweise im Fall von Fannie Mae und Freddie Mac in den USA.[1]

Der Vorhang ist gefallen. Der erste Akt der globalen Finanzkrise ist beendet. Die US-Regierung verstaatlicht die beiden Mega-Banken Fannie Mae und Freddie Mac. Das Publikum reibt sich verdutzt die Augen. Denn die Rettung kann den US-Steuerzahler locker 300 Milliarden Dollar kosten.[1]

Hier muss die amerikanische Bevölkerung also die Rettung derjenigen bezahlen, die sie seit Jahrzehnten bestehlen. Da Geld aber nur durch Kredite in die Welt kommt, es also nur als Guthaben/Schulden-Paar existiert, müssen sich die Amerikaner bei anderen Banken verschulden, um die Rettung zu finanzieren.[2]
Eine seltsame Vorstellung: Die Menschen müssen sich bei denen verschulden, die sie durch die Verschuldung und das Zinssystem bestehlen, um genau diese zu retten, damit sie die Menschen weiter bestehlen können. Das ist in etwa so, als würde man einem Taschendieb, der einem gerade den Geldbeutel gestohlen hat, die Arztkosten bezahlen, wenn er auf der Flucht stolpert und sich die Hand bricht …


Weiterführende Artikel:
Die größten Immobilienfinanzierer der USA unter staatlicher Kontrolle
Warum wir Sklaven sind


Literaturverzeichnis:
[1]
Pleite verboten; Robert von Heusinger; http://www.fr-online.de/top_news/1591105_Pleite-verboten.html; 08.09.2008
[2]
Der Fluss des Geldes; Egon W. Kreutzer; http://www.egon-w-kreutzer.de/Geld/Grundlagen15.html; 09.02.2005

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