Nachhaltige Finanzprodukte?

Das Zins und Zinseszins ein grenzenloses, exponentielles Wachstum erzwingen, welches naheliegender zur Ausbeutung und Zerstörung der Umwelt führen muss, habe ich in verschiedenen Artikeln dargelegt. Zuletzt in dem Beitrag „2,8 Prozent„. Und auch folgende Artikel befassten sich mit der Thematik: „Grüne Technologie„, „Sparsamkeitsregime„, „Regenerative Energie und das Finanzsystem“ und „Wenn Umweltschutz unnötig wird„.
Solange es ein zinsbasiertes Geldsystem gibt, kann es keinen nachhaltigen Umweltschutz geben. Entsprechend fragwürdig sind Werbeanzeigen, bei denen für Finanzprodukte geworben wird, die mit Umweltschutz Zinsen abwerfen sollen. nachfolgend zwei Beispiele, welche ich einer Werbe-E-Mail entnahm:

Zins mit Energie, die nachwächst
Quelle: GMX-Magazin, Ausgabe 19/2012

Edelholzinvestment
Quelle: GMX-Magazin, Ausgabe 19/2012

Wie makaber diese Investment-Produkte sind, wird deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass durch den Zins immer mehr Energie und damit Rohstoffe benötigt werden, um das Wirtschaftswachstum zu leisten, das nötig ist, um damit den Zins zu erarbeiten. Das wiederum erhöht den Wert der Finanzprodukte wodurch auch die Zinsen steigen, die dann durch den Verbrauch von Ressourcen erwirtschaftet werden müssen, was erneut den Wert der Finanzprodukte steigert und so weiter. Ein selbstbeschleunigendes System wie aus dem Lehrbuch, das eine zunehmende Zerstörung der Umwelt zur Folge hat, aber trotzdem mit „Nachhaltigkeit“ wirbt.
Zins und Zinseszins haben nebenbei bemerkt exponentielle Steigerungsraten zur Folge. In der Natur aber läuft das Wachstum in der Regel zunehmend gebremst ab. Die Finanzprodukte, die sehr naturverbunden präsentiert werden sind dies also überhaupt nicht. Finanzsystem und Natur entwickeln sich aufgrund ihrer Eigenarten völlig entkoppelt und driften auseinander. Während die Pflanzen erst schnell und dann immer langsamer wachsen (Bäume, Gras, …) läuft die Entwicklung im Finanzbereich getrieben durch den Zins und den Zinseszins erst langsam und dann immer schneller. Warum wird dieses Spannungspotential in den Medien eigentlich kaum hinterfragt?

„Wachstumsgarantie“ ist in diesem Zusammenhang übrigens ein interessantes Wortspiel. Es könnte ein Wachstum des Vermögens ausdrücken, wie es im Finanzbereich üblich ist. Vermutlich soll auch genau diese Assoziation geweckt werden. Sollten aus irgend welchen Gründen die Ausschüttungen für den Investor doch nicht mehr wachsen, dann kann man sich darauf berufen, dass lediglich die Rohstoffe nachwachsen.