Indirekte Kindersoldaten

Kindersoldaten, die mit Kalaschnikow-Gewehren bewaffnet im Schützengraben liegen, werden in der heutigen Gesellschaft tendenziell eher nicht gerne gesehen. Wobei das Alter, bis zu dem man von einem „Kindersoldat“ spricht irgendwo zwischen 14 und 18 Jahren liegt. Noch schwieriger wird die Zuordnung unterstützender Kräfte, also die nicht-kämpfenden Helfer bewaffneter Gruppen. Kinder, die lediglich Munition herstellen wird man eher im Licht der inakzeptablen Kinderarbeit sehen, nicht aber als Soldat, der am Krieg beteiligt ist. Bei Jugendlichen, die unterstützende Arbeiten leisten, dürfte die moralische Hemmschwelle noch leichter überwunden sein. Sie sind keine Kinder mehr, können also bereits bedenkenlos zur Arbeit herangezogen werden und sie erschießen bei ihren Tätigkeiten ja auch niemanden.
Während hierzulande selbst Computerspiele wie Counter-Strike einen schlechten Ruf haben, weil sie zu nahe an der gewaltlastigen Realität sind, wird in Israel in Umfangreichen sogenannten Brainstormings in Erwägung gezogen, Schüler und Schülerinnen Programmierarbeiten und andere technische Aufgaben der Luftwaffe anzuvertrauen, wie Telepolis berichtete.

Interessant mag auch die Idee sein, komplizierte Programmierarbeiten und andere technische Aufgaben Schülern in Technischen Schulen der Luftwaffe anzuvertrauen. Sechs von diesen Gymnasien und Colleges wie das IAF Technological College in Be’er Sheva gibt es bereits. Sie sollen gewährleisten, dass die Luftwaffe ausreichend gut ausgebildete Techniker und Ingenieure bekommt. Bezieht man sie möglichst früh in anfallende „realistische“ Arbeiten ein, so wohl die Hoffnung, könnten diese Schüler noch besser für das Militär gewonnen werden und bis 2030 bereits den Kern der erneuerten Luftwaffe bilden.[1]

Quelle: Heise

Über den geschickten Umweg von Forschung und Lehre, sollen Minderjährige bereits aktiv auf den Kriegsdienst vorbereitet oder sich gar durch die Entwicklung von Waffensystemen unterstützend daran beteiligen. Eine traurige Entwicklung.
Aber seien wir mal ehrlich, in Deutschland sieht es eigentlich nicht besser aus. So manch ein Politiker setzt sich zwar gegen gewaltlastige Computerspiele ein, aber die Bundeswehr darf dennoch problemlos Nachwuchs an den Schulen werben.[2] Und selbst Kinder werden hierzulande von der Bundeswehr über deren Faszination für Technik angesprochen, um die Rekrutierungsziele zu erreichen.[3]


Literaturverzeichnis:
[1]
?
[3]
Kinderschutz bei der Bundeswehr – Waffen bleiben Spielzeug; Michael Schulze von Glasser; http://www.taz.de/!78028/; 13.09.2011