Luftangriff auf einen Zoo

Tiere, die ihr kurzes Leben knietief im eigenen Kot verbringen – das ist perverser als ein Luftangriff auf einen Zoo. Aber der Luftangriff stört uns viel mehr. Warum eigentlich?[1]

Mit diesen treffenden Worten leitet Tim Neshitov einen lesenswerten Artikel ein, indem er sich mit dem fragwürdigen Umgang der Menschen mit den anderen Tieren auseinandersetzt:

http://www.sueddeutsche.de/wissen/massentierhaltung-in-den-magen-aus-dem-sinn-1.1404711

In dem Artikel weist der Autor auf den Film „Meet your meat“ hin und schreibt dazu: „Click-Rekorde bricht er keine – obwohl die Stimme im Off Alec Baldwin gehört.“
Leider besitzen Schlachthäuser keine Glaswände, so dass man sich nicht ohne weiteres persönlich darüber Informieren, kann, wo unser Essen herkommt. Der Film zeigt jedoch sehr deutlich, was Menschen den anderen Lebewesen antun. Für viele Menschen sind solche Filme die einzige Möglichkeit sich zu informieren. Informiert zu sein ist wiederum die Voraussetzung, um eine mündige Entscheidung treffen zu können. Da wir alle essen müssen und nur die wenigsten vegan leben, sind wir also nahezu alle betroffen. Wir müssen uns entscheiden und somit sollten wir auch informiert sein. Andernfalls treffen andere die Entscheidung für uns und wir folgen nur Anweisungen. Entsprechend hoch müsste die Zahl derjenigen sein, die diese und ähnliche Videos gesehen haben. Warum bricht der Film dann nicht alle Klick-Rekorde? Vermutlich weil diese Informationen im Interesse der Industrie geheim gehalten werden sollen und weil eine Gesellschaft sich durchaus auch selbst zensiert. Möchte man dem Link zum Video folgen, erhält man die Meldung

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Das ist überaus sarkastisch. Ein Fünfjähriger erhält beim Fastfood-Tempel um die Ecke eine Papiertüte voll mit Burger, bei denen tote Tiere zwischen matschigen Brötchenscheiben liegen. Mit diesen Füllstoffen ruiniert er seine Gesundheit und die Tiere, aus denen die Hackfleischscheibe industriell gefertigt wurde, haben das erlitten, was ein Kind nicht einmal sehen soll. Aber Essen darf das Kind den Burger dennoch. Es ist mittlerweile ganz selbstverständlich, dass Eltern schon die kleinsten Familienmitglieder in die Burgerbratereien begleiten wo die Kinder die mit Geschmacksverstärkern aufgepeppten Füllstoffe und das dazugehörige Leid in sich hineinschaufeln. Die Kinder in unserer Gesellschaft werden geradezu animiert, Gewalt an anderen Lebewesen zu unterstützen, sollen dann aber davon nichts erfahren. Den Kindern wird eine heile Welt vorgegaukelt, die es nicht gibt. In dieser Gesellschaft lügt und betrügt scheinbar jeder jeden. Es wäre fair und ehrlich, wenn man den Kindern wenigstens die Möglichkeit geben würde, zu erfahren, was ihr Verhalten bewirkt. Aber dazu sind die einen Erwachsenen zu feige und die anderen zu geldgierig.


Literaturverzeichnis:
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