Laufzeitauktion für Kernkraftwerke

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten … verkauft! Die Bundesregierung denkt laut einem Spiegel-Bericht darüber nach, längere Laufzeiten für Atomkraftwerke an den Meistbietenden zu versteigern. Hier scheint jegliches Sicherheitsbewusstsein abhanden gekommen zu sein – sofern es jemals existierte.
Angenommen ein Kraftwerksbetreiber hat ganz besonders bei der Wartung und Instandhaltung seiner Kraftwerke gespart und bezahlt dem Personal nur wenig Gehalt. In dem Fall haben wir es nicht nur mit maroden Anlagen zu tun, sondern auch noch mit Personal, das wenig motiviert ist, die Arbeit vernünftig zu erledigen. Ob dies bei dem ein oder anderen Betreiber wirklich der Fall ist weiß ich nicht. Probleme gibt es aber tatsächlich mehr als genug:

Nun hat unser fiktiver Kernkraftwerksbetreiber, der nur wenig Geld in Wartungs- und Instanthaltungsmaßnahmen investiert hat und sein Personal schlecht bezahlt, vermutlich höhere Gewinne gemacht, als andere Betreiber, die einen Großteil der Einnahmen in die Sicherheit investierten – sofern es solche überhaupt gibt. Dieser Kraftwerksbetreiber hat nun wesentlich mehr finanzielle Möglichkeiten als seine Konkurrenten und kann problemlos höher für längere Laufzeiten bieten als die anderen Betreiber.

Folglich darf derjenige seine Kernkraftwerke am längsten betreiben, der am wenigsten für die Sicherheit sorgt.