Kundenarbeit – Die unbezahlte Dienstleistung

Im Fast-Food-Restaurant übernehmen wir die Arbeit des Kellners. Wir holen das Essen an der Theke ab und stellen die Tabletts mit dem Abfall und dem benutzten Geschirr zurück in die Tablettrückgabe. In einigen Filialen nehmen die Bestellungen nicht einmal mehr Menschen entgegen, sondern Computer. Die Informationen zu neuen technischen Produkten suchen wir uns selbst zusammen, anstatt uns von einem Mitarbeiter informieren zu lassen, um die Geräte dann im Elektroladen einfach nur noch zu kaufen – oder gleich Online zu bestellen. Gekauften Möbel bauen wir eigenhändig zusammen und in einigen Supermärkten kassieren wir uns an Automatenkassen selbst ab.
Immer mehr Arbeit wird auf den Kunden übertragen, der die Tätigkeiten unentgeltlich übernimmt und damit eine Konkurrenz für die Angestellten ist, die gegen die Konkurrenz durch die Kunden kaum eine Chance haben. Denn selbst das geringste Gehalt einer unterbezahlten Aushilfskraft ist noch höher als das Einkommen eines Freiwilligen, der unentgeltlich arbeitet. Den Konzernen bietet sich hier ein enormes Sparpotential um ihre Kosten weiter zu reduzieren. Eine Weile wird das funktionieren und die Konzerne können durch die Beschäftigung der Kunden anstelle regulärer Mitarbeiter ihre Gewinne weiter steigern. Die Menschen arbeiten immer mehr und bekommen immer weniger Lohn dafür, arbeiten auf diese Weise sogar kostenfrei für die Konzerne. Doch ohne Einkommen verringert sich auch die Kaufkraft. Gesamtwirtschaftlich und -gesellschaftlich wird dieses Konzept langfristig zusammenbrechen. Denn wenn niemand mehr Gehalt bekommt, kann er auch niemand mehr für die Wahren bezahlen.