Kritik statt Lösungsvorschläge

Hin und wieder werde ich gefragt, warum ich denn bei all der Kritik am Finanz- und Wirtschaftssystem und dem rücksichtslosen Verhalten der Menschen gegen ihresgleichen und der Natur keine konstruktiven Verbesserungsvorschläge anbringe.
Das hat verschiedene Gründe. Lösungsansätze, die nicht nur an den Symptomen ansetzen, sondern tatsächlich versuchen, die Ursachen zu ergründen und zu beheben, gibt es viele. Gedanken zu den unterschiedlichen Wirtschaftsmodellen hat sich beispielsweise Bernd Senf gemacht. In dem Buch „Die Blinden Flecken der Ökonomie Wirtschaftstheorien in der Kritik“, hat er die verschiedenen Ansätze diskutiert und versucht deren Problemstellen – die blinden Flecken – zu erläutern. Da die Probleme somit bekannt sind, allen voran die Gefahren des Zinssystems, lassen sich Konzepte erarbeiten, die diese Schwachpunkte nicht haben. Das wurde auch getan, z.B. von Silvio Gesell mit seiner Freiwirtschaftslehre, die als Grundlage für eine natürliche Wirtschaftsordnung dienen sollte. Eine Marktwirtschaft, die von Zins und Bodeneigentum befreit ist. Die Mächtigkeit dieser Wirtschaftsordnung wird in Modellversuchen mit alternativem Geld, wie etwa dem Wörgl im Jahre 1932 während der Weltwirtschaftskrise deutlich. Zwar hat auch die Theorie von Gesell noch einige Schwachpunkte, diese ließen sich jedoch auch noch beheben.
Bei der Suche nach den Ursachen für die Probleme unserer Zeit, die Aggression und Rücksichtslosigkeit der Menschen gegenüber ihrer Umgebung, die Krankheiten und Leiden, kann man noch einen Schritt weiter gehen und die Erkenntnisse von Naturbeobachter wie Viktor Schauberger oder Wissenschaftler wie Wilhelm Reich einfließen lassen. Es gibt einige hinweise, dass ihre Erkenntnisse – und mögen sich noch so unglaublich klingen – keine Fantasieprodukte sind. Hier möchte ich jedoch nicht näher darauf eingehen, da ich deren Erkenntnisse noch nicht persönlich bestätigen konnte.
Ein weiterer Grund, warum ich mich nur mit niedriger Priorität um Lösungsansätze bemühe, ist es, dass diese – sofern ich Lösungen ausarbeiten würde – lediglich Gedankenspiele bleiben werden, da es seitens des militärisch/wirtschaftlichen Komplexes und damit der Politik kein Interesse daran gibt, die Zustände zu Gunsten der Allgemeinheit zu verändern. Wie auch das Beispiel mit dem Freigeld Wörgel zeigt, werden innovative Konzepte sofort unterbunden, wenn sie Aussicht auf Erfolg zeigen. Wissenschaftler werden unterdrückt, bedroht, unglaubwürdig gemacht, erpresst oder auf andere Art ausgeschaltet, wenn ihre Erkenntnisse das bestehende System verändern könnten. Beispielsweise könnte das seit Jahrhunderten bekannte Süßkraut (Stevia rebaudiana) als gesunder Ersatz für Zucker dienen. Trotz nachgewiesener hervorragender Eigenschaften darf die Pflanze in Europa nicht als Nahrungsmittel verwendet werden. Stevia fällt unter die strenge Novel-Food-Verordnung, nach der Importeure die Unbedenklichkeit ihrer Produkte nachweisen müssen. Das ist zu teuer, so dass potentielle Importeure den Nachweis nicht erbringen können. Von Seiten der EU ist kaum Unterstützung zu erwarten: Seit mehr als zehn Jahre prüfen Lebensmittelkontrolleure in Europa nun die Pflanze ohne abschließendes Resultat. Wenn man bedenkt, dass Zigarette, die nachweislich ungesund und schädlich sind, legal verkauft werden dürfen, dann scheint es hier nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Es ist also nicht einmal möglich, den schädlichen Zucker in unseren Lebensmitteln zu ersetzen, weil dem Interessen mächtiger Verbände entgegenstehen.[1] Wie soll man dann die ganze Wirtschaft so verändern, dass sie dem Wohle der Allgemeinheit dient und nicht die Macht einer Gruppe einflussreicher und mächtiger Leute sichert?

Aus diesen Gründen beschränke ich mich weitgehend darauf, die Geschehnisse nur zu beobachten, zu analysieren und zu versuchen, die zukünftige Entwicklung zu skizzieren. Die Beeinflussung der Entwicklung liegt nicht in meiner Macht.




Literaturverzeichnis:
[1]
Stevia - Zuckerkonkurrent wird von der EU ausgebremst; Rainer Mueller-Delin; http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,6eodc6q8zyhy18gu~cm.asp; 27.01.2009

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