Keine Eurobonds solange ich lebe

Ich hatte bereits im Artikel „Unpräziser Gebrauch der Sprache“ darüber geschrieben, dass viele Dinge gesagt werden, ohne dass man sich über die genaue Bedeutung der Worte Gedanken macht. Diese Ungenauigkeit ist liegt natürlich auch im Wesen der natürlichen Sprachen. So haben Wörter nicht selten mehrere Bedeutungen, was eine präzise Kommunikation erschwert.

Johny auf der Bank Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Ein interessanter Fall der vermutlich unreflektierten Verwendung der Sprache ist eine Aussage der Bundeskanzlerin Frau Merkel. Sie betonte, dass es keine Euro-Bonds geben werde, solange sie lebt.
Diese Aussage soll möglicherweise eine mehr oder weniger ehrlich gemeinte Entschlossenheit unterstreichen. Aber letzten Endes wird nicht sie die Entscheidung pro oder contra dieser gemeinsamen EU-Anleihen treffen. Wenn es darauf ankommt, wird sie die Einführung der Euro-Bonds nicht verhindern können. Nicht jetzt in ihrer Amtszeit und vor allem nicht, wenn sie das Amt als Bundeskanzlerin abgegeben hat. Da aber anzunehmen ist, dass sie danach noch einige Jahre leben wird, ist diese Aussage, gelinde gesagt, sehr gewagt.
Im „Gelben Forum“ hat es ein Benutzer treffend so beschrieben:

Solche „Solange-ich-lebe-Sprüche“ könnten sich höchstens Königin Elizabeth II oder der Papst leisten, denn deren Amtszeit wird vermutlich erst mit deren Tod enden.

http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=258426