Die Zyklen der Maya-Kalender

Wohin man hört, immer wieder taucht die Aussage auf, dass laut den Mayas am 21.12.2012 die Welt untergeht, da an diesem Tag der Maya-Kalender endet. Selbst Moderatoren von Radiosendern, weisen immer wieder darauf hin und es werden Gewinnspiele veranstaltet, bei denen dem Gewinner ein letzter Wunsch erfüllt werden soll.
Hieran wird die extrem niedrige Qualität unserer heutigen Medien deutlich. Anstatt sich zunächst selbst und dann die Zuhörer sachlich zu informieren, wird ein Gerücht aufgeschnappt und Profit daraus geschlagen. Ähnlich dürfte es auch mit den üblichen Meldungen des Alltags sein. Hier kann der Zuhörer gewiss ebenfalls keine sachlichen Informationen erwarten. Wo sind Ehre, Anstand und Verantwortungsbewusstsein geblieben?
Es gibt nicht den Maya-Kalender, sondern mehrere. Die Mayas hatten verschiedene Kalender für unterschiedliche Zwecke. Sie hatten Kalender mit relativ kurzen Zyklen, um den Alltag zu regeln und beispielsweise Erntezeiten zu bestimmen und auch einen Kalender mit sehr langen Zyklen für astronomische Berechnungen.
Im langen Kalender laufen die einzelnen Zahlen der fünf Stellen jeweils in den Intervallen [0..13], [0..19], [0..19], [0..17], [0..19]. Ungefähr am 21. Dezember 2012 wird der lange Zyklus vollendet sein und dann wieder von vorne beginnen, so wie auch die kürzeren Zyklen immer wieder auf Null zurückgesetzt werden, wenn sie am Ende ihres Bereiches angekommen sind. Von einem Weltuntergang ist nicht die Rede. Es käme auch kaum jemand auf die Idee, anzunehmen, dass um 23:59 Uhr die Welt in einer Minute untergeht, weil dann der Stundenzyklus der Uhr beendet ist. Es geht mit 00:00 Uhr weiter.
Solche Informationen sollten über die Medien geliefert werden. Stattdessen veranstalten die qualitätsbefreiten Sender Weltuntergangs-Gewinnspiele.