Hindernisse beim Bahnfahrkartenkauf

Regionalzug
Heute stand wiedereinmal eine Bahnfahrt auf dem Plan. Und wie üblich müssen zuvor Fahrkarten erworben werden. Die Aufgabenstellung lautet demnach: Erwerbe Fahrkarten für zwei erwachsene Personen, wobei eine Person eine Bahncard 50 besitzt.
Nun gibt es leider verschiedene Möglichkeiten. So kann man normale Einzeltickets erwerben oder aber auch Sondertickets bei der beispielsweise bis zu fünf Personen in einem bestimmten Bereich eine bestimmte Zeit lang für einen festen Preis in bestimmten Zügen fahren können. Was ist jetzt günstiger? Zwei Einzeltickets, bei dem ein Ticket nur die Hälfte des Normalpreises kostet oder doch besser ein 24-Stunden Ticket, ein Länderticket, oder ein Schönes-Wochenende-Ticket oder wie sie alle heißen? Und wenn man sich für die Einzel-Tickets kauft, wie bekommt man dann den Rabatt für die BahnCard 50? Beim letzten Versuch ein solches Ticket mit Ermäßigung zu kaufen, wurde die Ermäßigung nicht vom Automaten berücksichtigt (siehe Zweistündige Schulung um eine Fahrkarte zu kaufen).
Glücklicherweise hatten vor uns drei ausländische Frauen ein Ticket für fünf Personen erworben, die uns freundlicherweise anboten bei ihnen mitzufahren. So konnten wir ganz unkompliziert und günstig mit der Bahn fahren. Weniger Glück hatten zwei Jugendliche, die nach uns am Automaten Fahrkarten laufen wollten. Sie hatten zwar genügend Geld dabei und waren auch Willens, das Geld im Tausch gegen eine Fahrkarte dem Automaten zu überlassen, aber der Automat wollte das Geld – wie so oft – nicht annehmen. Wir konnten ihnen den problematischen 20-Euro-Schein, den sie hatten, gegen zwei 10-Euro-Scheine wechseln. Mit einem der beiden Scheine hatten sie aber ebenfalls kein Glück. Auch diesen nahm der Blechkasten partout nicht an. Mit dem zweiten Schein konnten sie dann nach vielen Versuchen endlich bezahlen.

Das war die Hinfahrt.

Bei der Rückfahrt standen wir wieder vor der Hürde des Fahrkartenerwerbs. Diesmal waren wir an einem größeren Bahnhof, an dem es sogar noch richtige Schalter mit echten Menschen gab. Denen kann man leichter erklären, was man möchte, als einem Automaten. Nach längerer Wartezeit kamen wir dann an die Reihe und die erste Hürde war, abzuschätzen, ob wir den nächsten Zug noch erreichen können oder doch lieber eine halbe Stunde warten und den nächsten Zug nehmen. Dies musste leider beim Kauf der Fahrkarte festgelegt werden, weil die Karte gleich entwertet wurde. Entwerter am Bahnsteig gibt es ja leider nicht, die es ermöglichen würden, eine Bahnkarte provisorisch zu kaufen und dann zu entwerten, wenn man sie tatsächlich benötigt. Wir entschlossen uns, den späteren Zug zu nehmen und lieber zu warten, als eine Karte für einen Zug zu erwerben, von dem wir vielleicht nur noch die Rücklichter sehen würden, wenn wir auf dem Bahnsteig ankommen.
Die Überraschung war dann der Preis für die ermäßigte Fahrkarte mit BahnCard 50.

Auf der Homepage der Bahn ist zu lesen:

Wenn Sie häufig mit der Bahn reisen und dabei gern flexibel bleiben, ist die BahnCard 50 genau richtig für Sie. Sie sparen bei jeder Bahnreise garantiert 50% auf den Normalpreis!

Ok, von Flexipilität konnte man in Anbetracht der beschriebenen Torturen kaum sprechen, wie es der Werbeslogan suggeriert. Und wie sieht es mit dem letzten Teil des Werbeversprechens aus, der besagt, dass man mit der BahnCard BEI JEDER BAHNFAHRT GARANTIERT 50 Prozent auf den Normalpreis spart? Nun, wir kauften eine Fahrkarte zum Normalpreis für eine Bahnfahrt. Das heißt, das dieser Preis um 50 Prozent ermäßigt werden müsste. Die Frau am Schalter reduzierte den Preis aber nur um 25 Prozent. Die Begründung: Es handelt sich um ein Verbundtarif und da gibt es nur 25 Prozent Ermäßigung. Unglaublich. Vielleicht sollten sich diejenigen, die die Preise festsetzten öfter mal mit denen absprechen, die die Werbeslogans entwerfen. Die in der Werbung versprochene Ermäßigung von 50 Prozent bei JEDER Bahnreise gibt es nämlich offensichtlich nicht.