Heuchlerisches Verantwortungsbewusstsein der Junkfood-Industrie

Bei gesunder Ernährung denkt man vermutlich an einen frischen Salat, an Obst und Gemüse und ein Glas Mineralwasser. Eine Portion fettige Pommes mit einem matschigen Burger und dazu ein Becher gezuckerte Cola mit einem Schokokuchen zum Nachtisch fällt vermutlich nicht in diese Rubrik. Hersteller und Verkäufer solcher Produkte haben gewiss nicht die Gesundheit ihrer Kunden zum Ziel, sondern die Gewinnmaximierung. Wäre ihnen am Wohl der Menschen gelegen, könnten sie es einfach unterlassen die Gesellschaft mit Junkfood zu versorgen und auf hochwertige Lebensmittel umsteigen. Gesunde Lebensmittel lassen sich allerdings schlecht verkaufen und die Gewinnspannen sind geringer. Also gibt es bei den Burgerketten in erster Linie minderwertige Füllstoffe anstelle hochwertiger Lebensmittel zu kaufen und die Supermarktregale quellen mit ungesundem Zeug über. Mitunter werden diese Produkte auch noch aggressiv beworben, um noch mehr Menschen dazu zu bewegen, ihr Einkommen für solches Essen auszugeben.
Doch was haben Konzerne, deren Geschäftskonzept auf ungesunden Füllstoffen beruht in einem Verein zu suchen, der sich „plattform ernährung und bewegung e.V.“ nennt? Dieser Verein stellt auf der Homepage seine Ziele folgendermaßen dar:

Die Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb) bündelt eine Vielzahl gesellschaftlicher Kräfte, die sich aktiv für eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung sowie Entspannung als wesentliche Bestandteile eines gesundheitsförderlichen Lebensstils von Kindern und Jugendlichen engagieren. Ihr Ziel ist es, der Entstehung von Übergewicht vorzubeugen.[1]

Quelle: Plattform Ernährung und Bewegung e.V.

Wer möchte, dass seine Kinder gesund leben, der wird sie nicht mit Burgern, Cola und Schokolade vollstopfen und sie animieren immer mehr davon zu konsumieren. Aber gerade Unternehmen, wie Mc Donald’s, Coca Cola oder MARS Chocolate, die sogar zu den Gründungsmitgliedern des Vereins gehören, betreiben ein aufwändiges Marketing, um die Kinder zu einer ungesunden Lebensweise zu verführen. Wie können diese Konzerne sich in einem Verein engagieren, der sich angeblich für eine ausgewogene Ernährung einsetzt, während sie Reklameschilder für fettige Burger drucken lassen? Hier scheint jedes bisschen Moral und Anstand verlogen gegangen zu sein. Wenn sie die Gesundheit der Kinder gefährden, um sich zu bereichern, dann sollen sie wenigstens dazu stehen und nicht so tun, als wären sie um das Wohl der Kleinen besorgt. Sie sind nicht um die Kinder besorgt und sie tragen in ihrem Gesamtverhalten auch nicht zu einem gesundheitsförderlichen Lebensstil bei. Ganz im Gegenteil, sie animieren zu einer ungesunden Lebensweise. Diese Skrupellosigkeit ist kaum vorstellbar. Bei dieser gemeinsamen Initiative von Politik, Verbänden und Wirtschaft, wird einmal mehr der Bock zum Gärtner gemacht. Gerade diejenigen, die den Schaden anrichten, werden mit der Pflege der Sache beauftragt.

In einem Kommetar zu dem Artikel „Verbraucherbildung für Kinder: Ratschläge von der Süß- und Fettindustrie“, der bei Spielgel Online nachgelesen werden kann, schriebt ein Leser sehr treffend:[2]

Warum will die Industrie extra Geld ausgeben, um die Leute zu bilden? Das Problem kann man viel einfacher lösen. Die Industrie weiss ganz genau, welche Produkte für die Gesundheit schlecht sind. Einfach aus dem Verkehr ziehen und nicht mehr anbieten. Fertig.


Weiterführende Informationen:
McDonald’s raus aus der Schule!


Literaturverzeichnis:
[1]
Über den Verein; Plattform Ernährung und Bewegung e.V.; http://www.ernaehrung-und-bewegung.de/ueber-den-verein.html; 13.03.2013
[2]
Verbraucherbildung für Kinder: Ratschläge von der Süß- und Fettindustrie; Spiegel Online; Julian Kutzim; SPIEGEL-Verlag; http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/aigner-mcdonald-s-edeka-buendnis-fuer-verbraucherbildung-a-888373.html; 12.03.2013