Hallo ihr Sklaven

Wenn jemand meint, in Deutschland sind die Menschen in ihrem tun frei und können sich selbst nach ihren Wünschen und Fähigkeiten entfalten, sofern sie dabei anderen keinen (unerlaubten) Schaden zufügen, dann wird er sehr bald eines besseren belehrt, sollte er versuchen, diese vermutete Freiheit auszutesten. Im Allgemeinen sind wir Lohnsklaven, die den Vorgaben entsprechend ihren Dienst zu verrichten haben.
Ganz wenige Menschen besitzen nahezu nahezu alles auf dieser Welt. Sie besitzen fast den gesamten Grund und Boden (was eigentlich widersinnig ist, denn die Erde ist Naturgegeben und kann daher eigentlich kein Privatbesitz sein). Sie besitzen die Gebäude die darauf von anderen Menschen errichtet wurden. Sie besitzen die Produktionsmittel und sie besitzen die Energieversorgung und in weiten Teilen die Infrastruktur.
Wenn die besitzlosen Menschen nun ein Einkommen haben möchten (was notwendig ist, um zu überleben), dann müssen sie dafür den Besitz der reichen Menschen in Anspruch nehmen und hierfür im Namen und Auftrag der Besitzer der Grundstücke, Gebäude und Produktionsanlagen arbeiten und einen Teil des erarbeiteten Einkommens an die Besitzer abtreten.
Nun könnte man auf die Idee kommen, nicht mehr zu einem Hungerlohn für einen Arbeitgeber am Fließband zu schuften oder im Fast-Food-Fresstempel die Burger zusammenzubasteln, sondern sich selbstständig zu machen. Man könnte versuchen eine Idee zu verwirklichen und in Eigenleistung ein Produkt herzustellen und zu verkaufen, das andere Menschen benötigen. Dann ist man zwar noch immer nicht frei, aber zumindest arbeitet man selbstständig und wird nicht mehr von einem Chef gezwungen, um 7:30 am Schreibtisch zu sitzen. Man ist selbst verantwortlich für sein handeln und darf den Lohn seiner Mühe selbst behalten. Nun ja, nicht ganz. Wer mit einem eigenen Gewerbe durchstarten will, muss erst einmal die ganzen Schmarotzer wie etwa die GEZ (ja, ich bleibe bei dem alten Namen) mit den öffentlich-rechtlichen Rundfunksendern durchfüttern und Steuern, von denen man zuvor nichteinmal wusste, dass es sie gibt. Wer zuvor bei einem Familienmitglied für die Krankenkasse mitversichert war, muss sich sofort selbst versichern. Unfair dabei ist, dass die Krankenkasse sofort annimmt, dass man etwa 2000 Euro im Monat einnimmt und die Beiträge entsprechend hoch ausfallen. Weniger bezahlen geht nicht, mehr hingegen schon, wenn das Einkommen höher sein sollte. Die sozialere Lösung wäre, die eigenen Beiträge des Jungunternehmers mit dem tatsächlichen Einkommen zu steigern und dem Hauptversicherten entsprechend weniger in Rechnung zu stellen, beziehungsweise seine Beiträge gleich zu lassen, sofern sich diese nicht durch die Mitversicherung erhöht hatten. Die soziale Lösung ist für die Krankenkassen, die sich eigentlich dem Wohl der Menschen verschrieben haben aber keine Option. Sie wollen gleich viel mehr Geld, als so manch ein Firmengründer überhaupt bezahlen kann, ohne sich zu verschulden. Das Wohl der Menschen interessiert bei einer Krankenkasse niemanden.
Wer diese Hürden überstanden haben sollte, der wird sich einer Unmenge an Regeln und Gesetzen gegenübersehen, die er alle kennen und richtig anwenden muss, selbst wenn sie sich widersprechen. Ein Jungunternehmer wird vielleicht dadurch mehr Zeit mit eigentlich unnötigen Nebensächlichkeiten verbringen, als er dann noch hat, um sein Produkt zu entwickeln, zu produzieren und zu vermarkten. Der Staat sorgt zuverlässig dafür, dass eine Unternehmensgründung regelmäßig ein teures und riskantes Unterfangen ist, während er die großen globalen Konzerne auf Kosten der Steuerzahler hofiert. Unternehmensgründer müssen sich durch diese schädlichen Regelungen hoch verschulden und sind dann doch wieder nicht ein stückchen freier, als zuvor. Sie sind zwar keine Lohnsklaven mehr, aber aber sie bleiben Sklaven. Sie müssen Steuern, Rechtsbeistand, Miete und vieles mehr bezahlen und dazu auch noch Zinsen, wenn sie sich verschulden mussten.
Schade, dass Sklaven kein weißes Armband tragen müssen, wie es angeblich einst ein Senator im alten Rom vorgeschlagen haben soll, um die Sklaven besser erkennen zu können. Man riet ihm allerdings davon ab, weil die Sklaven sonst sehen würden, wie viele sie sind. Auch heute noch würde wohl fast jeder Mensch ein Armband tragen, bedenkt man dass bestenfalls diejenigen „frei“ sind, die ein hohes Vermögen und große Besitztümer haben. Alle anderen müssen sich Tag für Tag freikaufen, um die Dinge nutzen zu dürfen, die anderen gehören (den Boden, die Gebäude und die Maschinen). Und natürlich müssen wir unzählige meist schwachsinnige Steuern zahlen, die nichts steuern.