Griechenland droht Geldgebern mit Zahlungsstopp

Griechenland droht Geldgebern mit Zahlungsstopp. So betitelt die Presseagentur Reuters einen Artikel zu den finanziellen Problemen Griechenlands. Der ein oder andere Leser wird sich fragen, wie Politiker eines Landes mit so hohen Schulden, ganz selbstbewusst solche gewagten Drohungen aussprechen können. Nun, es gibt folgendes Sprichwort: Wenn du 5.000 Euro Schulden bei der Bank hast, dann hast du ein Problem. Wenn du 50.000.000 Euro Schulden bei der Bank hast, dann hat die Bank ein Problem.
Griechenland ist in der „glücklichen“ Situation, dass das Land so hohe Schulden hat, dass die Bank ein Problem hat. Die Zukunft der gesamten Eurozone ist über die gemeinsame Währung eng mit diesem Land verknüpft. Und über über die Wirtschaft der Eurozone mit dem Rest der Welt sind letzten Endes auch alle anderen Wirtschaftsräume und Währungen in gewisser Weise mit dem kleinen Land am Mittelmeer verbunden. Ein Zahlungsausfall Griechenlands könnte das Vertrauen von Anlegern und Investoren erschüttern und weitreichende Konsequenzen für die Zukunft der Gemeinschaftswährung haben. Wenn das Vertrauen in den Euro verloren geht, oder besser gesagt das, was noch davon übrig ist, ist mit beachtlichen Turbulenzen an den Finanzmärkten zu rechen, die ganz schnell andere gefährdete Länder, wie Italien, Spanien oder Frankreich in große Schwierigkeiten bringen könnte. Wenn hier eine Kettenreaktion in Gang kommt, wird kaum ein Land auf dieser Welt noch sicher sein.
Währungszusammenbrüche gab es schon häufiger in der armseligen Geschichte der Menschheit. Aber noch nie waren die Abhängigkeiten so groß wie heute. „Mitgefangen, mitgehangen“ könnte man sagen. Währungskrisen bleiben gewiss nicht mehr weitgehend lokal beschränkt, so wie es bei früheren Krisen der Fall war. Sie werden sich ausbreiten wie ein Lauffeuer, wenn sie erstmal außer Kontrolle sind. Und durch den hohen Grad der Industrialisierung und Automatisierung sind wir extrem abhängig von einer funktionierenden Wirtschaft. Die Wirtschaft aber funktioniert nur, wenn Geld zur Verfügung steht, mit der die Waren und Dienstleistungen bezahlt werden können. Bricht das Geldsystem zusammen, wird es nicht lange dauern, bis die Energieversorgung eingestellt wird und die Läden nicht mehr mit Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Dingen beliefert werden, die für uns heute noch selbstverständlich sind. In den Krankenhäusern werden die kranken und schwachen Menschen schneller sterben, als man sie mit Hacke und Spaten vergraben kann und auf den Straßen wird Chaos ausbrechen. Es wird geplündert, was irgendwie von Wert sein könnte und die hygienischen Zustände werden sehr bald katastrophale Züge annehmen, da die Wasserversorgung natürlich auch nicht mehr funktionieren wird. Krankheiten werden sich ausbreiten und kleinste Verletzungen können tödlich enden. Folglich dürften auch in den Städten bald viele Menschen die nächsten Tage und Wochen nicht überleben. Rettungsdienste werden der Vergangenheit angehören. Auf Rettungskräfte aus anderen Ländern wird man vergebens hoffen, denn wo sollen die denn herkommen, wenn weit und breit jedes Land von der Finanzkrise getroffen wurde und die Menschen dort selbst ums Überleben kämpfen? In einer solchen Situation ist sich jeder selbst der nächste. Viele Menschen werden eine solche Situation also nicht überleben. Im Gegensatz zu früher, als die Menschen noch zu großen Teilen in der Landwirtschaft tätig waren, versorgen heutzutage ganz wenige Landwirte dank der modernen Technik ganz viele Menschen. Ohne Treibstoff und damit ohne die moderne Technik werden die Landwirte bestenfalls noch sich und ihre Familien versorgen können, während die Bevölkerung in den Großstädten verhungert. (Hier zeigt sich übrigens auch eine Gefahr von sogenanntem „Terminator“-Saatgut. Dieses wurde gentechnisch so verändert, dass keine Samen aus vorherigen Ernten mehr im nächsten Jahr keimfähig sind. Landwirte, die mit solchem Saatgut arbeiten sind gezwungen, jedes Jahr neues Saatgut von einem großen Konzern zu kaufen, der das Saatgut herstellt. Wenn das nicht mehr möglich ist, weil es kein funktionierendes Geldsystem mehr gibt, dann ist auch kein Ackerbau mehr möglich. Solche Landwirte, die sich komplett von großen Konzernen abhängig gemacht habe, werden vor ihren leeren Feldern verhungern wie der Rest der Menschen im Land.)
Ein richtig großes Problem werden aber die Atomkraftwerke. Diese müssen permanent gekühlt werden. Nur wie stellt man eine solche Kühlung in einer Zeit zuverlässig sicher, in der Banden durch die Straßen ziehen und alles plündern, was nicht niet- und nagelfest ist und jeden töten, der ihnen im Weg steht? Sollte die Kühlung der Kraftwerke irgendwann versagen, wird es Kernschmelzen geben und jeder Ort in Mitteleuropa wird von mehreren Kernkraftwerken gleichzeitig verstrahlt werden. Spätestens dann werden die Menschen auf diesem Kontinent weitgehend aussterben. Und wenn die Finanzkrise in Europa auch in Amerika oder Asien zu einem Zusammenbruch der Wirtschaft führt und die dortigen Finanzsysteme ebenfalls kollabieren, dann wird es den Menschen dort nicht besser ergehen, als uns in Europa. In Anbetracht der Tatsache, dass alle zinsbasierten Geldsysteme ähnlich standfest sind, wie ein Kartenhaus, ist wohl auch damit zu rechnen, dass die Folgen nicht auf Europa beschränkt sein werden, sondern die Menschen weltweit in Gefahr bringen.
Das geschilderte Szenario ist zugegebenermaßen wohl ein Extremfall, der so hoffentlich niemals eintreten wird. Aber ein solcher Verlauf einer Krise ist durchaus im Bereich des Möglichen. Die Politiker Griechenlands haben also durchaus ein gewisses Potential für Drohungen.