Genetisch-verändertes Soja

Durch Zufall bin ich über einen Artikel gestolpert, der mittlerweile über zehn Jahre alt ist.

In der Schweiz sind 500 Tonnen Schokolade aus dem Handel zurückgezogen worden, weil sie Lecithin aus gen-manipuliertem Soja enthalten. Anders als in der Europäischen Gemeinschaft ist Gentech-Soja in der Schweiz verboten.[1]

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Das Verbot von gentechnisch verändertem Soja ist begrüßenswert. Jedoch …

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit wollte die Verwendung von gen-manipuliertem Soja zum 1. Februar zulassen. Einsprüche von Umweltorganisationen führten dazu, daß das Gesetz nicht in Kraft trat.
Anderau geht jedoch davon aus, daß das Bundesamt die Verwendung in den Tagen nach Ostern endgültig erlaubt. Der Zusatzstoff sei gesundheitlich völlig unbedenklich.[1]

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Man beachte die Begründung: Der Zusatzstoff sei gesundheitlich völlig unbedenklich.
Ob dies tatsächlich der Fall ist, kann kaum sichergestellt werden. Zu komplex sind die Abläufe im Körper eines Menschen. Und wie sieht es mit all den anderen Lebewesen aus, die diese Stoffe Produkte aus diesen Stoffen zu sich nehmen könnten? Das in Kakao-Produkten enthaltene Theobromin ist für Menschen unbedenklich, für Hunde jedoch sehr gefährlich. Ein bis zwei Tafeln Zartbitterschokolade können für einen Hund bereits tödlich sein.[2] Wie kann also sichergestellt werden, dass diese veränderten Pflanzen nicht für ein Lebewesen schädlich sind? Möglicherweise ist zum Beispiel MON863, eine für die Tierfütterung und den menschlichen Verzehr zugelassenen genmanipulierten Maissorte, aufgrund der eingepflanzten synthetischen Toxide im Saatgut tötlich für Bienenvölker.[3]
Darüber hinaus ist es sehr kurzsichtig, nur die gesundheitlichen Aspekte zu betrachten. Genveränderte Pflanzen und Tiere könnten patentiert werden. Mit Trick der Genmanipulation ist es der Industrie also gelungen, eigentlich unpatentierbares Leben, zu patentieren und damit gewisse Rechte für sich abzuleiten. Unter anderem können die Rechteinhaber Abgaben für Pflanzen und Tiere fordern, welche die entsprechenden Änderungen im Erbgut tragen. Auch genveränderte Lebewesen pflanzen sich normalerweise fort und geben ihr verändertes Erbmaterial weiter. Damit erhalten wenige Konzerne automatisch die Rechte an immer mehr Pflanzen und Tieren. Weltweit. Wenn erst einmal alle Pflanzen und Tiere solche Veränderungen im Erbgut tragen, wird es nicht mehr möglich sein, Lebensmittel anzubauen, ohne an die Rechteinhaber Zahlungen zu leisten. Schon aus diesem Grund dürften Genveränderte Produkte gar nicht erst zugelassen werden.

Solange es möglich sei, auf dem Weltmarkt unverändertes Soja zu beschaffen, werde Kraft-Jacobs- Suchard dies auch tun.[1]

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Wie lange mag das wohl noch möglich sein?


Weiterführende Artikel:

GLOBAL 2000-Studie: Heilsversprechen der Gentechnik-Industrie sind unrealistische Science Fiction!


Literaturverzeichnis:
[1]
Gen-verändertes Soja in Schokolade - Rückrufaktion..; http://www.netlink.de/gen/Zeitung/970324.htm; 24.03.1997
[3]
Bienensterben in den USA; Gert Flegelskamp; http://www.flegel-g.de/bienensterben.html; 16.03.2007