Gefahr von Stadtbränden durch Fassadendämmung

Immer mehr Gebäude werden in Wärmedämmverbundsysteme gehüllt. Häufig werden hierfür synthetisch-organische Dämmplatten auf Erdölbasis verwendet. Auch wenn diese mit brandhemmenden Chemikalien behandelt sind, können sich die Platten dennoch entzünden. Wenn das passiert, brennt das Material wie Zunder. Durch konstruktive Maßnahmen soll im Falle eines Fassadenbrandes ein Brandüberschlag auf weitere Stockwerke oder andere Gebäude verhindert werden. Dies kann geschehen, indem man Sperrschichten aus nichtbrennbaren Dämmstoffen auf Mineralwollbasis einzieht. Solche Einrichtungen sind bei einem größeren Brand jedoch schnell wirklungslos, da die Flammen über die Brandriegel schlagen oder sich das Material über dem Schutzstreifen durch die Hitze entzündet.
In den Flammen schmelzen die Hartschaumplatten und brennende Flüssigkeit tropft herunter. Nicht ohne Grund müssen über den Türen und Fenstern Sicherungen angebracht werden, die verhindern sollen, dass Personen durch das herabtropfenden brennenden Material getroffen und schwer verletzt werden.

Der Anteil gedämmter Gebäude nimmt rapide zu. Aus Kostengründen wird dabei häufig auf Dämmplatten auf Erdölbasis zurückgegriffen. Diese sind gewöhnlich etwas günstiger als vergleichbare Mineralwollprodukte, aber bringen die oben skizzierten Risiken bezüglich der Brandgefahr mit sich. Wenn zukünftig ein gedämmtes Haus neben dem anderen steht, dann werden wir vielleicht wieder Stadtbrände erleben, wie sie zuletzt im Mittelalter vorkamen.
Einen Eindruck von einem solchen Fassadenbrand erhält man, wenn man die Filmaufnahmen des Brandes eines Hochhauses in Grosny mitte letzten Jahres mit einer Kunststofffassade betrachtet.



Anmerkung: In den Medienberichten wurde die Kunststofffassade und die daraus entstehende Gefahr unerwähnt gelassen. Darüber hinaus wurde von Nachrichtensprechern gesagt, die Flammen schlügen aus den Fenstern, was die Aufmerksamkeit zusätzlich von der gefährlichen Fassadenkonstruktion weglenkt. Die Filmausnahmen zeigen aber recht deutlich, dass hauptsächlich die Fassade brennt.
Zudem sorgt der (weitgehend unnötige) Hinweis, dass der französische Schauspieler Gérard Depardieu angeblich eine Wohnung in dem Gebäude haben solle, für weitere Ablenkung. Diese Nachricht wurde immer und immer wieder von den Medien heruntergebetet. Während die Meiden also die Bilder der Gefahren von Kunststoffassaden zeigen, lenken sie gleichzeitig geschickt die Aufmerksamkeit auf Nebensächlichkeiten, anstatt die Chance zu nutzen und den Menschen wichtiges Wissen über ein Thema zu vermitteln, das uns alle (aufgrund der Dämmvorschriften) betrifft.