Forestle – Suchen und dabei den Regenwald retten?

Die Geschehnisse um uns herum beschleunigen sich immer mehr. Die meisten Staaten sind verschuldet und die Schulden wachsen beständig und exponentiell weiter. Für Deutschland zeigt dies ein Blick auf die Schuldenuhr.[1] Dies ist nicht überraschend, sondern eine systemimmanente Entwicklung. Das Zinssystem ist eine der treibende Kräfte, die ein beständiges exponentielles Wachstum erzwingen.
Die Schulden steigen weiter und es muss immer mehr Geld aufgebracht werden, die damit ebenfalls wachsenden Zinsleistungen zu tilgen. Das Geld dafür kommt natürlich nur durch neue Kredite in Umlauf. Die Menschen müssen sich immer mehr Geld leihen, müssen sich verschulden, um alte Schulden zu tilgen. Zunächst verleihen die Banken das Geld natürlich an Kreditnehmer, bei denen zu erwarten ist, dass sie das Geld zuzüglich Zinsen wieder zurückzahlen können. Irgendwann reicht das nicht mehr aus und auch weniger vertrauenswürdige Personen müssen mit Krediten versorgt werden, damit genügend Geld in Umlauf kommt. Folglich müssen auch die Richtlinien für die Kreditvergabe immer weiter gelockert werden. Andernfalls würden sich keine Schuldner mehr finden lassen, die Geldmenge abnehmen und das System würde zusammenbrechen. Ein Beispiel dafür ist die Immobilienkrise in den USA aufgrund der Subprime-Kredite. Um die Schulden nun zurückzuzahlen, muss mehr Geld erwirtschaftet werden, die Menge an produzierten Waren muss also steigen – auch dann, wenn wir schon im Überfluss leben und keine weiteren Produkte mehr bräuchten. Es müssen immer mehr Ressourcen aufgewendet werden um den Lebensstandard auch nur zu halten. Von Nachhaltigkeit kann keine Rede sein. Die Ressourcen werden immer schneller ausgebeutet, die Umwelt mehr und mehr zerstört.
Vermeiden ließe sich dieser destruktive Prozess mit einem Finanzsystem, dass kein beständiges Wachstum provoziert. Darüber ist in der öffentlichen Diskussion allerdings wenig zu lesen.
Stattdessen gibt es immer wieder Alibi-Versuche, die Umwelt zu schützen. Beispielsweise der Verkauf von CO2-Zertifikaten. Die Ursachen der Umweltzerstörung werden dabei gewöhnlich nicht behoben. Bestenfalls wird an den Symptomen herumgeschraubt. Von Erfolg können diese Versuche also kaum gekrönt sein. Dafür dürfte eine kleine Gruppe von Menschen an der Gutgläubigkeit der anderen nicht schlecht verdienen. Ein glänzendes Beispiel, ist die Suchmaschine „Forestle“, die sich damit rühmt, mit jeder Suchanfrage ein Stück Regenwald zu retten.

Forestle erzielt bei Ihren Suchabfragen Werbeeinnahmen durch Klicks auf so genannte „Sponsoren Links“. Diese Textanzeigen werden von unserem Partner Yahoo geliefert und bei Forestle neben den normalen Suchergebnissen dargestellt.[2]

Quelle: http://forestle.org/

Interessant sind in diesem Zusammenhang natürlich die eingeblendeten Anzeigen: Kredite sehr günstig. Onlinekredite mit Sofortzusage in 30 Sek – keine Sicherheiten nötig!

Forestle

Auf der einen Seite gibt man an, den Regenwald retten zu wollen. Auf der anderen Seite unterstützt man ein System, das die Zerstörung der Natur – inklusive der Regenwälder – zwingend zur Folge hat. Was soll man davon halten?


Literaturverzeichnis:
[1]
Staatsverschuldung; http://www.staatsverschuldung.de/

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