Fließendes Geld

In diesem Artikel beziehe ich mich auf den Text „Goldene Zeiten kommen wieder“ von Prof. D. Dr. Wolfgang Berger, den ich um eigene Erkenntnisse ergänze.[1]

In Zeiten großer kulturellen Blüte und allgemeinen Wohlstandes in der Bevölkerung dienten nicht Edelmetalle als Zahlungsmittel. Davon sind nicht genügend verfügbar. In diesen Zeiten wurden Schmuckstücke und Gebrauchsgegenstände aus den schönen Metallen hergestellt. Als Zahlungsmittel diente etwas, das man heute als „fließendes Geld“ bezeichnet. Geld an sich kann verschiedene Funktionen erfüllen:

  • Tauschmittel (zum tauschen gegen Ware)
  • Schatzmittel (zum sparen, also horten)
  • Vergleichsmittel (Wert verschiedener Waren vergleichen)
  • Zahlmittel (zurückzahlen von Schulden)

Diese Funktionen stehen mitunter im Widerspruch zueinander und schließen sich entsprechend gegenseitig aus. Geld, das gespart wird, kann nicht als Tauschmittel zu Erwerb von Waren verwendet werden. Ist der Anteil an gespartem Geld sehr hoch, kommt die Wirtschaft zum erliegen, weil nur noch wenig Geld verfügbar ist, das zum Tauschen gegen Waren genutzt werden kann.


Die Sumerer

Die erste nachweisbare Schriftsprache der Menschheit lässt sich nach heutigem Stand der Forschung auf die Sumerer zurückführen, die ab etwa 4000 bis 3000 v. Chr. am Unterlauf von Euphrat und Tigris im heutigen Irak siedelten. Bezahlt wurde damals mit dem Schekel („Sche“ bedeutet Weizen und „Kel“ ist ein Maß für 16,5 Gramm), der quasi durch Weizen gedeckt war.[2] Wenn der Weizen alt wurde, wurden auch die Münzen wertlos, denn für die nächste Ernte wurden neue Münzen geprägt. Der Schekel vereinfachte lediglich den Tausch, war aber nicht besser oder schlechter aufzubewahren als der Weizen. Ansparen des Geldes lohnte sich also nicht, was zur Folge hatte, dass die Menschen das Geld ausgaben und gut lebten. Die Hauptstadt Babylon galt später als die schönste Stadt der Welt mit einem schier unermesslichen Reichtum. Soweit bekannt ist, wurde das Reich später von seinen Feinden erobert, die glaubten, der Reichtum ließe sich rauben und trotzdem erhalten. Die Quelle des Reichtums, das fließende Geld, ließen sie jedoch versiegen und am Ende blieben nur Ruinen.


Das goldene Mittelalter

Entspricht der Materialwert der Münze ihrem Zahlungswert, wird die Münze dem Kreislauf entzogen und gehortet werden. Das war beispielsweise beim „Thaler“ der Fall, eine Münze aus dem Silberbergbau von St. Joachimsthal im böhmischen Erzgebirge, der im Mittelalter als Zahlungsmittel in Mitteleuropa an die Stelle der Brakteaten trat und das dunkle Mittelalter einläutete. Davor war die Zeit des goldenen Mittelalters. Brakteaten wurden regelmäßig verrufen, das heißt, sie wurden eingezogen und neue Münzen wurden wie der ausgegeben – allerdings wurden weniger neu geprägte Münzen Ausgegeben als alte eingezogen wurden. Dies war eine Form der Besteuerung, bei der diejenigen viel zahlen mussten, die viel Geld hatten und diejenigen, die wenig Geld hatten, mussten wenig zahlen. Zum Stichtag wollte also jeder sein Geld gegen nützliche Waren getauscht haben. So war das Geld auch hier ständig in Umlauf. In dieser Zeit wurden unzählige Städte gegründet, Dome und Kathedralen erbaut, das Handwerk entwickelte sich zur Kunst und arme Fischerhäfen wurden zu Oasen des blühenden Reichtums: die Hansestädte. Die wöchentliche Arbeitszeit betrug vielfach nur 30 Stunden. Es gab viele Feiertage und selbst der Montag war nicht selten frei.
Der Thaler wurde im Gegensatz zu den Brakteaten nicht mehr verrufen und konnte somit problemlos gehortet werden, was dann auch geschah. Der Geldfluss kam zum Erliegen und die Not der Menschen nahm zu. Sie erinnerten sich an bessere Zeiten, verstanden aber nicht warum das neue Geld nicht mehr wandert. „Taler, Taler du musst wandern von der einen Hand zur andern“ heißt es von da an im Volksmund. „Der Rubel muss Rollen“ sagt ein anderes Sprichwort. Wie ein Rad muss das Geld in Umlauf sein um seinen Zweck zu erfüllen.


Krisen und Wirtschaftswunder in den letzten hundert Jahren

Zu Wirtschaftskrisen kam es immer dann, wenn der Geldumlauf ins Stocken geriet und das Geld dort fehlte, wo es zum Konsum gebraucht wurde. In der jüngeren Zeit sammelte sich das Geld verstärkt in großen „Finanzstauseen“ von Investmentfonds, die damit die Preise von Aktien und Rohstoffen in die Höhe trieben.
Auch in der Wirtschaftskrise ab 1929 zeigt sich, wie wichtig fließendes Geld ist. Arbeitslosigkeit grasierte und es gab nichts mehr zu kaufen, da kein Geld vorhanden war, mit dem etwas gekauft werden konnte. In der Tiroler Kleinstadt Wörgl war die Hälfte der Bevölkerung arbeitslos, doch der Bürgermeister Michael Unterguggenberger wollte nicht akzeptieren, dass Menschen die arbeiten können und wollen, dies nicht tun sollten, weil kein Geld verfügbar ist um die Arbeit zu bezahlen. Also gab er „Arbeitsbestätigungen“ heraus, die durch aufzuklebende Marken umlaufgesichert waren. Bald darauf füllte sich die Gemeindekasse mit rückständigen Steuern und das erste Bauvorhaben, die Kanalisierung zweier Straßen, konnte umgesetzt werden. Später wurden Straßen und Wege gebaut und asphaltiert und sogar eine Skisprungschanze wurde gebaut. Um die Gebühr zu sparen investierten die Bürger das Geld schnell und entrichteten teilweise sogar die Steuern im Voraus. In Wörgl konnte nahezu Vollbeschäftigung erreicht werden und das Modell fand bald Nachahmer in der ganzen Welt.
Schließlich schritten die Behörden ein und verboten das Arbeitswertgeld am 15. September 1933 mit der Begründung, dass die Notenbank das alleinige Recht zur Geldemission habe. Wörgl kehrte zur Landeswährung zurück und hohe Arbeitslosigkeit und soziales Elend bestimmten wieder den Alltag.[3]


Zinsen regen den Geldfluss an

Das Horten von Geld schadet der Wirtschaft, da keine Einkäufe getätigt werden können, wenn das Geld dafür zurückgehalten wird. Geldsysteme sind jedoch gewöhnlich so konzipiert, dass es einfach ist, Geld anzusparen und es damit dem Kreislauf zu entziehen. Um das Horten dann doch einzudämmen, werden dem Geldbesitzer Zinsen geboten wenn er das Geld verleiht. Das heißt, ein Schuldner muss, wenn er sich Geld geliehen hat, dieses zurückzahlen und darüber hinaus noch eine bestimmte Menge an Zinsen. Das ist eine solche Selbstverständlichkeit geworden, dass den meisten Menschen die Brisanz dieser Situation in keiner Weise bewusst ist.
Geld kommt nur als Kredit in die Welt. Leiht sich jemand 100 Geldeinheiten, muss er bei einem Zinssatz von 10 Prozent nach einem Jahr 110 Geldeinheiten zurückzahlen. Die zusätzlichen 10 Geldeinheiten existieren jedoch noch nicht und müssen, wie sollte es anders sein, als Kredit geschöpft werden. natürlich werden dann auch für diese 10 Geldeinheiten Zinsen fällig. Egal, wie viel Geld zurückgezahlt wird, es reicht per Definition nicht aus, alle Schulden zu begleichen. Würde man das gesamte Geld nehmen um die Schulden zu tilgen, wäre kein Geld mehr zum handeln verfügbar und die Schulden wären noch immer nicht zurückgezahlt.
Das schöpfen von neuem Geld ist für die Banken relativ einfach. Scheine und Münzen dürfen zwar nur die Zentralbanken erzeugen, virtuelles Geld – Buchgeld – können allerdings auch die Geschäftsbanken unter Berücksichtigung der Mindestreservesätze schaffen. Das geht durch Eingabe der Beträge in einen Computer, also ohne eine tatsächliche Leistung zu erbringen, die für die Gesellschaft von Nutzen ist. Übernimmt der Staat nun die Rolle als Schuldner (was er um so stärker muss, je weniger sich die Privathaushalte und Unternehmen verschulden), dann muss letztendlich trotzdem der normale Bürger als Steuerzahler das Geld zurückbezahlen und dazu noch die Zinsen. Das Geld muss von den Menschen durch reale Leistung erwirtschaftet werden. Die Banken erzeugen das Geld zwar nur virtuell auf Knopfdruck, die Schulden müssen dann aber ganz real abgearbeitet werden. Aufgrund der Zinsen ist natürlich nicht genug Geld vorhanden für die Rückzahlung, also muss neues Geld geliehen und dafür gearbeitet werden. Ein ewiger Kreislauf, in dem die Schulden immer ein Stück höher sind, als gerade zurückbezahlt werden kann. Den Menschen fällt das nicht auf und so rackern sie sich Tag für Tag ab und begeben sich immer wieder aufs Neue in einen Wettlauf, den sie nicht gewinnen können. Das ist systembedingt ausgeschlossen. So schafft man es also, Menschen zum Arbeiten zu zwingen, ohne dafür einen größeren Aufwand betreiben zu müssen. Das ist wie Tetris. Egal wie schnell der Spieler die Klötzchen abbaut, es ist ein leichtes für den Computer immer wieder neue Klötze zu erzeugen und das immer schneller. Bei diesem Geldsystem-Tetris ist es nicht vorgesehen, dass der Spieler irgendwann einmal alle Klötze abbauen kann.
Nun ist es jedoch so, dass die Zinsen aufgrund der Zinseszinsen nicht linear steigen, sondern exponentiell. Das hat zur Folge, dass die Menschen Jahr für Jahr mehr leisten müssen als im Jahr davor um die wachsenden Zinslasten zu bedienen. Das geht eine Weile gut, doch dann kommt eine Zeit, in der das Wirtschaftswachstum stagniert. Die Menschen können irgendwann einfach nicht noch mehr Leisten als zuvor, können oder wollen nicht noch mehr konsumieren. Außerdem sind die Ressourcen auf diesem Planeten begrenzt. Gleichbleibende Wirtschaftsleistung bedeutet jedoch in diesem System, dass der Wohlstand abnimmt. Nach dem bezahlen der ständig wachsenden Zinslasten bleibt nunmal weniger Geld zum leben übrig, wenn man nicht so viel mehr erwirtschaftet hat, wie das Zinswachstum betrug. Früher oder später bricht das System dann zwangsläufig ganz zusammen. Not und Elend sind immer wieder die Folge.


Kosten der Zinsen

Zinsen sorgen zwar zunächst dafür, dass Geld verliehen wird, anstatt es zu sparen und stimulieren so den Umlauf, allerdings sind die langfristigen Folgen katastrophal. Von dem Geld, das man mit harter Arbeit verdient geht ein Teil als Einkommenssteuer an den Staat noch bevor der Arbeitgeber auch nur einen Cent ausbezahlt hat. Nach weiteren Abzügen vom Bruttolohn bleibt dann der Nettolohn übrig. Kauft man für dieses Geld nun Waren, sind im Preis bereits die Kosten für verschiedenste Zinsleistungen enthalten. Die Produktionsanlagen und die Rohstoffe für die Waren sind mit Krediten finanziert, die Fahrzeuge der Spediteure ebenso, die Einrichtung des Verkäufers auch. Die Stahlhütte, die das Rohmaterial für die Produktionsanlagen und die Fahrzeuge geliefert hat, hat ihre Fertigung auch mit Krediten finanziert und das Eisenerz und die Kohle für die Stahlproduktion sind ihrerseits im kreditfinanzierten Bergbau gewonnen worden. Die Produktions- und Lieferkette ist normalerweise noch viel länger und überall waren Kredite nötig, die mit Kreditzinsen verbunden sind. Die kumulierten Zinsen sind dann im Preis der Ware enthalten. Daher zahlt man beim Kauf einer Ware etwa 40 Prozent Zinsen.
Natürlich kann es vorkommen, dass an einer Stelle in der Produktionskette genügend Eigenkapital vorhanden war und keine Kredite aufgenommen wurden. Die Zinsen müssen aber dennoch in die Preise einkalkuliert werden, schließlich würde ein Unternehmer sonst einfach sein Geld bei der Bank anlegen. Nur wenn eine Investition mehr einbringt, als die Zinsen auf angelegtes Geld, lohnt es sich, das Risiko einzugehen und das Geld zu investieren.
Das erwähnte Geld, das als Einkommenssteuer an den Staat geflossen ist und von diesem zum Tilgen der Zinsen der Staatsverschuldung verwendet wurde, ist in den 40 Prozent, die beim Kauf von Waren verloren gehen, noch nicht beachtet. Ebenso wenig die reduzierte Steuerlast, die bei sämtlichen Stufen des Produktionsprozesses zu entrichten ist. Damit dürften die Höhe der verluste vermutlich weit über 50 Prozent des Bruttolohns sein. Man zahlt also auch dann Zinsen, wenn man selbst darauf achtet, schuldenfrei zu sein – und zwar mehr als die Hälfte von dem Geld, das man verdient.
Würden die Zinsen wegfallen, hätte das Einkommen die doppelte Kaufkraft. Natürlich möchte nicht jeder doppelt so viel kaufen, nur weil er es könnte. Irgendwann hat man genug zum Leben. Nur weil man es sich leisten kann, wird man beispielsweise nicht doppelt so viel Nahrung einkaufen, wenn man bereits mit der bisherigen Menge satt geworden ist. Also wird es viele Menschen geben, die stattdessen lieber nur noch die Hälfte der bisherigen Zeit arbeiten und ihre Freizeit genießen. Selbst im (goldenen) Mittelalter sind die Menschen mit 30 Stunden Arbeit in der Woche gut ausgekommen. Beim heutigen Stand der Technik sollte das auch zu schaffen sein, trotz gestiegenem Wohlstand und einer gewissen Mehrarbeit, die dadurch nötig wird. Die Arbeitslosen könnten zudem hier einspringen, wo die bereits arbeitende Bevölkerung weniger Arbeitsstunden anstrebt, wodurch auch die Arbeitslosigkeit verschwindet.


Einfluss der Zinsen auf Investitionsentscheidungen

Legt man heute 1.000 Euro zu 7 Prozent Zinsen an, verfügt man in 10 Jahren bereits über 2.000 Euro, wenn man zwischenzeitlich kein Geld abhebt. 2.000 Euro in Zehn Jahren haben also rechnerisch den gleichen Wert wie 1.000 Euro heute, wenn man die 2.000 Euro durch Abzinsung mit 7 Prozent auf den Wert von heute runterrechnet. Nach diesem Verfahren berechnen Unternehmen, ob sich eine Investition in der Zukunft außreichend lohnt. Natürlich mit höheren Prozentsätzen, sonst könnten sie das Geld schließlich einfach anlegen, anstatt die Risiken der Investition zu tragen. Mittelständische Unternehmen rechnen meist mit etwa 12 Prozent. Eine Investition, die in 10 Jahren 1.000.000 Euro einbringt ist mit 12 Prozent abgezinst heute lediglich 321.973 Euro wert. Global agierende Unternehmen rechnen häufig mit einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent. Hier wäre eine Investition, die in 10 Jahren 1.000.000 Euro einbringt heute lediglich 107.374 Euro wert. Die Investition, die in der Zukunft zwar 1.000.000 Euro einbringt ist heute nur wenig wert und braucht nicht berücksichtigt zu werden. Schäden, die eine Investition in der Zukunft auslöst, sind heute ebenso wenig wert und bleiben deshalb weitgehend unbeachtet. Es kommt nur darauf an, wie sich die Investition in den nächsten zehn Jahren entwickelt. Werden danach durch die Investition verehrende Schäden ausgelöst, beeinflusst das die heutige Rentabilität nur unwesentlich.
Unternehmen können bei ihren Entscheidungen somit nur kurzfristige Vorteile berücksichtigen. In der Folge davon werden Urwälder abgeholzt, Fischbestände ausgerottet und radioaktive Abfälle Produziert, die noch in vielen Millionen Jahren Schäden verursachen. Nachhaltiges Wirtschaften ist nicht rentabel und so wird der Wert eines Unternehmens, dass nur Investitionen vornimmt, die die Natur erhalten, an der Börse sinken und es wir ein Kandidat für eine feindliche Übernahme.
Zinsfreies Geld kann hier Abhilfe schaffen. Was nicht verzinst wird, kann auch nicht abgezinst werden. Eine Millionen Euro heute hat dann den gleichen Wert wie eine Millionen Euro in zehn oder hundert Jahren. Dann müssten auch beispielsweise die unvorstellbaren Kosten der Endlagerung für radioaktive Abfälle in den heutigen Preis des Atomstroms eingerechnet werden. Mit einer Kilowattstunde Atomstrom würden wir dann wohl unseren ganzen Lebensunterhalt verheizen. Da wird es verständlich, das die „wissenschaftliche“ Ökonomie das zinsfreie Geld totschweigt. Natürlich würden nicht nur die zukünftigen Schäden, sondern auch der zukünftige Nutzen von Investitionen bei zinsfreiem Geld nicht abgezinst und würden in voller Höhe bei der Kalkulation in den heutigen Preis eingehen und vielleicht würde dann die Entwicklung wirklich sparsamer Motoren oder Anlegen von Naturschutzgebieten und weitläufiger Parkanlagen zur Erholung rentabel werden.
Zinsfreies Geld würde unvorstellbare Investitionen auslösen und Spekulationskapital würde Währungsräume mit zinsfreiem Geld meiden. Das ist nicht unbedingt von Nachteil, da Spekulationskapital nur die Preise in die Höhe treibt aber keine Werte schafft.


Umlaufgesichertes Geld

Da stellt sich dann die Frage nach anderen Möglichkeiten, das Geld im Fluss zu halten und dennoch keine tickende Zeitbombe durch Zinsen zu schaffen. Es ist widersinnig, wenn das Geldsystem eine permanent steigende Wirtschaftsleistung erzwingt. Nicht die Wirtschaft muss an das Geld angepasst werden, sondern das Geld an die Wirtschaft. Und die Wirtschaftsstärke sollte sich nach dem aktuelle Bedarf richten. Darüber hinaus sollte es möglich sein, sich Geld so abzusichern, dass man im Alter Reserven hat, auf die man zurückgreifen kann. Reserven, die nicht verloren gehen, weil das System mal wieder zusammengebrochen ist, bevor man das Geld brauchte. Dann ist es möglich, dass alle Menschen mit relativ wenig Arbeit ein gutes Einkommen haben.
Eine mögliche Lösung ist es, Schwundgeld zu verwenden. Also Geld, das mit der Zeit an Wert verliert, so wie auch die Waren an Wert verlieren. Das schafft einen Anreiz, das Geld schnell wieder auszugeben oder Zinsfrei weiter zu verleihen. Dann muss derjenige, der das Geld geliehen hat, dieses zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückzahlen. Natürlich nur das Geld, das er auch geliehen hat und nicht mehr. Das hat zur Folge, dass es möglich ist, Geld so anzulegen, so dass man in Zukunft keinen Verlust hat, dass das Geld zwischenzeitlich aber dennoch in Umlauf ist und für Investitionen zur Verfügung steht. Derjenige, der das Geld geliehen hat, wird aber nicht immer Tiefer in eine Schuldenfalle getrieben.
Dadurch dass das Geld an Wert verliert, würde mit der Zeit die verfügbare Geldmenge abnehmen. Das heißt, es muss neues Geld in das System gebracht werden. Diese Aufgabe wäre vom Staat zu übernehmen, der das alleinige Recht besitzt, Geld zu erschaffen. Private, auf Gewinnmaximierung ausgerichtete Unternehmen, wie die heutigen Banken, dürfen dieses Recht nicht erhalten. Nimmt die Geldmenge ab, kann der Staat nun also Geld erzeugen und damit Menschen bezahlen, die die Straßen reparieren, Schulen bauen, Krankenhäuser unterhalten, die Straßen reinigen, und vieles mehr. Auf diese Weise kann fehlendes Geld nachfließen und die Infrastruktur würde immer besser werden. Für diese Investitionen wäre der Staat dann nicht einmal mehr auf Steuern angewiesen, so dass die Bevölkerung eine geringere Steuerlast tragen müsste. Die Staatsverschuldung würde ebenfalls der Geschichte angehören und somit müsste der Staat auch keine Steuern mehr einziehen um die damit verbundenen Zinsen zu bezahlen. Wieder eine Erleichterung für die Bevölkerung. Aufgrund der doppelten Kaufkraft (wie weiter oben erklärt) hätte der Staat bei einem solchen Geldsystem auch noch die doppelte Kaufkraft, was zu einer weiteren Steuerentlastung der Bevölkerung führen würde. Sollte einmal mehr Geld in Umlauf sein, als aktuell gebraucht wir um den Handel am laufen zu halten, weil die Wirtschaft – aus welchen Gründen auch immer – zurück geht, sollte der Staat durch Steuern natürlich auch wieder etwas Geld vom Markt nehmen können.
Alles in allem könnten die Menschen leben, „wie Gott in Frankreich“. Es gäbe keine Arbeitslosen mehr, die Arbeitsstunden für den Einzelnen würden sich reduzieren und es gäbe keine unverhältnismäßig großen sozialen Unterschiede mehr, da das Einkommen direkt von der Leistung abhängt und nicht durch leistungslose Zinsen in die Taschen weniger Menschen strömt. Der Umverteilungsmechanismus, der die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergehen lässt, wäre mit einem Schlag ausgehebelt. Die Umweltbelastung würde ebenfalls zurückgehen. Nimmt man noch die Erkenntnisse von Forschern wie Wilhelm Reich oder Viktor Schauberger hinzu, würde sich auf die Erkenntnisse traditioneller Heilkunde zurück besinnen und eine vegane Lebensweise anstreben könnte die Lebensqualität der Menschen und der Tiere auf der ganzen Welt noch weiter steigen.


Weiterführende Artikel:

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Stadtteil von London startet eigene Währung
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Wo ist der Wert des Geldes?


Literaturverzeichnis:
[1]
Goldene Zeiten kommen wieder; Prof. Dr. Dr. Wolfgang Berger; http://betaarea.implosion-ev.de/downloads/leseproben/153_21.pdf; 20.06.2006
[2]
Geheimnis des Geldes; Bernard Lietaer; http://www.futuremoney.de/geld/geheimnis_text.html
[3]
Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise; Günter Hannich; Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise

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