Fingerabdruck für die Verbrecherkartei den Reisepass

„Freiheit“ kennen viele Menschen scheinbar nur noch aus den Werbebotschaften der Zigarettenindustrie. Zu sehr sind sie damit beschäftigt, das Geld zu verdienen, mit dem sie ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Terminkalender diktieren unsere Zeiteinteilung. Da bleibt nicht viel Raum, sich selbst zu entfalten und Neues zu entdecken. So ist es kaum verwunderlich, dass weitere Einschränkungen der Lebensqualität weitgehend kritiklos hingenommen werden. Bedenken gegen eine allumfassende Überwachung der Bevölkerung werden gewöhnlich nicht öffentlich diskutiert.
Schritt für Schritt werden so immer restriktivere Überwachungsmaßnahmen etabliert. Nun hat das EU-Parlament einer Verordnung zugestimmt, nach der auch Kinder ab 12 Jahren einen Reisepass mit eingebautem Chip besitzen müssen, wenn sie ins Ausland reisen. Die Mitgliedsstaaten müssen die Verordnung innerhalb vorgegebener Fristen umsetzen.[1] Immerhin hat das Parlament verhindert, dass dieses Verfahren schon bei sechsjährigen Kindern angewendet wird, wie es die EU-Kommision forderte. Doch ist das wirklich ein Gewinn? Im Prinzip hat die EU-Kommision zwei Verfahren angewendet. Zum einen werden neue Überwachungsmaßnahmen „scheibchenweise“ eingeführt, so dass die Veränderung nicht tragisch erscheint und somit kein ausreichender Grund zum Widerstand gegeben ist. Zum anderen werden Forderungen gestellt, die noch etwas überzogen klingen. Dann rudert man einen Schritt zurück (oder wird vom Parlament zurückgerudert, das jetzt sogar den Anstrich der Bürgernähe genießt) und hat dennoch seine Forderungen durchgesetzt. Den Gegnern nimmt man dabei gleich noch den Wind aus den Segeln, da man ja schon klein beigegeben hat und kompromissbereit war. Das was also als großzügiges Entgegenkommen erscheint ist bei genauerer Betrachtung die dreiste Durchsetzung einer an sich unakzeptablen Forderung. Bei der „guten“ Nachricht, dass Sechsjährige noch keinen Pass mit Chip brauchen, wird schnell übersehen, dass nun zwölfjährige Kinder wie Schwerverbrecher behandelt werden und ihre Fingerabdrücke für den Pass abnehmen lassen müssen. Die Erfassung der Fingerabdrücke in einer zentralen Datenbank der EU ist ebenfalls bereits geplant.[1] Die Kosten für die Datenbank wird der Bürger tragen, so wie er auch für die hohen Kosten der Pässe aufkommen muss.
Nach und nach wird die Infrastruktur zur totalen Kontrolle der Bevölkerung geschaffen. Ganz offen werden nun auch Kinder mit einbezogen. Mit dieser Infrastruktur kann in Zukunft jeder, der für die Herrschenden eine Gefahr darstellt, schnell aufgefunden und handlungsunfähig gemacht werden. Reisebeschränkungen oder Kontensperrungen sind nur zwei der denkbaren Sanktionen. Allein die Angst davor wird ausreichen, die Bevölkerung einzuschüchtern.


Literaturverzeichnis:
[1]
Chip-Reisepass für Kinder ab zwölf; Günter Hack; http://futurezone.orf.at/stories/1501647/; 14.01.2009