Energie … dunkel, frei oder dunkel und frei?

Freie Energie ist eine im Umfeld von Verschwörungstheorien proklamierte, angeblich unerschöpflich zur Verfügung stehende Energieform, die die Nutzung etablierter Energieträger wie fossiler oder erneuerbarer Energieträger ersetzen könne.[1]

Quelle: Wikipedia

Das Thema Freie Energie wird nicht im Rundfunk kommuniziert und nicht an den Schulen behandelt. Forschungsberichte, wie der vom Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zum Thema unkonventionelle Energiegewinnung in Auftrag gegebene, werden von den Medien und der Öffentlichkeit weitgehend ignoriert. So auch der Bericht aus dem Jahr 2005 mit der Nummer “E 5001-15″ und dem Titel “Zukunftstechnologien für nachhaltige Entwicklung: Unkonventionelle Ansätze zur Energiegewinnung und Aktivierung biologischer Prozesse” von den Autoren Marco Bischof, Thorsten Ludwig und Andreas Manthey.
Ebenso werden auch die Forschungen von Prof. Dr. Claus W. Turtur zu der Thematik nicht beachtet und schon garnicht finanziell gefördert.

Eine häufige Begründung für die Ablehnung: So etwas kann es nicht geben, weil es den (bekannten) Naturgesetzen widerspricht.
Das ist natürlich eine sehr fadenscheinige Begründung. Schauen wir uns ein anderes Phänomen an: Die Expansion des Weltalls.

Aus der Relativitätstheorie von Einstein ließ sich ableiten, dass das Universum nicht statisch ist, sondern sich entweder ausdehnt oder zusammenzieht. Zur damaligen Zeit „wusste“ allerdings jeder, dass das Universum statisch ist. Das war allgemein bekannt. Also führte Einstein die kosmologische Konstante ein und schon deutete die Relativitätstheorie auf ein statisches Universum hin. Kurze Zeit später bewies Edwin Hubble, dass sich das Universum ausdehnt. Jeder „wusste“ nun, dass sich das Universum ausdehnt. Das war allgemein bekannt.
Einstein strich die kosmologische Konstante wieder aus seinen Formeln und bezeichnete sie als seine „größte Eselei“.[2] Nun hat man festgestellt, dass sich die Ausdehnungsgeschwindigkeit nicht abbremst. Das ist unerwartet, da die Masse ja eigentlich dafür sorgen müsste, dass die Ausdehnung immer langsamer werden müsste. Wie dem auch sei, es war nun allgemein bekannt und jeder „wusste“ auch, dass sich das Universum ausdehnt und dabei nicht langsamer wird. Damit dieses seltsame Verhalten wieder mit der Relativitätstheorie übereinstimmt, wurden die Formeln abermals angepasst: Die kosmologische Konstante wurde wieder eingeführt und etwas modifiziert. Die Konstante, die einst dafür gedacht war, ein statisches Universum zu modellieren dient jetzt dazu, ein unerwartet dynamisches Universum zu modellieren.
Damit aber nicht genug. Mittlerweile wurde bei der Messungen der Spekralverschiebung des bei uns eintreffenden Lichts ferner Supernovas festgestellt, dass sich die Expansionsgeschwindigkeit des Universums sogar beschleunigt. Jeder „weiß“ das, auch wenn die Behauptung natürlich jeglicher Erwartung widerspricht, die auf bekannten Gesetzen basiert, und demnach ähnlich abwegig sein dürfte, wie die Theorien zur Freien Energie. Massereiche Objekte können nur beschleunigt werden, wenn Energie hinzugefügt wird. Wo aber soll die Energie herkommen? Um die Unstimmigkeiten zu erklären, beruft sich die moderne Wissenschaft auf eine ominöse dunkle Energie, die man zwar nicht nachweisen, kann, die aber existieren muss und dafür sorgt, das die Galaxien eine ständige Beschleunigung erfahren.
Die Wissenschaftler, die behaupten, dass sich das Weltall immer schneller ausdehnt und ihre Theorien auf unbekannten Energieformen aufbauen, werden aber nicht ignoriert, wie ihre Kollegen, die sich mit der Nutzung der Freien Energie befassen.
Nein, die Wissenschaftler, die behaupten, das Weltall dehne sich immer schneller aus, werden sogar mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, wie die Tagesschau im Beitrag „Bremsen – und trotzdem schneller werden“ berichtete.

Die einen Wissenschaftler sprechen von Dunkler Energie und werden öffentlich gefeiert. Die anderen Wissenschaftler sprechen von Freier Energie und werden mit Verachtung abgestraft. Vielleicht aber handelt es sich bei beiden „Energieformen“ um dasselbe …

Viele Leute denken bei der möglichen Nutzung der Freien Energie an ein Perpetuum mobile. Ein möglicher Konverter kann ihrer Meinung schon deshalb nicht funktionieren, weil er ohne Energiezufuhr von außen theoretisch unbegrenzt lange läuft und dabei sogar noch nutzbare Energie abgegeben wird. Der Gedankenfehler an der Stelle ist aber, dass es sich keinesfalls um ein geschlossenes System handelt. Ganz im Gegenteil das System ist sehr offen. Ein möglicher Konverter könnte die Energie tatsächlich von außen beziehen: und zwar aus dem Vakuum. Denn anders als oftmals angenommen wird, ist das Vakuum nicht völlig leer, sondern reich an Energie, wie auch das Exeriment zum Casimir-Effekt[3] zeigt. Deshalb spricht man bei der Freien Energie auch von der Nullpunkt-Energie oder der Vakuumenergie.

„Wir interpretieren Einsteins Gleichungen neu“, sagte Wolfgang Hillebrandt vom Max-Planck-Institut für Astrophysik im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. „Viele Leute glauben wie ich, dass die Konstante nichts anderes als die Energie des Vakuums ist.“ Die Vakuumenergie sei eine bestimmte Form der dunklen Energie, erklärte Hillebrandt. „Die Konstante repräsentiert die dunkle Energie.“ Allerdings wisse man nach wie vor nicht genau, was dunkle Energie genau sei.[2]

Quelle: Der Spiegel Online


Literaturverzeichnis:
[2]
Kosmologische Konstante – Einsteins "Eselei" entpuppt sich als Geniestreich; Der Spiegel; Holger Dambeck; http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/kosmologische-konstante-einsteins-eselei-entpuppt-sich-als-geniestreich-a-386648.html; 24.11.2005
[3]
Casimir-Effekt; Wikipedia; http://de.wikipedia.org/wiki/Casimir-Effekt; 19.09.2012