Die rosarote Fantasiewelt der neuen Verteidigungsministerin

Wenn wir im Grundwehrdienst nach einer Übung dreckig und erschöpft zurück in die Kasserne kamen, dann ging es ans reinigen. Zuerst waren die Waffen auf Hochglanz zu polieren. Dann war die Ausrüstung zu säubern. Und ganz am Schluss durften wir uns selbst waschen. Die Prioritäten waren klar. Die Waffe steht ganz oben und der Soldat kommt am Schluss. Vor dem Hintergrund erscheint es mehr als absurd und verlogen, wenn die neue Verteidigungsministerin Von der Leyen bei einem Besuch der Truppe in Afghanistan demonstrativ jedes Bild mit Panzer oder Waffe scheut, wie Focus berichtete. Jeglicher Bezug zur grausamen Realität wird von der Politikerin geleugnet und die Situation verharmlost. Die Politikerin gaukelt uns eine wünsch-dir-was-Bilderbuchwelt vor, anstatt die Dinge beim Namen zu nennen.
Uns wurde in der Ausbildung auch erklärt, wozu die ABC-Schutzmasken gedacht sind, die bei einem Angriff mit atomaren, biologischen oder chemischen Kampfmitteln aufgesetzt werden müssen. Sie dienen nicht dazu, dass der Soldat überlebt und gesund zu seiner Familie zurückkehren kann, sondern dazu, dass er lange genug lebt, den Auftrag auszuführen. Über Aussagen der CDU-Politikerin wie „Wichtig sind die Menschen, nicht die Kosten“ kann man da nur den Kopf schütteln.