Die perfiede Ausbeutung der Griechen

In einer gesunden und nachhaltigen Wirtschaft würde nur Güter produziert werden, welche die Menschen benötigen (ohne dass durch übermäßige Werbung eine künstliche Nachfrage für eigentlich unnötige Produkte geschaffen wurde) und diese Güter wären natürlich möglichst langlebig und leicht wartbar und reparierbar. So kann der Bedarf mit einem minimalen Aufwand an Energie und Ressourcen kostengünstig gedeckt werden. Eine nachhaltige Wirtschaft bedeutet, dass man das Produktangebot dem Markt anpasst und nicht den Markt an ein ständig wachsendes Angebot anpasst. Bei diesem Vorgehen wären die Menschen gewiss ausreichend mit wichtigen, nützlichen und schönen Gütern versorgt, es gäbe aber deutlich weniger Produkte als heute.
Und auch der Umfang der Arbeitszeit würde sich nicht an den Wunschvorstellungen von Konzernen und Investoren orientieren, sondern am aktuellen Bedarf. verbunden mit einem zinsfreien Finanzsystem (was sogar die Grundlage für obige Vorstellungen ist) dürften Arbeitszeiten von fünf Stunden am Tag ausreichen, um ein gutes Leben zu führen.
Die aktuelle Entwicklung geht jedoch in eine gänzlich andere Richtung. So fordert die Troika in Griechenland Arbeitszeiten von bis zu 13 Stunden am Tag, wenn der Betrieb dies als nötig erachtet.[1] In Anbetracht der hohen Arbeitslosigkeit eigentlich eine Unding. Anstatt zwei Personen 13 Stunden arbeiten zu lassen, könnte man auch eine dritte Person einstellen, so dass alle zusammen mit etwas über acht Stunden auf die gleiche Gesamtzeit kommen. Hinzu kommt der Wunsch nach der Einführung einer 6-Tage-Woche, Erhöhung des Renteneintrittsalters und die Halbierungen von Abfindungen bei Kündigungen.
Man sieht also deutlich dass die Entwicklung in eine völlig falsche und menschenverachtende Richtung geht. Diejenigen, die noch einen Arbeitsplatz haben, sollen bis zur Erschöpfung ausgebeutet werden und viel mehr produzieren, als eigentlich nötig wäre (natürlich ohne Rücksicht auf die Umwelt), während andere gänzlich arbeitslos bleiben. Das ergänzt sich in diesem System gut, denn mit der drohenden Arbeitslosigkeit kann man die noch Arbeitenden in Schach halten und zu neuen Höchstleitungen treiben. Immer weniger Menschen sollen immer mehr (unnötige) Dinge produzieren, um die Gewinne und die Macht einer kleinen Elite ins unermessliche zu steigern, während die Masse in Armut und Schulden versinkt. Die Situation verschärft sich nur Schrittweise, so dass die Verschlechterung kaum auffällt. Wenn man sich erst einmal an etwas schlechtere Situation gewöhnt hat, erscheint der nächste Schritt auch nicht groß.


Literaturverzeichnis:
[1]
Troika fordert Sechs-Tage-Woche in Griechenland; Die Welt; http://www.welt.de/wirtschaft/article109162256/Troika-fordert-Sechs-Tage-Woche-in-Griechenland.html; 12.09.2012