Die Elite feiert sich und der Bürger bezahlt die Zeche

Dass die Banken die Menschen durch Zins und Zinseszins in eine immer größer werdende Verschuldung zwingen, dürfte so langsam auch denen klar werden, die sich nicht mit der Funktionsweise des Geldsystems befasst haben. Dazu genügt es, die Nachrichten zu verfolgen, denn mittlerweile kommen selbst die etablierten Mainstream-Medien nicht umhin, über die ausufernde Verschuldung nahezu aller Staaten (und damit eines Großteils der Menschen) zu berichten. Natürlich stellen die Berichterstatter nicht die Frage, wieso es denn überhaupt der Fall ist, dass die Verschuldung entgegen der Beteuerungen der Politiker ständig steigt und selbst die „gut dastehenden“ Länder, welche die „Pleite-Staaten“ durch Milliarden-Bürgschaften unterstützen ebenfalls hoch verschuldet sind und eigentlich überhaupt keine Reserven für solche Maßnahmen haben. Kurzum: Selbst die reichen Staaten haben beachtliche Schulden – nur eben etwas weniger, als diejenigen, die gerettet werden müssen (und sei es nur relativ zum Bruttosozialprodukt).
Es gäbe Möglichkeiten, dieses System der Verschuldung zu beenden und ein Finanzsystem zu etablieren, in dem die Verschuldung nicht exponentiell steigen muss, damit das System nicht zusammenbricht. Als positiver Nebeneffekt würde dann auch der Zwang zur Ausbeutung und Zerstörung der Umwelt gemildert, denn es müsste kein unnötiges Wirtschaftswachstum mehr generiert werden, um die Kredite für die Umschuldungen zu erarbeiten. Außerdem hätten Investoren und Unternehmer keinen Anreiz mehr, ihre Rendite an einem mathematischen grenzenlos wachsenden Zinseinkommen zu messen.
Wenn in der heutigen Zeit jemand Geld investieren möchte, dann kann er seine Ersparnisse ganz einfach bei der Bank anlegen und erhält dafür Zinsen. Diese Zinsen sind ein mathematisches Konstrukt und nicht von realen Gegebenheiten abhängig. Zinseinkommen wachsen auch dann, wenn die Märkte längst gesättigt sind und eine Steigerung schon lange nicht mehr sinnvoll ist. Das geht ganz automatisch und ist mit relativ geringen Risiken verbunden. Ein Anleger könnte das Geld aber auch einem Unternehmen zur Verfügung stellen, beispielsweise einer Baufirma, um dann an den Gewinnen durch Verkauf oder Vermietung der Immobilien beteiligt zu werden. Hierfür gibt es die Finanzmarktbörsen, die Investoren und Unternehmer zusammenbringen. In dem Fall wird der Investor natürlich mindestens die Rendite erwarten, die er durch die Zinsen erhalten würde, wenn er das Geld auf ein Konto einzahlt. Im Normalfall wird er aufgrund des höheren Risikos aber eher größere Gewinne erwarten. Diese Gewinne, die nicht an den realen Gegebenheiten der Bautätigkeit gemessen werden, sondern an errechneten Zinsgewinnen, muss am Ende der Mieter oder Käufer bezahlen. Das heißt, dass der Endkunde am Schluss auf jeden Fall so viel zusätzlich bezahlen muss, wie es die Zinsen vorgeben, die der Investor weitgehend risikofrei erhalten könnte. Die Immobilien werden also teurer. Je stärker die beteiligten Unternehmen (von der Baufirma über die Zulieferer bis hin zu den Rohstoffproduzenten) im Finanzsystem involviert und von Investoren abhängig sind, um so stärker ist die Teuerung an das grenzenlose potentielle Wachstum durch Zins und Zinseszins gebunden.
Man kann es drehen und wenden, wie man möchte. Die reale Wirtschaft und die Preise hängen von einem mathematischen Konstrukt ab, das zwangsläufig immer schnelleres Wachstum erzwingt und damit eine entsprechende Ausbeutung von Mensch und Natur.
Dies ist kein System, das auf Dauer funktionieren kann. Aber zeitweise kann eine kleine Gruppe von Menschen durch dieses System (unter Inkaufnahme der Zerstörung der Lebensgrundlagen) gigantische Gewinne einfahren. Diese Menschen handeln egoistisch und nicht im Sinne der Allgemeinheit, auch wenn die Allgemeinheit dies nicht einmal merkt.

Besonders dreist ist es dann aber, wenn die Profiteure dieses zerstörerischen Systems sich gegenseitig auf Kosten der Menschen feiern, die zu den Verlierern gehören. So wurde beispielsweise 2008 vom Kanzleramt eine Geburtstagsfeier zu Ehren des Vorsitzenden des Vorstands der Deutschen Bank Josef Ackermann veranstaltet. Die Rechnung müssen natürlich letzten Endes die Bürger über die Steuern bezahlen.
Dreist und selbstherrlich wie die herrschende Gruppe ist, möchten die Damen und Herren darüber hinaus die Veröffentlichung der Gästeliste und der Rechnungen verhindern, so dass diejenigen, die zur Kasse gebeten werden, nicht einmal erfahren können, wie viel sie zwangsweise für die illustre Festlichkeit bezahlen müssen. Das Geld soll einfach aus anderen Bereichen still und heimlich abgezogen werden. Erst nachdem die Verantwortlichen vor Gericht von Richtern darauf hingewiesen wurden, dass auch sie sich an die Gesetze (in diesem Fall das Informationsfreiheitsgesetz) zu halten haben, wurden dem Verbraucherschützer Thilo Bode die entsprechenden Informationen erteilt, der nach diesen fragte. Eine Veröffentlichung der erteilten Informationen möchte die Bundesregierung aber dennoch verbieten. Somit müsste vermutlich jeder, der in die Akten einsehen möchte, sein Recht vor Gericht erneut erstreiten. Die Kosten dürften am Ende natürlich wieder beim Steuerzahler hängen bleiben, denn wenn die Bundesregierung einen Rechtsstreit verliert und die Kosten übernehmen muss, dann wird dies gewiss durch die Steuereinnahmen gedeckt. Woher soll das Geld sonst kommen?

Weiterführende Informationen können im Artikel „Offizielle Gästeliste von Ackermanns Geburtstagsdinner, die das Kanzleramt geheim halten will“ nachgelesen werden.