Der Ursprung der Welt

Am Anfang war fast nichts. Nur Dunkelheit, Wasser und der große Gott Bumba. Dieser hatte irgendwann Bauchweh und erbrach die Sonne. Durch sie verdunstete ein Teil des Wassers und Land kam zum Vorschein. Dem Gott ging es allerdings noch nicht besser und er erbrach sich weiter. Heraus kamen der Mond, die Sterne und auch neun Tiere. Schließlich erbrach er auch die Menschen. Die neun Tiere schufen derweil den Rest der Lebewesen. Drei von Bumbas Söhnen nahmen sich vor, die Welt fertigzustellen und so entstanden unter anderem auch die Pflanzen. Nach der Fertigstellung der Welt übergab der Gott Bumba alles den Menschen und zog sich zurück.[1] (S. 18) [2]
Die Geschichte klingt ziemlich schräg, oder? Nun, so versucht der Bushongo-Stamm in Zentralafrika, die Entstehung der Welt zu erklären. Eine sehr primitive Erzählung, wie sie nur von einem Eingeborenen-Stamm in der Dritten Welt zu erwarten sein kann. Doch seien wir lieber nicht überheblich, denn bei uns sieht es ähnlich aus:

Wie wäre es mit einer anderen Geschichte über die Entstehung der Welt?
Am Anfang war fast nichts. Nur Gott und sein Wort. Er schuf den Himmel und eine wüste Erde. Über der Urflut lag Finsternis und Gottes Geist schwebte über dem Wasser. Gott sprach: „Es werde Licht“ und es wurde hell. Das Licht nannte er Tag und die Finsternis nannte er Nacht. In den nächsten Tagen schuf er den Rest der Welt. Zunächst ließ er ein Gewölbe mitten im Wasser entstehen, welches das Wasser oberhalb des Gewölbes vom Wasser unterhalb des Gewölbes schied und nannte es Himmel. Dann forderte Gott das Wasser unterhalb des Himmels auf, sich an einem Ort zu sammeln und so entstanden die Landmassen. Anschließend sprach Gott: „Das Land lasse junges Grün wachsen“, woraufhin alle Pflanzen wuchsen. Anschließend machte Gott verschiedene Lichter am Himmel, um Tag und Nacht zu scheiden. Für den Tag sah er die Sonne vor und für die Nacht den Mond und die Sterne. Nebenbei sollen die Lichter der Bestimmung von Festtagen und der Navigation dienen. Als nächstes schuf er die Seetiere und die Vögel. Er segnete sie und sprach: „Seid fruchtbar und vermehret euch“. Anschließend schuf er die Landlebewesen, wobei der Mensch den Abschluss bildete: „Laßt uns (Mehrzahl?) Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land.“. So schuf Gott den Menschen als Mann und Frau als sein Abbild, segnete sie und forderte sie auf, die Erde zu bevölkern, sie zu unterwerfen und über Tiere und Pflanzen zu herrschen. Anschließend ruhte Gott sich aus.[3] (S. 5-6)
Etwas später ist dann (widersprüchlich) zu lesen, dass Gott den ersten Menschen aus Ackerboden formte und ihm Lebensatem in die Nase blies, direkt nachdem er Himmel und Erde schuf. Anschließend legte er einen Garten an und setzte den Menschen dort hin. Der Mensch war allerdings sehr alleine und so formte Gott aus dem Ackerboden alle Tiere des Feldes und die Vögel des Himmels. Der Mensch gab allen Tieren Namen, fand aber keine Hilfe, die ihm entsprach. In Folge dessen legte Gott den Menschen in Narkose, entnahm ihm eine Rippe und verschloss die Wunde wieder. Aus der Rippe baute er eine Frau. So lebten Adam und Eva zusammen im Paradies, zumindest bis sie sich erlaubten vom Baum der Erkenntnis zu essen …[4] (S. 6)

Die zweite Geschichte, liebe Leserin, lieber Leser, klingt nicht minder merkwürdig. Sie ist widersprüchlich und verworren, deckt sich mit keinen Erkenntnissen der Wissenschaft oder des eigenen Verstandes und der eigenen Beobachtungsgabe. Doch sie stammt nicht von einem Eingeborenen-Stamm in der Dritten Welt. Diese Geschichte wird auch heute noch in unserer angeblich so modernen und fortschrittlichen Industrienation als selbstverständlich bereits in den Schulen gelehrt. Sie stammt aus der christlichen Bibel.


Literaturverzeichnis:
[1]
Wir müssen Gott nicht mehr bemühen; Stephen Hawking; P.M. Magazin 06/2012
[3]
Das Buch Genesis, Die Erschaffung der Welt; Herder; ISBN: 3-451-18988-7; Die Bibel, Einheitsübersetzung; 1993
[4]
Das Buch Genesis, Das Paradies; Herder; ISBN: 3-451-18988-7; Die Bibel, Einheitsübersetzung; 1993