Der diesjährige Friedensnobelpreis

Der Friedensnobelpreis ist nur Augenwischerei. Mit seiner Hilfe wird eine Realität vorgegaukelt, die es so nicht gibt.

Der Nobelpreis ist eine seit 1901 jährlich vergebene Auszeichnung, die von dem schwedischen Erfinder und Industriellen Alfred Nobel (1833–1896) gestiftet wurde. In seinem Testament legte er fest, dass mit seinem Vermögen eine Stiftung gegründet werden sollte, deren Zinsen „als Preis denen zugeteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“. Das Geld sollte zu fünf gleichen Teilen auf die Gebiete Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur und für Friedensbemühungen verteilt werden.[1]


Alfred Nobel und der Sprengstoff


Alfred Nobel erfand 1866 den Sicherheitssprengstoff Dynamit, welcher relativ gefahrlos transportiert werden konnte und für die Nutzung in Bergwerken gedacht war. Produziert wurde der Sprengstoff über die Firma Alfred Nobel & Co, welche später zu einer Aktiengesellschaft wurde und dann unter dem Namen Dynamit AG firmierte. Bald darauf wurde die Produktion von Rüstungsgütern aufgenommen.
Alfred Nobel selbst hasste zwar wohl tatsächlich den Krieg, war aber auch der Meinung, dass besonders schreckliche Vernichtungswaffen die Menschen vom Krieg abhalten würden.
Dass schreckliche Waffen nicht vor Kriegen abschrecken hat sich irgendwann herumgesprochen und der Ruf des Konzerns nahm natürlich zunehmend Schaden. Anstatt die Munitions- und Waffenproduktion einzustellen, die nicht dem Frieden diente, wurde die Dynamit AG 1959 bezugnehmend auf den positiv wahrgenommenen Unternehmensgründer, kurzerhand in Dynamit Nobel AG umbenannt. So musste man das verwerfliche Verhalten nicht ändern und konnte dennoch das Bild in der Öffentlichkeit etwas aufbessern. 2004 wurde die Dynamit Nobel AG aufgelöst.[2][3][4]

Wie auch das Rüstungsunternehmen Nobels weniger an der friedlichen Nutzung der Sprengkraft interessiert, dies aber durch geschickte Kosmetik beim Namen verbergen wollte, so ist auch der Friedensnobelpreis sehr fragwürdig.


Krieg ist Frieden


Vorweg ist anzumerken, dass der Friedensnobelpreis auf einem Finanzsystem basiert, welches durch den Zinsmechanismus grenzenloses exponentielles Wachstum erzwingt und die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergehen lässt. Dies ist die Basis für Umweltzerstörung, Konflikte und Kriege.
Genau diese Zinsen, die für viel Leid sorgen werden nun verwendet, um ein Verhalten zu unterstützen, das sich gegen das Leid richtet. Das ist ein Widerspruch in sich und dementsprechend verwundert es nicht, dass Beispielsweise im Jahr 2009 der Oberbefehlshaber der amerikanischen Arme, Barack Hussein Obama II, den Friedensnobelpreis erhalten hat. Unter seiner Führung sind tausende amerikanische Soldaten in verschiedenen Ländern in Kriege verwickelt. Drohnenangriffe, Uranmunition, Streubomben und die Drohung mit Atombomben gehören zum täglichen Geschäft. Das sind keine Maßnahmen, die dem Frieden dienen, sondern den Machterhalt gewährleisten. Der Friedensnobelpreis, der selbst ein unverdient positives Image hat, wird hier genutzt, um ein schädliches Verhalten in ein positives Licht zu rücken. Krieg wird durch diesen Nobelpreis als Frieden deklariert. Um es mit den Worten von George Orwell zu sagen: Krieg ist Frieden.

Jetzt hat die Nobelstiftung noch eins draufgesetzt und der europäische Union den begehrten Preis zugesprochen.[5] Offensichtlich besteht auch hier Bedarf, ein angekratztes Image aufzupolieren.
Die meisten der europäischen Staaten gehören der NATO (North Atlantic Treaty Organization) an, ein militärisches Bündnis von 28 europäischen und nordamerikanischen Staaten. Die NATO war und ist kein Hort des Friedens, sondern in unzählige Konflikte und Kriege verwickelt, somit sind auch die Mitgliedsstaaten der NATO an den bewaffneten gewalttätigen Handlungen beteiligt. Über diese wiederum ist die EU an den Kriegen beteiligt. Begründet wird die Vergabe des Preises damit, dass die EU über 60 Jahre entscheidend zur friedlichen Entwicklung in Europa beigetragen habe. In gewisser makaberer Weise mag das sogar stimmen. In Europa selbst hatten wir keine großen Kriege mehr. Was hier aber einfach ausgeklammert wird ist, dass die Kriege einfach in anderen Regionen dieser Welt geführt werden. Europäische Soldaten werden für Kriege in die Welt exportiert und europäische Rüstungskonzerne fahren große Gewinne mit dem Verkauf von Rüstungsgütern für die Kriege in der Welt ein. Zumindest nach außen ist die Haltung also gewiss nicht friedlich.
Und wie sieht es in Europa selbst aus? Zwar nicht ganz so schlimm, aber als friedlich kann man die Lage kaum bezeichnen. Durch Europa und vor allem die europäische Währungsunion wurden Länder mit gänzlich unterschiedlicher Wirtschaftskraft unter „einen Hut“ gepackt. Länder, die den Euro als Währung verwenden, können diese Währung aber nicht mehr durch Auf- und Abwertung an ihre Leistungskraft anpassen. Das führt zu erheblichen Spannungen, wie es mittlerweile deutlich bei den Ländern der sogenannten Südschiene beobachtet werden kann. Diese Länder verlieren ihre Konkurrenzfähigkeit und versinken in Armut. Das wiederum hat zur Folge, dass die vermögen der stärkeren Länder dorthin transferiert werden müssen. Die „europäischen Rettungsschirme“, welche übrigens gegen die No-Bailout-Klausel[6] der europäischen Verträge verstoßen, sprechen hier eine deutliche Sprache. Diese Maßnahmen führen aber natürlich nicht zu einem wirklichen Ausgleich und damit zu einem Spannungsabbau. Ganz im Gegenteil: Bei der erzwungenen Umverteilung durch die „Rettungsschirme“ wird das Geld der Bürger der wirtschaftlich stärkeren Länder zu den Banken und Investoren transferiert, welche in den schwächeren Ländern in riskante Geschäfte verwickelt waren und sind. Die dortigen Bürger hingegen müssen mit ständig verschärften Einschränkungen und Sanktionen leben, welche Voraussetzung für die Zahlungen sind, welche nicht bei den Menschen ankommen, die dafür leiden.
Außerdem ist natürlich nicht nur ein Problem, dass den Ländern ein Geldsystem aufgezwungen wurde, das nicht zu ihnen passt. Es handelt sich ja um ein zinsbasiertes Geldsystem. Da das Geld für die Zahlung Zinsen aber nur durch Neuverschuldung entstehen kann, steigen die Schulden zwangsläufig exponentiell an. Auch dadurch verarmen die Menschen. In Folge dessen wird es zu immer mehr Aufständen kommen. Zu beobachten sind die Ansätze bereits vor allem in den südlichen Ländern. Immer häufiger muss die Polizei mit brutaler Gewalt gegen die Menschen im eigenen Land vorgehen.
Hier findet gewiss keine Entwicklung zu einer friedlicheren Welt statt. Der Anschein entstand nur dadurch, dass die aktuellen Kriege in ferne Länder ausgelagert wurden und dass Währung und Infrastruktur vieler europäischer Länder den Weltkriegen weitgehend zusammengebrochen waren und bei nahezu Null mit einem neuen Geldsystem und der Möglichkeit des Aufbaus starten konnten. In den ersten Jahrzehnten sind die Gefahren eines zinsbasierten Geldsystems kaum sichtbar, da der Zinsanteil noch sehr gering ist. Dieser steigt zwar exponentiell, aber in einer Aufbauphase, die einige Jahrzehnte andauert, kann die Wirtschaft mit den Zwängen des Geldsystems mithalten. Das ändert sich aber irgendwann. Dann kommen zwei Dinge zusammen: zum einen nehmen die Zinsen aufgrund des exponentiellen Charakters irgendwann überhand und zum anderen wird die Wirtschaftsleistung zurückgehen, wenn der Aufbau weitgehend abgeschlossen ist. Dann wird es schwierig, die weiter wachsende Verschuldung zu handhaben. Es kommt zunehmend zu Konflikten. In dieser Phase sind wir seid einiger Zeit. Genau in der Phase des beginnenden Niedergangs wird der Europäischen Union ein Preis für die Aufbauphase vergeben, als wolle man nicht wahrhaben, dass nun passiert, was kommen muss.
Europa basiert nicht auf stabilen Finanz- und Wirtschaftssystemen der einzelnen Länder, sondern auf einem maroden Konstrukt mit systemimmanentem Drang zur Selbstzerstörung nach einer Phase des Aufschwungs, dass sich nur durch versteckter und ab einem bestimmten Zeitpunkt durch offener Gewalt gegen Menschen, Natur und Umwelt eine gewisse Zeit erhalten lässt.
Es wird zwar erkannt, dass es wirtschaftliche Schwierigkeiten in Europa gibt, aber deren Ursachen werden offensichtlich nicht in die Überlegungen bei der Preisvergabe einbezogen. Dadurch bleibt natürlich verborgen, dass der Frieden nur ein Scheinbarer ist. Wenn nun einem solchen System symbolisch ein Friedenspreis verliehen wird, dann zeugt das davon, dass die Entscheidungsträger entweder die Zusammenhänge selbst nicht erkannt haben oder dass sie ganz bewusst täuschen wollen um den Anschein des friedlichen Zusammenlebens noch ein wenig länger zu wahren. Der Glanz beginnt bereits zu bröckeln. Mit dem Preis wurden die angeschlagenen Stellen ein wenig nachlackiert.

Auch wenn die EU derzeit mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten und sozialen Unruhen zu kämpfen habe, wolle das Komitee den Blick auf den wichtigsten Erfolg der Union richten: den erfolgreichen Kampf für den Frieden und die Demokratie.[5]


Demokratie


Dass der Kampf für den Frieden in Wirklichkeit nur eine aufrechterhaltene Illusion ist und hinter der Kulisse Krieg und Zerstörung drohen, habe ich nun bereits aufgezeigt. Wie sieht es mit dem Kampf für Demokratie in Europa aus? Bereits der EU-Reformvertrag, die Grundlage der heutigen Europäischen Union, basiert auf undemokratischem Verhalten. Der Ursprüngliche EU-Verfassungsvertrag wurde nämlich bei Abstimmungen in verschiedenen Ländern abgelehnt und damit ist ein solcher Vertrag gescheitert. Daraufhin hat man kleinere Anpassungen am Verfassungsvertrag vorgenommen, ihn als Reformvertrag bezeichnet und an der Bevölkerung vorbei durchgewunken, wie in meinem Bericht „ Ein großer Schritt für die Elite … und ein kleiner Schritt für die Menschheit“ nachgelesen werden kann.
Darüber hinaus sind demokratische Strukturen europaweit nicht möglich. Im ursprünglichen Sinne bezieht sich Demokratie sogar nur auf das Zusammenleben in einem Dorf, wie Andreas Popp in seinem Vortrag „Steuern sind Schutzgeldzahlungen – Was heißt Demokratie?“ erläutert. Eine überregionale Demokratie wird es demnach nicht geben und tatsächlich sind auch die Entscheidungsträger in Europa nicht von den Menschen Gewählt, für die sie Entscheidungen treffen. So können französische Politiker über Fragen entscheiden, die spanische Bevölkerung betreffen. Mit den „Rettungssschirmen“, wie etwa dem ESM wird sogar die Finanzhoheit und damit die finanzielle Souverenität der einzelnen Staaten an eine europäische Einrichtung abgetreten, die sich selbst jeglicher Kontrolle durch die Bürger entzieht und unantastbar macht, wie ich hier geschrieben habe: Wissenswertes zum geplanten Vertrag des Europäischen Stabilitätsmechanismus.




Literaturverzeichnis:
[1]
Nobelpreis; Wikipedia; http://de.wikipedia.org/wiki/Nobelpreis; 12.10.2012
[2]
Alfred Nobel; Wikipedia; http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Nobel; 12.10.2012
[3]
Dynamit Nobel; Wikipedia; http://de.wikipedia.org/wiki/Dynamit_Nobel; 06.09.2012
[4]
Dynamit; Wikipedia; http://de.wikipedia.org/wiki/Dynamit; 19.09.2012
[5]
Friedensnobelpreis geht an Europäische Union; Der Spiegel; http://www.spiegel.de/politik/ausland/friedensnobelpreis-geht-an-eu-a-860905.html; 12.10.2012